Auf den ersten Blick erscheinen Maxims Werke als klassische Porträts. Doch bei genauer Betrachtung entstehen Irritationsmomente: Verschiebungen, unterschiedliche Augenfarben, sich überlagernde Vorder- und Hintergrundebenen sowie scheinbar fließende oder pulsierende Strukturen lösen die Grenzen zwischen äußerer Erscheinung und Wahrnehmung auf. Schlieren, Lichtblitze und bewegte Sequenzen verweisen auf unsichtbare Vorgänge, die dem menschlichen Auge normalerweise verborgen bleiben.
Wakultschik betrachtet den Menschen nicht ausschließlich als materielle Form, sondern als komplexes Zusammenspiel aus Körper, Licht, Energie, Emotion und nicht unmittelbar wahrnehmbaren Einflüssen. Seine Porträts eröffnen einen erweiterten Blick auf die menschliche Figur – zwischen physischer Realität und den vielschichtigen Ebenen unserer Wahrnehmung.
Anders ausgedrückt: Mit „Light becoming Matter“ zeigt Maxim Wakultschik eine künstlerische Position, die Materialität und Immaterialität miteinander verbindet. Seine Werke untersuchen den Übergang vom Unsichtbaren zum Sichtbaren, vom Licht zur Form und vom einzelnen Element zur komplexen Bildwelt.
Die dazu passende und für manchen überraschende Arbeitsweise des Künstlers basiert auf der präzisen Anordnung tausender einzelner Elemente: Farbige Holzstäbchen werden zu reliefartigen Bildkörpern, in denen Licht und Farbe eine eigene Dynamik entwickeln. Die Arbeiten scheinen sich je nach Perspektive aufzulösen, zu verdichten und neu zu ordnen.
Neben Werken aus der Serie Optical Portraits werden Reliefarbeiten / Geometrical Portraits, Arbeiten aus der Serie Multipersonality sowie ausgewählte Skulpturen gezeigt.
Maxim Wakultschik
Maxim Wakultschik studierte unter Prof. Jannis Kounellis und Prof. Beate Schiff an der Kunstakademie Düsseldorf. Nach seinem Kunststudium erklärte er die Rheinmetropole zu seiner Wahlheimat.
Seine Arbeiten wurden unter anderem bereits in New York, Austin, London, Madrid oder Hongkong gezeigt und sind Teil privater und institutioneller Sammlungen. Auch in diesem Jahr werden seine Werke auf bedeutenden Stationen in Europa und den USA präsentiert, u.a. auf der The Armory Show in New York im September sowie der Art Cologne in Köln im November. In Deutschland folgt im Januar 2027 eine Solo-Ausstellung im Museum Modern Art Hünfeld.