Rotraut Susanne Berner © Manu Theobald
Rotraut Susanne Berner © Manu Theobald – Mit freundlicher Genehmigung von: petrabewer / Architektur-Antiquariat Petra Bewer

Was: Presse

Wann: 22.01.2026

Rotraut Susanne Berner erhält den 31. Antiquaria-Preis für Buchkultur 2026. Die renommierte Illustratorin, Buchgestalterin und Autorin wird am 22. Januar 2026 im Rahmen der 40. Antiquariatsmesse Ludwigsburg ausgezeichnet. Die feierliche Preisverleihung findet um 20.15 Uhr im Podium der traditionsreichen Musikhalle Ludwigsburg statt. Träger der Veranstaltung sind der Verein Buchkultur e.V., die Stadt Ludwigsburg und die Wiedeking Stiftung Stuttgart.

Die Laudatio hält Martin Bauer, Mitglied der Kollegforschungsgruppe Applied Humanities: Genealogy and Politics an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Seit vier Jahrzehnten gilt die Antiquariatsmesse Ludwigsburg als einer der wichtigsten Treffpunkte des deutschsprachigen Antiquariatswesens. Sie vereint Händler, Sammler und Liebhaber des gedruckten Wortes, schafft Raum für Begegnungen und würdigt zugleich die Vielfalt der Buchkunst.

Den passenden Rahmen bietet die Musikhalle Ludwigsburg, ein Meisterwerk des Historismus, erbaut 1889/90 nach den Entwürfen von Adolf Lehnacker. Gestiftet vom Fabrikanten Hermann Franck, verbindet der Bau Backsteinarchitektur und Werksteindetails mit eleganter Festsaalatmosphäre. Holzvertäfelungen, Stuck und gedämpftes Licht verleihen dem Raum eine feierliche Würde – seit über einem Jahrhundert Schauplatz für Konzerte, Lesungen und Preisverleihungen.

Begründung der Jury:
„Den 31. Antiquaria-Preis zur Förderung der Buchkultur hat die Jury Rotraut Susanne Berner zuerkannt. Die 1948 in Stuttgart geborene Illustratorin, Buchgestalterin und Autorin hat mit unverwechselbarem zeichnerischem Duktus ein umfangreiches Kinderbuch-Œuvre geschaffen, darunter Bestseller wie die Wimmelbücher und die Karlchen-Geschichten. Daneben entstanden zahlreiche Bilder und Umschläge für Titel von Sylvia Plath und Luigi Malerba, Julien Green und Charles Bukowski, Helmut Eisendle und H. M. Enzensberger – ein Kontinuum der Fülle origineller Illustrationskunst. Manches hat sie zu der Reihe Die tollen Hefte (erst im MaroVerlag, dann in der Büchergilde Gutenberg) beigetragen, deren Herausgeberschaft sie von 2013 bis 2019 übernahm. Beispielhaft mag das Heft 11 sein, die kenntnisreich ausgewählte Anthologie Leib- und Magengedichte von Artmann bis Zürn von 1996, in der sie jedem Text eine eigenwillige Grafik beigibt. Für ihre über Jahrzehnte erfolgreiche Illustrationskunst, mit der sie viele unterschiedliche Textarbeiten begleitet hat, wird Rotraut Susanne Berner der Antiquaria-Preis 2026 zuerkannt.“

Rotraut Susanne Berner, 1948 in Stuttgart geboren, studierte Grafik-Design in München und widmete sich nach Lehrjahren im Verlag in den 70er und 80er Jahren zunehmend der Illustration. Seit 1977 arbeitet sie als freischaffende Illustratorin und Autorin. Sie wurde bekannt durch ihre Bildergeschichten ohne Worte, die jahreszeitlichen Wimmelbücher und die Karlchen-Bücher. 2006 erhielt sie den Sonderpreis für Illustration des Deutschen Jugendliteraturpreises, 2009 den Schwabinger Kunstpreis und 2016 die Hans-Christian-Andersen-Medaille. Nach dem Tod ihres Mannes Armin Abmeier 2012 übernahm sie die Herausgeberschaft der Reihe Die Tollen Hefte bis Heft 50 und führte seine Tolle Galerie bis 2014 fort.

Zu ihren bekanntesten Bucharbeiten zählen Hans Magnus Enzensbergers „Der Zahlenteufel“ (C. Hanser Verlag), Jürg Schubigers „Als die Welt noch jung war“ (Beltz & Gelberg) und „Als der Tod zu uns kam“ (Peter Hammer Verlag), Angelika Nußbergers „Frei und gleich. Die Menschenrechte“ (C.H. Beck), Wolfdietrich Schnurres „Die Prinzessin kommt um vier“ (Aufbau Verlag) sowie ihre eigenen „Frühling-Sommer-Herbst-Winter-Nacht-Wimmelbücher“ (Gerstenberg Verlag). Ebenso prägend sind die „Karlchen“-Bücher (C. Hanser Verlag), „Dunkel war’s, der Mond schien helle“ mit Edmund Jacoby (Gerstenberg Verlag), „Einfach Alles. Die Wortschatzkiste“ (Klett Kinderbuchverlag), „Märchencomics“ (Jacoby und Stuart), „Die Zauberlaterne“ von Wolfheinrich von der Mülbe (Büchergilde Gutenberg) und Franz Hohlers „Wenn ich mir etwas wünschen könnte“ (C. Hanser Verlag).

Der Antiquaria-Preis für Buchkultur wird seit 1995 vom Verein Buchkultur e.V. vergeben, der 1994 von den Ausstellern der Antiquariatsmesse Ludwigsburg gegründet wurde. Mitstifter sind die Stadt Ludwigsburg (seit 1997) und die Wiedeking Stiftung Stuttgart (ab 2017). Der mit 10.000 Euro dotierte Preis ehrt herausragende Leistungen aus Verlagswesen, Buchwissenschaft, Drucktechnik, Buchkunst und Schriftgraphik.

Der Verein steht unter dem Vorsitz von Petra Bewer (Gänsheidestraße 69, 70184 Stuttgart, www.antiquaria-preis.de).
Zur Jury 2026 gehören Irene Ferchl, Dr. Bernhard Fischer, Joachim Kalka, Sabine Keune, Rainer Leippold, Akka von Lucius, Renate Schmetz und Daniel Osthoff.

Unter den bisherigen Preisträgern finden sich so bedeutende Namen wie Günter Karl Bose (2025), Evelin Förster (2023), Patrick Rössler (2022), Christoph Meckel (2020), Friedrich Forssman (2017), Jürgen Holstein (2006) und die Büchergilde Gutenberg (1996) – ein Panorama bibliophiler Exzellenz, das die Vielseitigkeit und Tiefe des literarischen Handwerks in Deutschland eindrucksvoll widerspiegelt.

Die Musikhalle Ludwigsburg, deren Architektur die Eleganz des 19. Jahrhunderts atmet, bildet den idealen Rahmen für diesen Abend der Buchkultur – ein Ort, an dem Kunst, Sprache und Geschichte in feiner Harmonie zusammenfinden.

Tags: Rotraut Susanne Berner, Bücher, Illustration, Autor, Grafik, Bibliophile

22. Januar 2026 im Rahmen der 40. Antiquariatsmesse Ludwigsburg