Innsbruck, 30. September 2025 – Die 29. Ausgabe der ARTfair Innsbruck (24.–26. Oktober 2025, Olympiaworld) widmet sich in diesem Jahr mit besonderem Schwerpunkt der Skulptur. Eine neu gestaltete Hallenplanung eröffnet großzügige Präsentationsflächen, die plastische Werke eindrucksvoll und in ihrer ganzen räumlichen Dimension erfahrbar macht.
„Die räumliche Umgestaltung der Messehalle erlaubt es, Skulpturen in großzügigen Abständen und mit gezielt gesetzten Sichtachsen zu platzieren. Dadurch entsteht ein Wechselspiel zwischen Nähe und Distanz, zwischen der Erfahrung einzelner Objekte und dem Gesamtbild einer plastisch geprägten Kunstlandschaft. Für Künstlerinnen bedeutet dies neue Freiheit, für Besucherinnen ein intensiveres Erleben.“
Vier österreichische Positionen stehen exemplarisch für die Vielfalt zeitgenössischer Skulptur: Peter Schneeberger, Philomena Pichler, James Middleton und Patrizia Karg. Präsentiert durch GALARTERY fine art und artroom21.the art project show, zeigen sie Arbeiten, die in Material, Ausdruck und Formensprache deutliche Akzente setzen.
Peter Schneeberger entwickelt Skulpturen aus der spannungsvollen Verbindung von Holz, Metall und Leder. Er arbeitet bewusst mit den Eigenheiten der Materialien – „der Wärme und organischen Struktur des Holzes, der Härte und Präzision des Metalls“ – und schafft Werke, die zwischen Abstraktion und figürlicher Andeutung oszillieren.
Philomena Pichler bewegt sich im Spannungsfeld von Naturformen und konstruktiver Klarheit. Ihre Arbeiten erforschen Gleichgewicht, Bewegung und innere Spannung, oft mit einer poetischen Leichtigkeit, die Körperlichkeit und Transparenz verbindet.
James Middleton arbeitet stark raumbezogen. Seine plastischen Arbeiten entfalten sich durch klare Formen und ein sensibles Gespür für Proportion und Maß. Die Skulpturen treten in einen Dialog mit ihrer Umgebung und machen den Raum selbst zum Bestandteil des Werkes.
Patrizia Karg verbindet expressiven Gestus mit der Suche nach symbolischen Bildwelten. Sie setzt auf Farbigkeit, Materialvielfalt und eine starke emotionale Präsenz, die ihre Skulpturen zu energetischen Brennpunkten innerhalb der Ausstellung macht.
Weitere Künstler wie Winfried Platzgummer aus Österreich, Renate Polzer und Herbert Saller aus Deutschland runden den Schwerpunkt Skulptur perfekt ab.
Die Kunstmesse verknüpft zugleich Gegenwart mit kunsthistorischer Reflexion. „Die Skulptur zählt zu den ältesten Gattungen der Kunstgeschichte: von den ersten figürlichen Darstellungen der Altsteinzeit über die griechisch-römische Antike bis hin zu den sakralen Skulpturen des Mittelalters.“ In der Renaissance erreichte sie eine neue Blüte, als Michelangelo das Menschenbild in idealisierter Form ins Zentrum rückte.
Im 20. Jahrhundert setzte ein fundamentaler Wandel ein: Brancusi reduzierte Formen auf das Elementare, Henry Moore erforschte Masse und Leere, während zeitgenössische Ansätze Alltagsmaterialien, Bewegung und Licht integrierten. Heute ist Skulptur „mehr als ein statisches Objekt: Sie versteht sich als körperliche Erfahrung im Raum, fordert die aktive Wahrnehmung des Publikums heraus und schafft ein intensives Zusammenspiel von Material, Form und Bewegung.“
Genau dieses Verständnis prägt auch die diesjährige ARTfair Innsbruck 2025, die Skulptur als lebendige und zukunftsweisende Kunstform ins Zentrum stellt.