Zum dramaturgischen Zentrum gehört der Festvortrag am Mittwochabend: „Gottfried Boehm (Basel), Die Kraft der Metamorphose. Max Weiler in seiner Zeit.“ Es ist ein Titel, der wie eine Linse wirkt: Metamorphose nicht als Dekor, sondern als Denkform, als Malerei, die sich verwandelt, um Zeit zu fassen.
Dass diese Tage in Innsbruck mehr sind als ein Erinnerungsritual, sagt die Ankündigung ohne Pathos: „25 Jahre nach seinem Tod ist es an der Zeit, Schaffen und Persönlichkeit des bedeutenden Tiroler Malers noch einmal unter die Lupe zu nehmen und neu zu verorten.“ Genau darin liegt die Aktualität dieses Kongresses: Weiler wird nicht beruhigt, sondern erneut geprüft – an Geschichte, Religion, Natur, Technik und an jener Moderne, die in Tirol oft zuerst als Zumutung ankam.