Roy Lichtenstein: Like New – Wie Bilder übernommen, wiederholt und verändert werden
Roy Lichtenstein schuf einige der bekanntesten Bilder der Pop Art. Doch hinter den Rasterpunkten, kräftigen Konturen und Motiven aus Comics und Werbung beschäftigte ihn eine Frage, die heute beinahe aktueller erscheint als zu seiner Zeit: Was geschieht mit einem Bild, wenn es übernommen, wiederholt und verändert wird?
Und dann ist da dieses Lächeln, die verführerischen Lippen, das leuchtende Rot der Haare, die gelbe Bluse, die Arme überkreuzt auf der Fensterbank abgestützt – eine beinahe perfekte Pin-up-Schönheit. Doch für einen Augenblick scheint all die Theorie über Pop Art, Rasterpunkte und reproduzierte Bilder nebensächlich. Man schaut sie an und lächelt beinahe unwillkürlich zurück.
Das Whitney Museum of American Art in New York widmet dem amerikanischen Künstler vom 11. Oktober 2026 bis 10. Mai 2027 die große Ausstellung „Roy Lichtenstein: Like New“. Rund 130 Werke aus den frühen 1940er- bis in die 1990er-Jahre zeigen, dass Lichtensteins Beschäftigung mit der Welt der Bilder weit über jene Comicmotive hinausging, mit denen sein Name bis heute verbunden ist.
Lichtenstein interessierte sich für Bilder, die längst vorhanden waren. Comics, Werbung, Konsumgüter und kommerzielle Druckerzeugnisse gehörten zur alltäglichen Bilderwelt der amerikanischen Nachkriegsgesellschaft. Er nahm ihre Sprache auf, isolierte Motive, vergrößerte sie und überführte sie in einen anderen Zusammenhang. Was dabei kühl, präzise und beinahe maschinell hergestellt erscheint, entstand jedoch sorgfältig von Hand.