Besucher vor zeitgenössischer Kunst auf der Tokyo Gendai 2026 in Yokohama
Besucher vor zeitgenössischer Kunst auf der Tokyo Gendai 2026 in Yokohama – Mit freundlicher Genehmigung von: tokyogendai.com / Angus Montgomery Arts

Was: Messe

Wann: 11.09.2026 - 13.09.2026

Malerei und Skulptur, Arbeiten auf Papier, digitale Welten und schließlich eine einzelne rot gekleidete Figur, die langsam einen nahezu leeren Raum durchquert – die Tokyo Gendai im PACIFICO Yokohama spannt 2026 einen Parcours zwischen internationalem Kunstmarkt und der Vielfalt zeitgenössischer Kunst auf. Die internationale Kunstmesse Yokohama bringt Galerien aus Japan, Asien, Europa und weiteren Regionen zusammen und zeigt, wie selbstverständlich unterschiedliche Generationen, Medien und künstlerische Positionen heute nebeneinander bestehen können.

Pace Gallery in Tokyo, Teilnehmer der Tokyo Gendai 2026
Lauren Quin, Bearings, 2026 – Pace Gallery bei der Tokyo Gendai
Pace Gallery in Tokyo, Teilnehmer der Tokyo Gendai 2026 • Lauren Quin, Bearings, 2026 – Pace Gallery bei der Tokyo Gendai – Mit freundlicher Genehmigung von: tokyogendai.com / Angus Montgomery Arts

Im Zentrum stehen die Galerien mit kuratierten Präsentationen mehrerer Künstler. Unter den Teilnehmern finden sich internationale Häuser wie Pace Gallery ebenso wie Galerien aus Tokyo, Seoul, New York, London, Paris und zahlreichen weiteren Kunstmetropolen. Im PACIFICO Yokohama entsteht damit ein internationaler Dialog, in dem etablierte Namen ebenso ihren Platz finden wie Positionen, die außerhalb ihrer Heimatmärkte erst entdeckt werden können.

Yukino Yamanaka, open, 2025 – Hana „Flower“ bei der Tokyo Gendai 2026, Yukino Yamanaka, open (2025). Courtesy of Artist and CON_
Yukino Yamanaka, open, 2025 – Hana „Flower“ bei der Tokyo Gendai 2026, Yukino Yamanaka, open (2025). Courtesy of Artist and CON_ – Mit freundlicher Genehmigung von: tokyogendai.com / Angus Montgomery Arts

Innerhalb dieses großen Parcours setzt Hana „Flower“ einen eigenen Akzent. Der Bereich konzentriert sich auf Solo- und Gruppenpräsentationen von Künstlern in einer frühen oder mittleren Phase ihrer Laufbahn. Die Messe wird hier zum Ort der Entdeckung: weniger Rückschau auf bereits kanonisierte Positionen als vielmehr die Frage, welche Stimmen in den kommenden Jahren an internationaler Sichtbarkeit gewinnen könnten.

Yukiya Izumita, Sekiso Object, 2024 – Eda „Branch“ bei der Tokyo Gendai 2026, Yukiya Izumita, 積層オブジェ (2024). Courtesy of Ippodo Gallery Tokyo
Yukiya Izumita, Sekiso Object, 2024 – Eda „Branch“ bei der Tokyo Gendai 2026, Yukiya Izumita, 積層オブジェ (2024). Courtesy of Ippodo Gallery Tokyo – Mit freundlicher Genehmigung von: tokyogendai.com / Angus Montgomery Arts

Mit Eda „Branch“ verändert sich die Perspektive. Hier stehen Präsentationen etablierter oder kunsthistorisch bedeutender Künstler im Mittelpunkt. Vergangenheit und Gegenwart begegnen sich nicht als voneinander getrennte Welten, sondern als Teile derselben Erzählung. Gerade dieser Wechsel zwischen jüngeren Positionen und kunsthistorisch verankerten Werken gibt dem Rundgang seinen Rhythmus.

Pablo Picasso, La Pique, 1959 – John Szoke Gallery bei der Tokyo Gendai, Pablo Picasso, La Pique (1959). Courtesy of John Szoke Gallery
Pablo Picasso, La Pique, 1959 – John Szoke Gallery bei der Tokyo Gendai, Pablo Picasso, La Pique (1959). Courtesy of John Szoke Gallery – Mit freundlicher Genehmigung von: tokyogendai.com / Angus Montgomery Arts

Neu hinzu kommt 2026 Miki „Trunk“, ein Bereich für Arbeiten auf Papier. Fotografie, Zeichnung und Druckgrafik rücken damit stärker in den Blick. Inmitten großformatiger Malerei, Skulptur und raumgreifender Arbeiten bekommt das Papier seinen eigenen Ort – und mit ihm jene unmittelbare Nähe zu Linie, Oberfläche und Material, die im großen Messeformat leicht übersehen werden kann.

