Inlibris, Wien Ein Buch für die Ewigkeit! [Oertl, Hieronymus]. Der christlich Glaube Mit Gottseligen… 295.000,-
Inlibris, Wien Ein Buch für die Ewigkeit! [Oertl, Hieronymus]. Der christlich Glaube Mit Gottseligen… 295.000,- – Mit freundlicher Genehmigung von: petrabewer / Architektur-Antiquariat Petra Bewer

Was: Messe

Wann: 22.01.2026 - 24.01.2026

Die Antiquaria in Ludwigsburg zählt seit vier Jahrzehnten zu den konstantesten und zugleich eigenständigsten Antiquariatsmessen im deutschsprachigen Raum.

Wenn sich vom 22. bis 24. Januar 2026 die Türen der Musikhalle Ludwigsburg öffnen, feiert die Antiquaria ein Jubiläum, das weit über eine runde Zahl hinausweist. Vier Jahrzehnte Antiquariatsmesse bedeuten hier nicht Stillstand, sondern Bewegung, Reflexion und das beharrliche Festhalten an einer Idee von Buchkultur, die sich dem Markt ebenso stellt wie ihm widerspricht.

Jubiläumsplakat zur 40. Antiquaria Ludwigsburg mit historischen Messekatalogen und Büchern Grafiken
Jubiläumsplakat zur 40. Antiquaria Ludwigsburg mit historischen Messekatalogen und Büchern Grafiken – Mit freundlicher Genehmigung von: petrabewer / Architektur-Antiquariat Petra Bewer

Die Geschichte der Messe lässt sich exemplarisch an ihren Katalogen ablesen. Zur ersten Antiquaria gab es bewusst keinen gedruckten Begleiter. Die Messe verstand sich als Gegenentwurf zu hierarchischen Spitzenangeboten und setzte ganz auf die unmittelbare Begegnung vor Ort. Schon bei der zweiten Ausgabe folgte jedoch die Einsicht, dass Sichtbarkeit ein notwendiges Werkzeug ist. Der eingeschlagene Weg blieb eigenständig: ein Loseblattkatalog, von jedem Aussteller selbst gestaltet, mit unterschiedlichen Schriften, Papieren und Formaten, gesammelt in einer eigens angefertigten Mappe. Individualität wurde nicht behauptet, sondern materialisiert.

Nach sechs Jahren führte der praktische Gedanke zum gebundenen DIN-A4-Katalog, bevor ab 2009 der Umschlag selbst zum Träger eines jeweiligen Rahmenthemas wurde. Zum 40-jährigen Bestehen verzichtet die Antiquaria nun bewusst auf ein solches Leitthema. „Das Thema sind wir!“ Die Messe blickt auf 235 Ausstellende zurück, von denen viele seit den Anfängen dabei sind. Alle Namen werden während der Jubiläumsausgabe auf Tafeln in der Musikhalle präsent sein – als sichtbares Archiv einer lebendigen Gemeinschaft.

Rotes Antiquariat, Berlin Heinrich Ehmsen. Aufstand. Ölgemälde auf Holz. 1919. 2.400,–
Rotes Antiquariat, Berlin Heinrich Ehmsen. Aufstand. Ölgemälde auf Holz. 1919. 2.400,– – Mit freundlicher Genehmigung von: petrabewer / Architektur-Antiquariat Petra Bewer
Inhaltlich bleibt die Antiquaria das, was sie seit jeher auszeichnet: ein Ort der Vielfalt, der Überraschung und der stillen Sensationen. Das Angebot reicht vom 15. bis ins 21. Jahrhundert und umfasst seltene, kuriose und einzigartige antiquarische Bücher, Autographen, Ephemera und Graphiken aus allen Wissens- und Sammelgebieten.
Zu den markanten Positionen zählt Gregor Gogs Streitschrift der Vagabunden „Der Kunde“ von 1929, angeboten für 500 Euro durch das Rote Antiquariat.

