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Porträt eines Feldherrn: Gemälde von Friedrich Wilhelm I. kehrt zurück nach Königs Wusterhausen
„So mag es auch mehr als Zufall sein, daß das einzige größere Bildnis, das von unserem Hans Albrecht existiert, vom ,Soldatenkönig‘ selber gemalt wurde.“ Mit diesen Worten würdigte Theodor Fontane in seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg den eigenhändigen Pinselstrich Friedrich Wilhelms I. – ein Zeugnis preußischer Malerei mit Seltenheitswert. Am 5. Oktober 2025, rechtzeitig zum 25-jährigen Jubiläum des Schlossmuseums Königs Wusterhausen, kehrt dieses Werk nun dorthin zurück, wo es seinen geistigen Ursprung nahm.
Das Gemälde zeigt den Generalfeldmarschall Johann Albrecht Graf von Barfus (1634–1704) in der Pose eines klassischen Feldherrn: gerüstet, mit Kommandostab, vor dem Zelt eines Feldlagers. Doch der wahre Wert des Bildes liegt weniger in seiner künstlerischen Finesse als in seiner Herkunft. „Das von Friedrich Wilhelm I. gemalte Bildnis […] besticht weniger durch seine Qualität, ist jedoch ein beredtes Zeugnis königlichen Kunstschaffens.“ Zwischen 1736 und 1738, während seiner Aufenthalte im Jagdschloss Kossenblatt, wandte sich der „Soldatenkönig“ verstärkt der Malerei zu. Inspiriert von Vorlagen und betreut durch Hofmaler wie Antoine Pesne, entstanden rund 80 Gemälde, von denen knapp 40 heute zur Sammlung der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) zählen.
Nach jahrzehntelanger Odyssee kehrt das Bild nun zurück. Nach 1827 gelangte es ins Potsdamer Stadtschloss, später wurde es 1926 an das Haus Hohenzollern abgegeben, dann verkauft und verschwand im Privatbesitz. Erst vor wenigen Jahren konnte es auf einer Auktion von der SPSG zurückerworben werden. Die Restaurierung durch Johanna Thierse und Nina Beck förderte Überraschendes zutage: „Der Kopf des Dargestellten [wurde] noch in der Zeit Friedrich Wilhelms I. ausgeschnitten und später wieder […] zurückgesetzt.“ Eine mysteriöse Entscheidung, die womöglich auf die persönlichen Vorstellungen des Königs zurückgeht.
Heute zeigt sich das Werk konserviert, gefestigt mit Flachsfasern und Einzelfadenverklebung – bereit, erneut Teil der Dauerausstellung im Schloss Königs Wusterhausen zu werden. Dort ergänzt es eine bedeutende Sammlung eigenhändiger Gemälde des Königs, die seit 1863 aus Schloss Kossenblatt stammen. Der Rückkehr des Bildes wird ein festlicher Rahmen geboten: Führungen, ein Wandelkonzert mit Martin Betz und ein Blütentee-Event der preisgekrönten Schülerfirma „Lavendelkinder“ beleben die Schlossinsel.
Das Schloss selbst, nach seiner Nutzung als Kaserne und Behörde in der Nachkriegszeit, wurde ab 1991 umfassend restauriert. Seit 2000 wieder für das Publikum geöffnet, erzählt es die Geschichte Friedrich Wilhelms I., der hier aufwuchs, regierte und jagte. Heute umfasst das Museum 160 Gemälde, darunter Porträts, Jagdszenen und Möbelkunst der Zeit um 1730/40.
„Jedes Jahr kam Friedrich Wilhelm I. im Herbst nach Wusterhausen und widmete sich ausgiebig seiner Jagdleidenschaft.“ Mit dem Barfus-Porträt kehrt nun auch ein Stück dieser Leidenschaft – in Farbe, Gestik und Symbolik – an seinen ursprünglichen Ort zurück. Ein königliches Bild, ein königliches Heim.
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