Wolkersdorf im Weinviertel steht im Jahr 2026 erneut im Zeichen der Fotografie. Der 2. Elfriede-Mejchar-Preis für Fotografie wird vom 30. Mai bis 12. Juli 2026 im Rahmen einer Ausstellung im Schloss Wolkersdorf verliehen. Damit setzt sich die noch junge, aber bereits bedeutende Tradition fort, die das fotografische Erbe von Elfriede Mejchar lebendig hält.
Der Preis wurde 2023 von den Erben Susanne Gamauf, Charlotte Gohs, Fritz Simak, Katalin und Robert Zahornicky ins Leben gerufen, um Kunst und Kultur zu fördern und zugleich das Werk dieser außergewöhnlichen Fotografin in Erinnerung zu bewahren. „Mit dem Elfriede-Mejchar-Preis für Fotografie sollen im Geiste von Elfriede Mejchar alle jene Fotografinnen und Fotografen ermutigt und gewürdigt werden, die das medienspezifisch Eigentliche der Fotografie ins Zentrum ihrer fotografischen Arbeit stellen“, heißt es in der Ausschreibung.
Das Stipendium ist mit 7.000 Euro dotiert und wird im Zweijahresrhythmus vergeben. Eine vierköpfige Jury wählt die Preisträgerin oder den Preisträger aus den eingereichten Arbeiten aus. In diesem Jahr entscheiden Nela Eggenberger, Alexandra Schantl, Fritz Simak und Peter Zawrel über die Vergabe.
Bereits 2024 wurde der erste Elfriede-Mejchar-Preis im Rahmen der Ausstellung „Elfriede Mejchar. Grenzgängerin der Fotografie“ in der Landesgalerie Niederösterreich an Lisa Rastl verliehen. Bis 2036 ist die Vergabe des Preises gesichert – ein starkes Signal für die Nachhaltigkeit dieser Initiative.
Elfriede Mejchar (1924–2020) zählt zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der österreichischen Fotografie. Sie erhielt erst spät die gebührende Anerkennung, ausgezeichnet unter anderem mit dem Würdigungspreis für künstlerische Fotografie des Bundeskanzleramts (2002), dem Würdigungspreis des Landes Niederösterreich (2004) sowie dem Preis der Stadt Wien für Bildende Kunst. 2013 schenkte sie ihr Gesamtwerk dem Land Niederösterreich, das die Aufgabe übernahm, dieses einzigartige Œuvre zu sichern und zugänglich zu machen.
Ihre Haltung zur Fotografie brachte sie mit einem Satz auf den Punkt: „Ich bin keine Künstlerin, ich bin Fotografin.“ Für Mejchar war Fotografie kein Mittel zum Bildwerk, sondern Ausdruck des Wesentlichen des Mediums selbst. Unaufgeregt, ohne inszenierte Eingriffe, hielt sie das Alltägliche fest und öffnete damit das Feld der Imagination.
Bewerbungen für den 2. Elfriede-Mejchar-Preis sind vom 1. bis 25. Oktober 2025 möglich. Teilnahmeberechtigt sind Fotografinnen und Fotografen mit österreichischer Staatsbürgerschaft oder einem seit mindestens drei Jahren bestehenden Wohnsitz in Österreich. Die Einreichung erfolgt ausschließlich digital über die Website www.elfriede-mejchar-fotopreis.at.
Mit dem Preis wird nicht nur die Erinnerung an eine große Persönlichkeit der österreichischen Fotografie bewahrt, sondern zugleich ein Forum für die Zukunft des Mediums geschaffen. Schloss Wolkersdorf wird im Sommer 2026 zum Treffpunkt für jene, die das Wesen der Fotografie ins Zentrum stellen.