Der Rückblick auf die letzte Ausgabe im Februar 2025 unterstreicht diese Bedeutung. Vom 5. bis 9. Februar 2025 präsentierten rund 200 Galerien aus fast 30 Ländern ihre Programme im Centro Citibanamex. Nach Angaben der Messe besuchten mehrere zehntausend Besucher die Veranstaltung, darunter Sammler, Kuratoren und Museumsvertreter aus Nord- und Südamerika sowie Europa. Prägend war die starke Präsenz lateinamerikanischer Künstler, deren Positionen nicht als regionale Ergänzung, sondern als integraler Bestandteil des internationalen Diskurses wahrgenommen wurden. Die Marktrelevanz zeigte sich weniger in spektakulären Einzelverkäufen als in der nachhaltigen Platzierung von Arbeiten in institutionellen und privaten Sammlungen.
„Wenn eines meiner Werke für Aufsehen sorgt, dann ist es vielleicht die Realität selbst, die skandalös ist.“ – Giuseppe Veneziano, zitiert nach Artribune.
Diese Realität ist in Mexiko-Stadt nicht abstrakt, sondern sichtbar. Abseits der bekannten touristischen Achsen entfalten Kunstorte ihre besondere Wirkung. Der Jardín del Arte Sullivan, von lokalen Kulturinstitutionen getragen, zeigt zeitgenössische Malerei und Skulptur unter freiem Himmel und gilt laut Stadtverwaltung als einer der ältesten kontinuierlich bespielten Kunsträume der Stadt. In La Tallera in Cuernavaca, einer von der Fundación Siqueiros betriebenen Institution, wird das Erbe des Muralismo in einen zeitgenössischen Kontext überführt. Casa Gilardi, dokumentiert durch Architekturpublikationen wie Arquine, verbindet Kunst, Farbe und Raum auf einzigartige Weise. Der Museo Anahuacalli, gegründet von Diego Rivera, wird heute von der Fundación Diego Rivera betreut und zeigt, wie präkolumbianische Kunst und moderne Architektur ineinandergreifen. Ergänzt wird diese Landschaft durch unabhängige Projekträume wie Biquini Wax EPS, die laut internationalen Kunstmagazinen als wichtige Plattform für experimentelle zeitgenössische Positionen gelten.