Art Baden Kunstmesse verwandelt die historischen Räumlichkeiten des Casino Baden im Hochsommer in eine Bühne des kalkulierten Wagnisses – Kunst als kalkuliertes Risiko, Markt als Bühne, Sommer als Ausnahmezustand.
Dass dieses Setting funktionieren kann, zeigt ein Blick nach Belgien: Die Knokke Art Fair feierte im August 2025 ihr 50-jähriges Jubiläum im Grand Casino Knokke. Eine Kunstmesse im Casino ist also kein Zufall, sondern kann zur langfristigen Erfolgsgeschichte werden.
Während der Kunstmarkt traditionell im Frühling und Herbst pulsiert, setzt der Galerist Christopher Lane bewusst auf die Hitze des Sommers. Seine Vision: Baden bei Wien soll zur internationalen Bühne werden. Immer wieder hat Lane neue extravagante Ideen, wie er dem Badener Kulturraum Impulse geben kann. Diesmal steht die Entwicklung und Etablierung der ersten international besetzten Kunstmesse auf seiner Agenda. Sie findet heuer erstmals vom 24. bis 26. Juli im Casino Baden statt.
„Ich möchte mit der Art Baden zeitgenössische Kunst und historische Architektur verbinden“, erklärt der Galerist und Architekt. Die neue Messe sieht sich als sommerliches Highlight in einer eher kulturell schwachen Zeit.
Lane verlässt mit diesem Projekt bewusst den gewohnten Messekalender und setzt einen Kontrapunkt zu etablierten Kunstterminen im Frühjahr und Herbst. Gerade die Sommerpause wird zum strategischen Raum. Ein Kunst-Retreat, eine bewusste Verlangsamung, ein Moment der Konzentration auf den Kern der Kunst – fern vom saisonalen Gedränge.
Mit der Terminwahl verfolgt Lane ein klares Kalkül. „Eine Woche nach der Eröffnung der Salzburger Festspiele, ist es die beste Zeit, um ein internationales Publikum anzulocken.“ Baden soll vom Zwischenstopp zum Ziel werden. Der royale Kurstadt-Charakter, die Nähe zu Wien und das architektonische Ambiente bilden den Rahmen für diesen Anspruch.
Der internationale Auftritt beginnt mit einem „Call for Application“, der global ausgeschrieben wird. Nationale und internationale Galeristen und Künstler sollen ebenso angesprochen werden wie ein internationales Publikum. Die Art Baden positioniert sich damit von Beginn an nicht als regionale Veranstaltung, sondern als ambitioniertes Format mit europäischem Horizont.
„Gerade in Zeiten der Veränderung, wo Kunstmessen kommen und gehen, hat Baden die besten Voraussetzungen, dass hierher verstärkt Künstler und Galeristen kommen“, ist Lane überzeugt. Und er formuliert das Ziel klar: „Zirka 40 Galerien können sich hier präsentieren. Baden soll zu einer bedeutenden Plattform für den Austausch zwischen Künstlern, Galeristen, Sammlern und Besuchern werden.“
Bewerbungen sind bis Mitte April möglich, vergünstigte Early-Bird-Tarife gelten noch bis Ende Februar.
Ob aus dieser Premiere eine feste Größe im internationalen Kunstmarkt entsteht, wird sich zeigen. Der Rahmen ist gesetzt, die Dramaturgie bewusst gewählt. Der Hochsommer in Baden könnte zum Experimentierfeld eines neuen Messemodells werden – zwischen Tradition und Aufbruch, zwischen Architektur und Gegenwart, zwischen Risiko und Vision.
Good luck, Art Baden.