Eine der markantesten Positionen stammt von Marina Abramović. TAEX aus London präsentiert „Slow Walking“, 2026, eine Avatar-Performance auf Video als großformatige LED-Wall-Installation. Die Arbeit führt Bewegung auf eine elementare Handlung zurück: das Gehen. Während Abramović 2026 mit „Balkan Erotic Epic“ auch im Berliner Gropius Bau präsent ist, begegnet sie dem Publikum in Yokohama in einem medial und räumlich völlig anderen Zusammenhang.
Eine einzelne Figur in Rot durchquert die beinahe leere Fläche. Um sie herum scheint der Raum mit jedem Schritt größer zu werden. Wo eine Kunstmesse gewöhnlich von Stimmen, Bildern und Bewegung lebt, entsteht plötzlich Stille – und aus dem langsamen Gehen wird ein Augenblick, der den Rhythmus des Rundgangs verändert.
Von Abramović führt der Weg weiter zu Lawrence Weiner, dessen Textarbeit von TARO NASU präsentiert wird. Bei Kaikai Kiki Gallery begegnet man Mr. mit „That Day's Never-Ending ‘Let's Spend the Night Together’—Off the Chart“, während KOTARO NUKAGA mit Takeshi Yasuras Installation „Garden“ eine weitere räumliche Intervention in „Sato ‘Meadow’“ einbringt. Performance, Sprache und Installation werden so zu Wegmarken zwischen den Galerien.
Auch Umar Rashid, Preisträger des AMA Artist Award 2026, gehört zum Programm. Der in Los Angeles lebende Künstler zeigt neue Arbeiten, die eigens für die Tokyo Gendai entstanden sind. Seine Präsentation in Yokohama ist mit einer weiteren Ausstellungsmöglichkeit bei der India Art Fair verbunden.