Am anderen Ende des Spektrums steht das sogenannte „Buch für die Ewigkeit“ um 1600: [Oertl, Hieronymus]. Der christlich Glaube Mit Gottseligen christlichen und hoch tröstlichen Gebeten…, veranschlagt mit 295.000 Euro bei Inlibris – Kotte. Zwischen diesen Polen entfaltet sich jene Spannweite, die den Charakter der Messe prägt.

Beispielhaft für diese Vielfalt stehen unter anderem Bewer, Stuttgart mit Heinrich Ehmsens Aufstand, Ölgemälde auf Holz von 1919 für 2.400 Euro, sowie Im Baldreit, Baden-Baden mit Karl Hans Strobel, Der Orchideengarten. Phantastische Blätter, alle 54 Hefte der Zeitschrift. KaraJahn, Berlin präsentiert eine Karl-May-Sammlung aus dem Besitz von Dr. Klaus Hoffmann sowie 67 Autographen von Karl und Klara May (1897–1909). Florisatus, Den Haag zeigt zwei Höhepunkte der deutschen Jugendstil-Ernst-Ludwig-Presse, während Manuscryptum, Berlin mit einer mobilen Abhöranlage der DDR-Staatssicherheit von 1979 einen ungewöhnlichen historischen Akzent setzt.

Bewer, Stuttgart Heinrich Ehmsen. Aufstand. Ölgemälde auf Holz. 1919. 2.400,–
Im Baldreit, Baden-Baden, Strobel, Karl Hans. Der Orchideengarten. Phantastische Blätter aller 54 Hefte der Zeitschrift 4.800,-
Bewer, Stuttgart Heinrich Ehmsen. Aufstand. Ölgemälde auf Holz. 1919. 2.400,– • Im Baldreit, Baden-Baden, Strobel, Karl Hans. Der Orchideengarten. Phantastische Blätter aller 54 Hefte der Zeitschrift 4.800,- – Mit freundlicher Genehmigung von: petrabewer / Architektur-Antiquariat Petra Bewer
KaraJahn, Berlin  Karl May: Sammlung Dr. Klaus Hoffmann: seit 1987 wissenschaftlichen Leiter des Karl-May-Museums Radebeul. 20.000,- / 67 Autographen von Karl  und Klara May (1897–1909). 32.000,-
Florisatus, den Haag Zwei Höhepunkte der deutschen Jugendstil-Ernst Ludwig Presse: Das Buch Esther, übersetzt von Dr.Martin Luther.  1.200,-  / Das Hohe Lied von Salomon  750,-
Manuscryptum, Berlin DDR – Stasi. Mobile Abhöranlage: („Universalspeicheranlage“) des Ministeriums für Staatsssicherheit. 1979. Handkoffer 1.800,–
KaraJahn, Berlin Karl May: Sammlung Dr. Klaus Hoffmann: seit 1987 wissenschaftlichen Leiter des Karl-May-Museums Radebeul. 20.000,- / 67 Autographen von Karl und Klara May (1897–1909). 32.000,- • Florisatus, den Haag Zwei Höhepunkte der deutschen Jugendstil-Ernst Ludwig Presse: Das Buch Esther, übersetzt von Dr.Martin Luther. 1.200,- / Das Hohe Lied von Salomon 750,- • Manuscryptum, Berlin DDR – Stasi. Mobile Abhöranlage: („Universalspeicheranlage“) des Ministeriums für Staatsssicherheit. 1979. Handkoffer 1.800,– – Mit freundlicher Genehmigung von: petrabewer / Architektur-Antiquariat Petra Bewer

Weitere Höhepunkte sind George, Stefan. Eigenhändiger Briefumschlag, adressiert an Herrn / Dr. Karl Wolfskehl bei Osthoff, Würzburg, sowie Brecht, Bertolt. Furcht und Elend des III. [Dritten] Reiches, London 1938, Andruckexemplar, II. Korrektur, angeboten von Markov, Bonn. Ergänzt wird das Spektrum durch eine seltene polyedrische Sonnenuhr aus dem frühen 18. Jahrhundert bei De ROO, Zwijndrecht, und Heym, Georg / Ernst Ludwig Kirchner: Umbra Vitae mit 47 Holzschnitten bei Fetzer, Wien.

