Emanuel von Baeyer London – historische Bibliothek mit europäischen Zeichnungen, Drucken und Arbeiten auf Papier – Mit freundlicher Genehmigung von: munichhighlights / HIGHLIGHTS Internationale Kunstmesse München
Die Residenz München ist dafür mehr als eine Adresse. Wo über Jahrhunderte gesammelt, ausgestattet und repräsentiert wurde, kehren Kunstwerke und kunsthandwerkliche Objekte für wenige Tage in einen architektonischen Zusammenhang zurück. Der Rundgang beginnt deshalb beinahe selbstverständlich bei den Alten Meistern. Emanuel von Baeyer aus London, 1998 gegründet, handelt mit europäischen Zeichnungen, Drucken und Gemälden vom 15. bis zum 20. Jahrhundert und führt damit zu einer Kunst, bei der manchmal wenige Linien auf Papier genügen, um Jahrhunderte zu überbrücken.
Ralph Gierhards Antiques / Fine Art – historisches Interieur mit Möbeln, Gemälden, Skulpturen und Leuchtern des 18. Jahrhunderts – Mit freundlicher Genehmigung von: munichhighlights / HIGHLIGHTS Internationale Kunstmesse München
Nur einige gedankliche Schritte weiter wird aus dem einzelnen Objekt ein ganzes Interieur. Ralph Gierhards Antiques / Fine Art hat sich auf bedeutende Möbel und Kunstobjekte des 18. Jahrhunderts spezialisiert und die französische Wohnkultur dieser Epoche zu einem Schwerpunkt gemacht. Spiegel, Sitzmöbel, Kommoden, Skulpturen und Leuchter erscheinen hier nicht als isolierte Antiquitäten, sondern als Teile einer historischen Vorstellung davon, wie Kunst und Leben einen gemeinsamen Raum bilden können.
Ein solcher Raum verändert den Blick. Man sieht nicht mehr zuerst das einzelne Möbel, den Spiegel oder den Kronleuchter. Für einen Moment scheint alles zusammenzugehören – Holz, Stoff, vergoldete Bronze und das warme Licht darüber. Vielleicht beginnt Sammeln genau dort: wenn aus einzelnen Dingen eine Atmosphäre entsteht.
Max Lerch Teppiche München – Galerist mit historischem orientalischem Teppich auf der Schulter – Mit freundlicher Genehmigung von: munichhighlights / HIGHLIGHTS Internationale Kunstmesse München
Dass Kunstgeschichte auch gewebt werden kann, zeigt Max Lerch Teppiche. Seit mehr als 50 Jahren handelt das Münchner Unternehmen, heute in zweiter Generation, mit Teppichen, Kelims und Textilien aus aller Welt. Das Spektrum des präsentierten Angebots reicht von einem nordischen Textil des 18. Jahrhunderts über einen usbekischen Shahrisabz-Susani bis zu einem Kirman des 19. Jahrhunderts und skandinavischer Textilkunst des frühen 20. Jahrhunderts. Farbe und Ornament werden hier zu einer eigenen Bildsprache – nur besteht ihre Oberfläche nicht aus Leinwand und Farbe, sondern aus Wolle, Seide und Leinen.
Oskar Kokoschka, „Blumen“, 1968 – Aquarell auf Velin, Galerie Sylvia Kovacek • Günther Uecker, „Feld“, 1999 – Nägel und weiße Farbe auf Leinwand auf Holz, Galerie Sylvia Kovacek – Mit freundlicher Genehmigung von: munichhighlights / HIGHLIGHTS Internationale Kunstmesse München
Mit der Galerie Sylvia Kovacek führt der Weg nach Wien und zugleich mitten hinein in die österreichische Moderne. Das Programm des Hauses umfasst Künstler wie Gustav Klimt, Oskar Kokoschka, Emil Nolde und Günther Uecker, doch eine zweite Leidenschaft macht das Profil besonders interessant: Glas von der Renaissance bis zur Moderne. Ein Entwurf Otto Prutschers oder ein Gefäß von Émile Gallé steht damit gleichberechtigt neben Zeichnung und Malerei. Kunsthandwerk wird nicht zur Nebensache, sondern Teil derselben Geschichte.
