Blick in die Messehalle mit zeitgenössischer Malerei, Skulpturen und Besuchern
Blick in die Messehalle mit zeitgenössischer Malerei, Skulpturen und Besuchern – Mit freundlicher Genehmigung von: ZSONAMACO / ZSONA MACO Mexico Arte Contemporaneo

Was: Messe

Wann: 04.02.2026 - 08.02.2026

ZONAMACO ART FAIR 04.02.2026 – 08.02.2026, Mexiko-Stadt (Winter)

Wenn Anfang Februar der Winter über Mexiko-Stadt liegt, verändert sich die Stadt nicht im Tempo, sondern im Ton. Das Licht wird klarer, die Luft trockener, die Geräusche präziser. Vom 4. bis 8. Februar 2026 verdichtet sich dieser Zustand zu einem kulturellen Höhepunkt, wenn die ZⓈONAMACO erneut ihre Tore öffnet und die Metropole zum Zentrum der lateinamerikanischen Kunstwelt macht.

Seit ihrer Gründung im Jahr 2004 hat sich die Messe als kunsthistorischer und marktbezogener Fixpunkt etabliert. ZONAMACO steht nicht für spektakuläre Gesten, sondern für Kontinuität. Malerei, Fotografie, Desigen, Skulpturen und Antquitäten bilden das Rückgrat der Messe und verweisen zugleich auf eine lange Tradition visueller Kultur in Mexiko, die vom Muralismo bis zu zeitgenössischen, politisch aufgeladenen Positionen reicht. Die Malerei zeigt sich häufig figurativ und narrativ, geprägt von sozialer Wirklichkeit und historischer Erinnerung. Fotografie bewegt sich zwischen dokumentarischer Präzision und konzeptueller Distanz, während Skulptur Raum als gesellschaftlichen Resonanzkörper nutzt und Fragen von Körper, Macht und Materialität verhandelt.

Artistic director Direlia Lazo (La Habana)
Curated by Aimé Iglesias Lukin  (Buenos Aires)
Artistic director Direlia Lazo (La Habana) • Curated by Aimé Iglesias Lukin (Buenos Aires) – Mit freundlicher Genehmigung von: ZSONAMACO / ZSONA MACO Mexico Arte Contemporaneo

Im internationalen Kunstmarkt nimmt ZONAMACO eine vermittelnde Rolle ein. Die Messe ist Brücke zwischen lateinamerikanischen Positionen und globalen Sammlungsinteressen, zwischen institutioneller Aufmerksamkeit und privatem Engagement. Ihre Relevanz liegt nicht im schnellen Abschluss, sondern in der nachhaltigen Sichtbarkeit von Künstlern, deren Arbeiten zunehmend Eingang in internationale Sammlungen und Museumskontexte finden.

GALERÍA DANIEL LIEBSOHN, Mexico City
Tom Swope Gallery, Merida
GALERÍA DANIEL LIEBSOHN, Mexico City • Tom Swope Gallery, Merida – Mit freundlicher Genehmigung von: ZSONAMACO / ZSONA MACO Mexico Arte Contemporaneo

Der Rückblick auf die letzte Ausgabe im Februar 2025 unterstreicht diese Bedeutung. Vom 5. bis 9. Februar 2025 präsentierten rund 200 Galerien aus fast 30 Ländern ihre Programme im Centro Citibanamex. Nach Angaben der Messe besuchten mehrere zehntausend Besucher die Veranstaltung, darunter Sammler, Kuratoren und Museumsvertreter aus Nord- und Südamerika sowie Europa. Prägend war die starke Präsenz lateinamerikanischer Künstler, deren Positionen nicht als regionale Ergänzung, sondern als integraler Bestandteil des internationalen Diskurses wahrgenommen wurden. Die Marktrelevanz zeigte sich weniger in spektakulären Einzelverkäufen als in der nachhaltigen Platzierung von Arbeiten in institutionellen und privaten Sammlungen.

Wenn eines meiner Werke für Aufsehen sorgt, dann ist es vielleicht die Realität selbst, die skandalös ist.“ – Giuseppe Veneziano, zitiert nach Artribune.

