Luis Salvador Carmona, Santa Maria Egipciaca, 1734–1766 – Barocke Skulptur der heiligen Maria von Ägypten in der Ausstellung „Maria Magdalena. Sin. Pray. Love.“ im Städel Museum, Frankfurt © Museo Nacional de Escultura, Valladolid – Mit freundlicher Genehmigung von: staedelmuseum / Städel Museum
Die Ausstellung versammelt Hauptwerke von Albrecht Dürer, Guercino, Georges de la Tour, Claude Lorrain, Pedro de Mena, Arnold Böcklin, Max Beckmann und David LaChapelle. Sie verdeutlichen eindrucksvoll, wie unterschiedlich Maria Magdalena gelesen werden konnte: als Mystikerin, Sünderin, Heilige oder moderne Frau auf der Suche nach ihrer eigenen Wahrheit.
Manche Bilder erzählen nicht von Schuld, sondern von einem Moment der Stille. Als hätte Maria Magdalena aufgehört, sich vor den Blicken anderer zu rechtfertigen. In diesem Augenblick beginnt sie nicht als Heilige oder Sünderin zu wirken – sondern einfach als Mensch.
Besonders spannend ist der Blick auf Künstlerinnen, die der Figur eine neue Stimme verleihen. Werke von Lavinia Fontana, Elisabetta Sirani, Luisa Roldán, Lotte Laserstein, Kiki Smith, Marlene Dumas und Nieves González eröffnen Perspektiven, die lange Zeit in der Kunstgeschichte kaum sichtbar waren. Hier wird Maria Magdalena nicht länger nur zum Objekt männlicher Vorstellungen, sondern zu einer Persönlichkeit mit eigener Würde, Verletzlichkeit und Stärke.