Schon 1863 hatte Whistler in Paris erfahren, was geschieht, wenn ein Bild nicht das tut, was das Publikum von ihm erwartet. The White Girl, heute als Symphony in White, No. 1 bekannt, wurde im Salon des Refusés gezeigt – jener legendären Ausstellung der Zurückgewiesenen, in der auch Édouard Manets Déjeuner sur l'herbe für Aufsehen sorgte.
In Symphony in White, No. 1 steht eine junge Frau beinahe lebensgroß in einem weißen Kleid vor einem weißen Vorhang. Whistler wollte daraus keine leicht lesbare Erzählung machen. Weiß begegnet Weiß, Stoff trifft auf Haut, unterschiedliche Nuancen beginnen miteinander zu spielen. Was sollte das bedeuten?
Vielleicht war schon die Frage falsch.
Whistler gehörte zu jener Generation, die begann, die Malerei aus der Verpflichtung zur Geschichte zu lösen. Dabei blickte er auch weit über Europa hinaus. Wie viele Künstler seiner Zeit faszinierte ihn die japanische Kunst. Besonders die Druckgrafik Hiroshiges und deren ungewöhnliche Ausschnitte, Flächen und Perspektiven hinterließen Spuren in seinem Werk.
Wie wenig braucht eine Landschaft?