Diese Realität ist in Mexiko-Stadt nicht abstrakt, sondern sichtbar. Abseits der bekannten touristischen Achsen entfalten Kunstorte ihre besondere Wirkung. Der Jardín del Arte Sullivan, von lokalen Kulturinstitutionen getragen, zeigt zeitgenössische Malerei und Skulptur unter freiem Himmel und gilt laut Stadtverwaltung als einer der ältesten kontinuierlich bespielten Kunsträume der Stadt. In La Tallera in Cuernavaca, einer von der Fundación Siqueiros betriebenen Institution, wird das Erbe des Muralismo in einen zeitgenössischen Kontext überführt. Casa Gilardi, dokumentiert durch Architekturpublikationen wie Arquine, verbindet Kunst, Farbe und Raum auf einzigartige Weise. Der Museo Anahuacalli, gegründet von Diego Rivera, wird heute von der Fundación Diego Rivera betreut und zeigt, wie präkolumbianische Kunst und moderne Architektur ineinandergreifen. Ergänzt wird diese Landschaft durch unabhängige Projekträume wie Biquini Wax EPS, die laut internationalen Kunstmagazinen als wichtige Plattform für experimentelle zeitgenössische Positionen gelten.
 

Jacob Gils - Brooklyn #2, inthegallery.com Kopenhagen
SAENGER GALERÍA
Jacob Gils - Brooklyn #2, inthegallery.com Kopenhagen • SAENGER GALERÍA – Mit freundlicher Genehmigung von: ZSONAMACO / ZSONA MACO Mexico Arte Contemporaneo

Auch jenseits der Ausstellungsräume setzt sich der kulturelle Dialog fort. In Cafés und Restaurants, die seit Jahrzehnten Teil des urbanen Alltags sind, wird Kunst nicht inszeniert, sondern verhandelt. Im Café El Jarocho in Coyoacán gehört starker Kaffee zur täglichen Routine von Künstlern und Studenten, während das historische Café La Habana als Treffpunkt von Intellektuellen und Journalisten gilt. Das Café Toscano nahe dem historischen Zentrum bietet einen ruhigen Ort für Gespräche abseits des Messetrubels, die Panadería Rosetta verbindet handwerkliche Präzision mit zeitgenössischer Küche, und El Cardenal steht für eine mexikanische Gastronomie, die Qualität und Zugänglichkeit vereint. Ergänzt wird diese kulinarische Landschaft durch La Casa de Toño, wo traditionelle Gerichte zu moderaten Preisen serviert werden und der Alltag der Stadt spürbar bleibt.

SAENGER GALERÍA, Mexico City
SAENGER GALERÍA, Mexico City – Mit freundlicher Genehmigung von: ZSONAMACO / ZSONA MACO Mexico Arte Contemporaneo

So wird die ZONAMACO Art Fair 2026 nicht nur zur Messe, sondern zu einem kulturellen Zustand. Mexiko-Stadt zeigt sich in diesen Wintertagen als Ort, an dem Kunst, Markt und gesellschaftliche Realität untrennbar miteinander verbunden sind. Für wenige Tage im Februar wird sichtbar, warum diese Metropole längst mehr ist als ein regionales Zentrum – sie ist ein internationaler Referenzpunkt zeitgenössischer Kunst.

Tags: Malerei, Fotografie, Desgin, Antiquitäten, Skulpturen, Zeitgenössische Kunst, Kunstmarkt, Figurative Kunst, Konzeptkunst, Gegenwartskunst

Der öffentliche Zugang zur ZⓈONAMACO Art Fair 2026 beginnt am Mittwoch, dem 4. Februar, mit der Eröffnung von 17:00 bis 20:00 Uhr. An den darauffolgenden Tagen, Donnerstag, dem 5. Februar, und Freitag, dem 6. Februar, ist die Messe jeweils von 13:00 bis 20:00 Uhr geöffnet. Am Samstag, dem 7. Februar, können Besucher die Ausstellung von 12:00 bis 20:00 Uhr besichtigen, während der letzte Messetag, Sonntag, der 8. Februar, von 11:00 bis 18:00 Uhr geöffnet ist.