Osthoff, Würzburg George, Stefan. Eigenhändiger Briefumschlag, adressiert an Herrn / Dr. Karl Wolfskehl. 1200,-
Markov, Bonn Brecht, Bertolt. Furcht und Elend des III. [Dritten] Reiches. 27 Szenen. London, Malik 1938.  Andruckexemplar, II. Korrektur. 24.000,–
Osthoff, Würzburg George, Stefan. Eigenhändiger Briefumschlag, adressiert an Herrn / Dr. Karl Wolfskehl. 1200,- • Markov, Bonn Brecht, Bertolt. Furcht und Elend des III. [Dritten] Reiches. 27 Szenen. London, Malik 1938. Andruckexemplar, II. Korrektur. 24.000,– – Mit freundlicher Genehmigung von: petrabewer / Architektur-Antiquariat Petra Bewer
De ROO, Zwijndrecht Beringer, David. Seltene polyedrische Sonnenuhr! Nürnberg,  frühes 18. Jhdt.  3.500,–
Fetzer, Wien Heym, Georg und Ernst Ludwig Kirchner: Umbra Vitae.  Nachgelassene Gedichte. Mit 47 Holzschnitten von Ernst Ludwig Kirchner.  9.600,-
De ROO, Zwijndrecht Beringer, David. Seltene polyedrische Sonnenuhr! Nürnberg, frühes 18. Jhdt. 3.500,– • Fetzer, Wien Heym, Georg und Ernst Ludwig Kirchner: Umbra Vitae. Nachgelassene Gedichte. Mit 47 Holzschnitten von Ernst Ludwig Kirchner. 9.600,- – Mit freundlicher Genehmigung von: petrabewer / Architektur-Antiquariat Petra Bewer

Der vollständige Messekatalog wird ab Mitte Dezember online einsehbar sein und parallel als Printausgabe verschickt. Die digitale Version ist unter www.antiquaria-ludwigsburg.de sowie https://antiquaria-ludwigsburg.de/katalog abrufbar und erlaubt bereits vor Messebeginn einen konzentrierten Blick auf das Angebot.

Ein weiterer Höhepunkt des Eröffnungstages ist die Verleihung des 31. Antiquaria-Preises am Abend des 22. Januar 2026 im Podium der Musikhalle. Die Auszeichnung geht an die Illustratorin, Buchgestalterin und Autorin Rotraut Susanne Berner, deren Werk die Verbindung von Buchkunst, Illustration und erzählerischer Klarheit exemplarisch verkörpert.

Getragen wird die Antiquaria von einer Organisation, die auf kollektive Erfahrung setzt. Mit Unterstützung eines engagierten Arbeitskollektivs und Kompetenzteams – darunter Daniel Osthoff, Thomas Held, Peter Jakobeit, Katharina und Raimund Seidel, Marianne Held, Regina Kurz, Michael Solder und Bernhard Volkert – bleibt die Antiquaria auch im Jubiläumsjahr das, was sie immer war: ein Ort der Begegnung, des Austauschs und der gelebten Buchkultur.

So versteht sich die 40. Antiquaria nicht als Rückschau allein, sondern als selbstbewusster Blick nach vorn – getragen von Erfahrung, Vielfalt und der Überzeugung, dass Buchkultur Gegenwart bleibt.

Tags: Antiquariatsmesse, Antiquarische Bücher, Autographen, Ephemera, Grafik, Graphiken, Antiquarische Bücher, Bücher, Buchkultur

Donnerstag, 22. Januar 2026
„Eröffnungstag mit Abendveranstaltung und Verleihung des Antiquaria-Preises“

Freitag, 23. Januar 2026
„Messe geöffnet für Besucher“

Samstag, 24. Januar 2026
„Messe geöffnet für Besucher“