Besucher am Stand von Gagosian auf der Frieze Seoul 2025 – Impression zur Kunstmesse Frieze Seoul 2026
Gagosian, Frieze Seoul 2025. Photo by WeCap Studio. Courtesy of Frieze. – Mit freundlicher Genehmigung von: friezelondon / Frieze

Wer: Frieze

Was: Messe

Wann: 02.09.2026 - 05.09.2026

Wenn sich im COEX in Gangnam mehr als 130 Galerien aus 30 Ländern und Regionen versammeln, verwandelt die Frieze Seoul vom 2. bis 5. September 2026 die südkoreanische Metropole für vier Tage in einen der spannendsten Treffpunkte des internationalen Kunstmarktes. Die fünfte Ausgabe der Kunstmesse Seoul verbindet unter der Leitung von Patrick Lee die dynamische koreanische Kunstszene mit Galerien, Künstlern und Sammlern aus aller Welt – und fällt in eine Woche, in der Biennalen, Museen und Galerien die ganze Stadt in Bewegung versetzen.

Damien Hirst, Pill Cabinets – farbige Pillen auf verspiegelten Regalböden bei Gagosian, Frieze Seoul 2026 © Damien Hirst und Science Ltd. Alle Rechte vorbehalten, DACS 2026. Foto: Prudence Cuming Associates Ltd. Courtesy der Künstler und Gagosian
Yoo Youngkuk, „Work“, 1967. Beispiel einer Arbeit des koreanischen Künstlers. Auf der Frieze Seoul 2026 präsentiert Pace Gallery „Work“ von 1989. (c) pacegallery.com
Damien Hirst, Pill Cabinets – farbige Pillen auf verspiegelten Regalböden bei Gagosian, Frieze Seoul 2026 © Damien Hirst und Science Ltd. Alle Rechte vorbehalten, DACS 2026. Foto: Prudence Cuming Associates Ltd. Courtesy der Künstler und Gagosian • Yoo Youngkuk, „Work“, 1967. Beispiel einer Arbeit des koreanischen Künstlers. Auf der Frieze Seoul 2026 präsentiert Pace Gallery „Work“ von 1989. (c) pacegallery.com – Mit freundlicher Genehmigung von: friezelondon / Frieze

Im COEX beginnt dieser Rundgang mit großen Namen. Gagosian widmet Damien Hirst einen eigenen Stand mit Arbeiten aus bekannten Werkgruppen wie den „Pill Cabinets“, „Spin Paintings“ und „Spot Paintings“. Hauser & Wirth bringt Jenny Holzers goldblättrige Arbeit „PROFORM (2026)“ mit Werken von Louise Bourgeois und Lee Lozano zusammen, während Pace Gallery Yoo Youngkuks „Work (1989)“ neben einer neuen elliptischen Glasinstallation von James Turrell und bislang nicht gezeigten Skulpturen von Anicka Yi präsentiert.

Do Ho Suh, Beispiel einer Arbeit des Künstlers. Auf der Frieze Seoul 2026 widmet Lehmann Maupin dem koreanischen Künstler einen eigenen Bereich. (c) lehmannmaupin.com
Do Ho Suh, Beispiel einer Arbeit des Künstlers. Auf der Frieze Seoul 2026 widmet Lehmann Maupin dem koreanischen Künstler einen eigenen Bereich. (c) lehmannmaupin.com – Mit freundlicher Genehmigung von: friezelondon / Frieze

Doch Frieze Seoul richtet den Blick ebenso entschieden auf Korea. Do Ho Suh erhält bei Lehmann Maupin einen eigenen Bereich parallel zu seiner großen Überblicksausstellung im National Museum of Modern and Contemporary Art. Johyun Gallery widmet Lee Bae eine Solopräsentation mit skulpturalen Arbeiten, und bei PKM Gallery trifft Koo Jeong A auf Yun Hyong-keun und ein neues Mosaikglaswerk von Olafur Eliasson. Ota Fine Arts wiederum bringt mit Yayoi Kusamas „Portrait Yayoi-Chan“ von 2014 ein Selbstporträt nach Seoul, dessen verzerrtes Gesicht und symbolische Tränen an Picassos „The Weeping Woman“ erinnern.

Eine Verbindung nach Wien findet sich bei Galerie Kandlhofer, die ihr Debüt auf der Frieze Seoul gibt. So Young Park zeigt eine neue performative Installation, die die Entwicklung der Performancekunst vom Wiener Aktionismus bis zu zeitgenössischen Praktiken nachzeichnet. Ihr gegenüber steht Hermann Nitschs letzte Malaktion – eine Begegnung zwischen österreichischer Kunstgeschichte und der Gegenwart Seouls.

