Skulptur von Ben Nicholson
Skulptur von Ben Nicholson – Mit freundlicher Genehmigung von: zofingen / Auktionshaus Zofingen

Was: Presse

Wann: 30.11.2025

Auktionshaus Zofingen – Herbstauktion 2025: Von einem alten Hocker zu einem Meisterwerk der Moderne

Zofingen, November 2025 – Es sind diese Momente, in denen Geschichte, Leidenschaft und Zufall zu einem Ereignis verschmelzen. Die Herbstauktion 2025 im Auktionshaus Zofingen bot nicht nur eine beeindruckende Auswahl an Kunst, Design und Raritäten – sie schrieb selbst ein Stück Auktionsgeschichte. Zwei Objekte aus dem Nachlass des Schweizer Künstlers Hans Erni sorgten dabei für Aufsehen: ein unscheinbarer Hocker und eine bislang unbekannte Skulptur von Ben Nicholson.

Ein alter, stark gebrauchter Hocker erzielte am zweiten Auktionstag beinahe 35’000 Franken (inkl. Aufgeld) – bei einem Schätzpreis von nur 3’000 Franken. Was auf den ersten Blick wie ein gewöhnliches Möbelstück wirkte, entpuppte sich als designhistorisches Juwel: eine frühe Ausführung eines Modells von Le Corbusier, Charlotte Perriand und Pierre Jeanneret aus den frühen 1930er-Jahren. Ein Original, das in dieser Form nur äußerst selten auftaucht. Die Provenienz verlieh dem Stück zusätzlichen Glanz – der Hocker stand jahrzehntelang im Atelier von Hans Erni und diente ihm als Arbeitsmöbel. Ein Zeugnis gelebter Kunstgeschichte.

Noch größere Spannung galt jedoch der Versteigerung einer Skulptur von Ben Nicholson. Das Werk aus dem Jahr 1936, ebenfalls aus Ernis Nachlass, war erstmals öffentlich zu sehen. Es gilt als absolute Rarität, denn Arbeiten aus Nicholsons entscheidender Schaffensphase der 1930er-Jahre befinden sich fast ausschließlich in bedeutenden Museen wie der Tate oder dem MoMA. In Zofingen bot sich Sammlern die einmalige Gelegenheit, ein Werk von internationalem Rang zu erwerben. Der Hammer fiel bei 360’000 Franken, mehr als das Vierfache des Schätzpreises von 80’000 Franken – der Gesamtpreis inklusive Aufgeld überstieg 440’000 Franken. Ein Triumph für das Haus und für die Liebhaber der modernen Kunst.

Le-Corbusier-Hocker aus dem Atelier von Hans Erni
Le-Corbusier-Hocker aus dem Atelier von Hans Erni – Mit freundlicher Genehmigung von: zofingen / Auktionshaus Zofingen

Insgesamt kamen während der dreitägigen Auktion rund 2’500 Objekte zum Aufruf, mit einem Gesamtumsatz von über 4,5 Millionen Franken. Im Durchschnitt lagen die Zuschläge 53,9 Prozent über der Schätzung – ein beachtliches Ergebnis in einem herausfordernden Marktumfeld. Für Unentschlossene bleibt Zeit: Die wenigen unverkauften Lose sind vom 2. bis 12. Dezember 2025 im Nachverkauf erhältlich.

„Die Verkaufsquote liegt bei 80 Prozent. Wir sind sehr zufrieden“, bilanziert Sander Jongbloed, Co-Geschäftsführer des Auktionshaus Zofingen. Ein besonderer Höhepunkt sei zweifellos die Skulptur von Nicholson: „Auch für uns ist ein solcher Fund nicht alltäglich. Dass ein Werk von dieser musealen Bedeutung fast 80 Jahre lang völlig diskret als Freundschaftsbeweis bei Hans Erni stand, macht die Geschichte einzigartig. Solche Raritäten der Moderne sind auf dem freien Markt eigentlich kaum mehr existent – entsprechend gross war die internationale Resonanz.“

Das Auktionshaus Zofingen, seit über 35 Jahren eine feste Größe in der Schweizer Kunstszene, blickt auf eine erfolgreiche 71. Auktion zurück. Zweimal jährlich werden hier 3’000 bis 4’000 Objekte versteigert – von Gemälden und Skulpturen über Schmuck bis zu Designklassikern. Seit der Übernahme durch die neue Leitung im Jahr 2021 hat das Haus neue Maßstäbe gesetzt, etwa mit der spektakulären Versteigerung des Schlossinventars von Rümligen (Madame de Meuron) und der Sammlung von Schloss Amsoldingen.

Die nächste Auktion ist bereits angekündigt: 27. bis 30. Mai 2026. Zofingen bleibt damit, im Herzen der Schweiz, ein Ort, an dem Kunst nicht nur verkauft, sondern gelebt wird.

Tags: Skulpturen, Möbel, Ben Nicholson, Hans Erni, Schmuck, Gemälde, Design

Die Auktion fand vom 27. – 29. November 2025 in Zofingen statt.