Wenn die Welt auseinanderbricht
Formal verstärkt Park dieses Gefühl durch eine Bildsprache, in der nichts vollkommen stabil bleibt. Die Galerie verweist auf die Energie der Graphic Novel und die radikale Fragmentierung des Kubismus. Tatsächlich scheinen in Parks Arbeiten unterschiedliche Momente gleichzeitig stattzufinden. Gesichter tauchen auf und verschwinden wieder, Formen überlagern einander, Bewegungen scheinen sich zu beschleunigen.
Wie schnell etwas, das selbstverständlich und dauerhaft erscheint, seinen Platz verändern kann, zeigt sich derzeit auch außerhalb von Parks Bildern. In Deutschland verlassen Werke, die über Jahre als Dauerleihgaben in Museen zu sehen waren, ihren vertrauten öffentlichen Raum und kehren auf den Kunstmarkt zurück. Eine ganz andere Geschichte – und doch berührt sie dieselbe Frage nach Beständigkeit, Veränderung und dem, was wir für sicher gehalten haben. → Wenn Kunst das Museum verlässt: Lempertz versteigert die Sammlung des Kulturkreises
Doch diese Zersplitterung ist mehr als ein Stilmittel. Sie passt zu einer Gegenwart, die Park als überbelichtet und ihrer selbst permanent bewusst begreift: eine Welt voller Bilder, Reize und Erwartungen, in der der Einzelne ständig beobachten kann, wie andere leben, aussehen und scheinbar gewinnen.
Das Schwarz-Weiß ihrer Arbeiten verschärft diesen Eindruck. Nichts lenkt durch Farbe ab. Kohle bleibt körperlich, schmutzig und verletzlich. Jede Verwischung erinnert daran, dass das Bild aus Berührungen entstanden ist. Wo die Formen verschwimmen, bleibt die Spur ihrer Entstehung sichtbar.