Besucher zwischen Galerien und Kunstwerken auf der Frieze Seoul 2025 im COEX
Besucher zwischen Galerien und Kunstwerken auf der Frieze Seoul 2025 im COEX – Mit freundlicher Genehmigung von: friezelondon / Frieze

Vor den großen Messewänden verdichtet sich die Frieze Seoul zu jenem besonderen Moment, in dem Kunst nicht mehr allein betrachtet wird. Menschen bleiben stehen, rücken näher zusammen, verlieren sich für Augenblicke in Farben, Formen und Details. Zwischen den Besuchern entsteht jene stille gemeinsame Aufmerksamkeit, die selbst inmitten einer internationalen Kunstmesse einen überraschend persönlichen Raum öffnen kann.

Han Youngsoo, Hangang River, Seoul 1956–1963, toned silver gelatin print, 40.6 x 50.8 cm. Courtesy: Han Youngsoo Foundation and BAIK
Han Youngsoo, Hangang River, Seoul 1956–1963, toned silver gelatin print, 40.6 x 50.8 cm. Courtesy: Han Youngsoo Foundation and BAIK – Mit freundlicher Genehmigung von: friezelondon / Frieze

Eine der spannendsten Neuerungen ist „Spotlight“. Die von Wonseok Koh kuratierte Sektion rückt fünfzehn Künstler des 20. Jahrhunderts aus Korea und anderen Ländern in den Mittelpunkt, deren Positionen in westlich geprägten Erzählungen der Kunstgeschichte lange wenig Beachtung fanden. Dazu gehören Han Youngsoo mit Fotografien des Nachkriegs-Seoul, Po Po mit unter politischer Isolation und Zensur in Myanmar entstandenen Arbeiten sowie Karl Otto Götz, dessen Weg vom CoBrA-Umfeld zu einer prägenden Position des europäischen Informel bei Die Galerie vorgestellt wird.

SHIN Sang Ho, Structure and Force – Keramikskulpturen in der Sektion Material Practice der Frieze Seoul 2026
SHIN Sang Ho, Structure and Force – Keramikskulpturen in der Sektion Material Practice der Frieze Seoul 2026 – Mit freundlicher Genehmigung von: friezelondon / Frieze

Mit „Material Practice“ öffnet die Messe einen weiteren Weg durch die Gegenwart. Die erstmals von Hyeyoung Cho kuratierte Sektion bringt Keramik, Textilien, Glas, Metall, Holz und Hanji mit zeitgenössischer Kunst und Design zusammen. Bei Gallery LVS begegnen dem Besucher etwa SHIN Sang Hos Keramikskulpturen aus der Serie „Structure and Force“, in denen traditionelle koreanische Handwerksformen in eine zeitgenössische skulpturale Sprache überführt werden.

Auch „Focus“ verändert 2026 seinen Horizont. Die Sektion für Galerien, die innerhalb der vergangenen zwölf Jahre gegründet wurden, erweitert sich erstmals über Asien hinaus und vereint sechzehn eigens für die Messe entwickelte Solopräsentationen. Damit führt der Rundgang von etablierten Häusern bewusst zu jüngeren Galerien und Künstlern, deren Positionen erst beginnen, sich auf dem internationalen Kunstmarkt zu behaupten.

Rember Yahuarcani, Remember the Territory of My Ancestors, 2024 – KOTARO NUKAGA, Frieze Seoul 2026
Rember Yahuarcani, Remember the Territory of My Ancestors, 2024 – KOTARO NUKAGA, Frieze Seoul 2026 – Mit freundlicher Genehmigung von: friezelondon / Frieze

Die Messe endet dabei nicht an den Türen des COEX. Während der Frieze Week ziehen Ausstellungen, Performances und Veranstaltungen durch Seoul; beteiligt sind unter anderem das Leeum Museum, die SONGEUN Art and Cultural Foundation und das Art Sonje Center. Abende in Euljiro, Hannam, Cheongdam und Samcheong verbinden internationale Besucher mit Galerien, Institutionen und der lokalen Kunstszene.

Frieze Seoul 2026 zeigt damit, wie selbstverständlich Seoul inzwischen zu den internationalen Knotenpunkten zeitgenössischer Kunst gehört: Zwischen koreanischen Positionen, großen Galerien, wiederentdeckten Künstlern und neuen experimentellen Formaten entsteht eine Messe, die Sammler, Museen, Künstler und Galerien aus unterschiedlichen Kunstwelten miteinander ins Gespräch bringt.

Tags: Kunstmesse, Malerei, Skulpturen, Zeitgenössische Kunst, Kunstmarkt, Zeichnungen, Keramik, Textilen, Glas, Metall

2. September 11–19 Uhr nur auf Einladung; 3. September 11–19 Uhr, wobei 11–15 Uhr Einladung und Preview-Tickets vorbehalten sind und ab 15 Uhr das Publikum Zutritt hat; 4. und 5. September jeweils 11–19 Uhr. Veranstaltungsort ist das COEX in Gangnam, Seoul.