Auf der linken Seite integriert Irène Zurkinden einen französischen Zeitungsausschnitt mit einem Bericht über Charlie Chaplin. Die Nachrichtenwelt ihrer Zeit wird so Teil ihrer eigenen Bildsprache. Zusammen mit der flüchtigen Modezeichnung und der handschriftlichen Notiz „aimer pour vivre, vivre pour mourir“ („Lieben, um zu leben. Leben, um zu sterben.“) entsteht eine Collage, in der Alltagsbeobachtung, persönliche Gedanken und künstlerische Skizze zu einem visuellen Tagebuch verschmelzen.
Die Präsentation in Basel vereint Gemälde und Arbeiten auf Papier aus den frühen 1930er- bis in die 1980er-Jahre. Im Mittelpunkt stehen Porträts und Selbstporträts, die den Blick auf Zurkindens persönliche Bildwelt eröffnen und zugleich ihre Entwicklung über mehrere Jahrzehnte nachvollziehbar machen.
Heute wird Irène Zurkinden zunehmend neu entdeckt – nicht, weil sie einer vergessenen Kunstrichtung angehörte, sondern weil ihre Kunst Fragen stellt, die zeitlos geblieben sind. Ihre Bilder erzählen nicht von spektakulären Ereignissen. Sie erzählen von Menschen. Und vielleicht ist genau das der Grund, weshalb sie uns auch Jahrzehnte später noch so unmittelbar begegnen.