Max Beckmann, „Lesendes Mädchen“ – Tusche und Bleistift auf Papier, Galerie Utermann – Mit freundlicher Genehmigung von: munichhighlights / HIGHLIGHTS Internationale Kunstmesse München
Bei der Galerie Utermann wechselt die Temperatur erneut. Das 1853 in Dortmund gegründete und heute in fünfter Generation geführte Familienunternehmen gehört zu den traditionsreichen Adressen für Deutschen Expressionismus, Klassische Moderne und Kunst nach 1945. Das Galerieprogramm führt von Oskar Schlemmer und Alexej von Jawlensky über Max Beckmann bis zu Emil Nolde. Und manchmal lohnt es sich, hier nicht nur auf das Bild, sondern auch auf seine Grenze zu schauen.
Christian Rode von MURRER RAHMEN mit historischem vergoldetem Bilderrahmen in München – Mit freundlicher Genehmigung von: munichhighlights / HIGHLIGHTS Internationale Kunstmesse München
Denn bei MURRER RAHMEN wird genau diese Grenze selbst zum Gegenstand. Seit fast 40 Jahren entstehen Rahmen in Museumsqualität; restauriert, vergoldet und verglast wird ebenso wie nach historischen Vorbildern rekonstruiert. Mehr als 2.500 antike Rahmen aus sechs Jahrhunderten umfasst die Sammlung. Der Gedanke dahinter ist ebenso einfach wie überzeugend: „Der richtige Rahmen stellt keine Behauptung auf, sondern beginnt einen Dialog mit dem Kunstwerk.“
Albarrán Cabrera, „The Mouth of Krishna #60273“, 2016 – Pigment Print auf Gampi-Papier über Blattgold, Ira Stehmann Fine Art – Mit freundlicher Genehmigung von: munichhighlights / HIGHLIGHTS Internationale Kunstmesse München
Dass dieser Dialog längst mit technischen Bildern weitergeführt wird, zeigt Ira Stehmann Fine Art. Seit mehr als drei Jahrzehnten bewegt sich Ira Stehmann an der Schnittstelle von internationalem Kunstmarkt und Ausstellungspraxis und konzentriert sich auf Fotografie des 20. und 21. Jahrhunderts. Arbeiten von Corina Gertz, Christopher Thomas, Albarrán Cabrera oder Neeltje de Vries zeigen dabei, wie weit sich das Medium von klassischem Schwarz-Weiß bis zu beinahe malerisch wirkenden Pigmentdrucken entwickelt hat.
Jugendstil-Collier, Deutschland 1895 – Rubin, Aquamarin und Gold, Almut Wager München • André Vassort – Schmuckset mit Brosche und Ohrclips aus 18 Karat Gelbgold und Diamanten, Frankreich um 1970, VKD Jewels – Mit freundlicher Genehmigung von: munichhighlights / HIGHLIGHTS Internationale Kunstmesse München
Und dann funkelt es. Almut Wager und VKD Jewels öffnen innerhalb der Messe noch einmal eine ganz andere Welt des Sammelns. Bei Wager reicht sie vom Schmuck des 17. bis 20. Jahrhunderts über Miniaturmalerei bis zu Objets de Vertu; VKD Jewels konzentriert sich seit mehr als fünf Jahrzehnten auf europäischen und amerikanischen antiken Schmuck und große Designer des späten 19. und 20. Jahrhunderts. Zwischen einer Demi-Parure um 1750, Jugendstil und Cartier wird Schmuck zur kleinen Skulptur – tragbar, kostbar und zugleich Ausdruck seiner Zeit.
Am Ende steht deshalb weniger eine einzelne Epoche als das Erlebnis ihrer Nachbarschaft. Rund 50 Händler und Galerien formen 2026 dieses Panorama aus Malerei, Zeichnung, Möbeln, Textilien, Glas, Fotografie, Schmuck und Kunsthandwerk. Die HIGHLIGHTS München macht die Residenz vom 15. bis 18. Oktober 2026 zu einem konzentrierten Treffpunkt des internationalen Kunsthandels – und zu einem Ort, an dem Sammler nicht nur Bekanntes suchen, sondern zwischen den Jahrhunderten auf Unerwartetes stoßen können.