FAMEME, Fancy Fantasy!, 2024 – Tane „Seed“ bei der Tokyo Gendai 2026, FAMEME, Fancy Fantasy! (2024) © FAMEME. Courtesy Chi-Wen X MOV Collection
FAMEME, Fancy Fantasy!, 2024 – Tane „Seed“ bei der Tokyo Gendai 2026, FAMEME, Fancy Fantasy! (2024) © FAMEME. Courtesy Chi-Wen X MOV Collection – Mit freundlicher Genehmigung von: tokyogendai.com / Angus Montgomery Arts

Noch einmal in eine andere Richtung führt Tane „Seed“. Der Bereich widmet sich digitalen Medien und bringt unter anderem NFTs, Animation, Film, Augmented und Virtual Reality sowie Gaming in den Messekontext. Die Tokyo Gendai öffnet damit den Blick auf Ausdrucksformen, bei denen sich Bild, Film, virtueller Raum und technologische Erfahrung miteinander verbinden.

Doch irgendwann verlässt die Kunst den klassischen Messestand. Sato „Meadow“ ist großformatigen, ortsspezifischen Installationen und Performances gewidmet, die sich über die Messe verteilen. Statt eines abgeschlossenen Sonderbereichs entsteht ein Parcours innerhalb des Parcours: Werke tauchen dort auf, wo sich Besucher zwischen den Galerien bewegen, und verändern für einen Moment Wahrnehmung und Tempo des Rundgangs.

Marina Abramović, Slow Walking, 2026, avatar performance (video), 01:50. Image courtesy of the artist and TAEX.
Marina Abramović, Slow Walking, 2026, avatar performance (video), 01:50. Image courtesy of the artist and TAEX. – Mit freundlicher Genehmigung von: tokyogendai.com / Angus Montgomery Arts

Eine der markantesten Positionen stammt von Marina Abramović. TAEX aus London präsentiert „Slow Walking“, 2026, eine Avatar-Performance auf Video als großformatige LED-Wall-Installation. Die Arbeit führt Bewegung auf eine elementare Handlung zurück: das Gehen. Während Abramović 2026 mit „Balkan Erotic Epic“ auch im Berliner Gropius Bau präsent ist, begegnet sie dem Publikum in Yokohama in einem medial und räumlich völlig anderen Zusammenhang.

Eine einzelne Figur in Rot durchquert die beinahe leere Fläche. Um sie herum scheint der Raum mit jedem Schritt größer zu werden. Wo eine Kunstmesse gewöhnlich von Stimmen, Bildern und Bewegung lebt, entsteht plötzlich Stille – und aus dem langsamen Gehen wird ein Augenblick, der den Rhythmus des Rundgangs verändert.

Von Abramović führt der Weg weiter zu Lawrence Weiner, dessen Textarbeit von TARO NASU präsentiert wird. Bei Kaikai Kiki Gallery begegnet man Mr. mit „That Day's Never-Ending ‘Let's Spend the Night Together’—Off the Chart“, während KOTARO NUKAGA mit Takeshi Yasuras Installation „Garden“ eine weitere räumliche Intervention in „Sato ‘Meadow’“ einbringt. Performance, Sprache und Installation werden so zu Wegmarken zwischen den Galerien.

Auch Umar Rashid, Preisträger des AMA Artist Award 2026, gehört zum Programm. Der in Los Angeles lebende Künstler zeigt neue Arbeiten, die eigens für die Tokyo Gendai entstanden sind. Seine Präsentation in Yokohama ist mit einer weiteren Ausstellungsmöglichkeit bei der India Art Fair verbunden.

Besucher betrachten zeitgenössische Kunst auf der Tokyo Gendai 2026 in Yokohama
Besucher betrachten zeitgenössische Kunst auf der Tokyo Gendai 2026 in Yokohama – Mit freundlicher Genehmigung von: tokyogendai.com / Angus Montgomery Arts

Am Ende liegt die Stärke der Tokyo Gendai gerade in diesen Wechseln: vom konzentrierten Blick auf Papier zur raumgreifenden Installation, von etablierten Künstlern zu neuen Positionen, von Malerei und Skulptur bis zu Performance und digitaler Kunst. Im PACIFICO Yokohama entsteht so eine Kunstmesse, die den internationalen Kunstmarkt nicht nur versammelt, sondern Gegenwartskunst in ihrer medialen und kulturellen Vielfalt erfahrbar macht – und Yokohama für einige Tage zu einem wichtigen Treffpunkt für Galerien, Sammler, Künstler und Institutionen in Asien werden lässt.

Tags: Marina Abramović, Umar Rashid, Lawrence Weiner, Kunstmesse, Zeitgenössische Kunst, Installation, Performance Kunst, Digital Art, Digital-ART, Malerei, Skulpturen, Grafik

Öffnungszeiten und Veranstaltungsort: Tokyo Gendai, 11.–13. September 2026, PACIFICO Yokohama, Exhibition Hall C/D, 1-1-1 Minatomirai, Nishi Ward, Yokohama, Kanagawa 220-0012, Japan. VIP Preview und Vernissage am 10. September 2026. Konkrete tägliche Öffnungszeiten sind in den vorliegenden Presseunterlagen nicht angegeben.