Die Residenzgalerie Salzburg feiert ihre bewegte Geschichte mit einer großen Jubiläumsausstellung und zahlreichen architektonischen sowie konzeptionellen Neuerungen. Seit ihrer Gründung im Jahr 1923 als Nachfolgerin der verloren gegangenen fürsterzbischöflichen Sammlung hat sie sich zu einer führenden Adresse für europäische Malerei entwickelt. Anlässlich ihres 90-jährigen Bestehens wurde das Haus umfassend adaptiert und neu positioniert.
„In den letzten vier Monaten wurde die Residenzgalerie Salzburg baulich adaptiert“, erklärt Landeshauptmann-Stv. Dr. Wilfried Haslauer. „Somit ist dieser Bereich der Alten Residenz für das Domquartier, das ab Frühjahr 2014 zahlreiche Besucher anziehen wird, fertig gestellt.“ Neben dem neuen Eingangsportal, das den Zugang zu den Ausstellungen deutlich erleichtert, wurden auch zwei museumspädagogische Räume geschaffen. Die Neuordnung des Raumprogramms bietet neue Flächen für bislang verborgene Schätze des Hauses sowie ein Kunstlabor, das sich besonders an Kinder, Jugendliche und Studierende richtet.
„Die Residenzgalerie eröffnet das erste Kunstlabor in Salzburg und nimmt in Bezug auf die hochkarätigen Gemälde der Galerie neue experimentelle Rezeptionsmöglichkeiten in den Fokus.“, so Monika Fermin-Vaez von der Kunstvermittlung. Der Medienraum ermöglicht Projekte wie digitale Modellierungen und Kurzfilme, inspiriert von den Alten Meistern – ein mutiger Schritt hin zu einer interaktiven und offenen Museumsstruktur.
Die Ausstellung zum 90-jährigen Jubiläum zeigt 133 Gemälde, Grafiken und Skulpturen aus dem eigenen Bestand. „Die derzeitige Präsentation nimmt die Sammlung neu in Augenschein“, erklärt Dir.in Dr.in Gabriele Groschner. „Das Hauptaugenmerk soll auf das Objekt selbst gelegt werden, und im Sinne einer neuen selbstbewussten Museumsidee aus seiner historischen Verflechtung enthoben werden.“ Ihr Ansatz verzichtet bewusst auf Chronologie und Gattungsgrenzen – „epochenunabhängige Fragestellungen“ sollen die Verbindung zwischen Barock und Moderne sichtbar machen.
„Die Fragen nach Darstellung des Raumes, die unterschiedlichen Möglichkeiten des Farbauftrags und die Diskrepanz zwischen Illusion und scheinbarer Wirklichkeit prägen die Arbeiten sowohl des Barock als auch der Moderne.“ Die Kunst wird damit zur Bühne existenzieller Fragen, der Barock zum Ideenpool für die Gegenwart.
Am 17. August 2013 feierte die Residenzgalerie Salzburg ihr Jubiläum mit dem Fest „Relaunch – Ein Fest für die Residenzgalerie Salzburg“. Der österreichische Kabarettist Werner Schneyder hielt eine Rede, das musikalische Programm gestalteten Künstler der Salzburger Festspiele. In den Galerieräumen sorgten barocke Frisuren, Bodypaintings nach Gemälden der Sammlung und Kostümpräsentationen für eindrucksvolle Begegnungen mit der Vergangenheit.
Die Residenzgalerie Salzburg steht heute unter der Leitung von Dir.in Dr.in Gabriele Groschner. Ihre kuratorische Handschrift verbindet wissenschaftliche Methodik mit zeitgenössischen Vermittlungskonzepten und macht das Haus zu einem der innovativsten Museen im deutschsprachigen Raum. Die kunsthistorische Tiefe und der Mut zur offenen Präsentation machen aus der Residenzgalerie nicht nur ein Museum, sondern einen lebendigen Ort der Reflexion und Inspiration.