Michelangelo Buonarroti entfacht in New York ein Beben des Kunstmarkts: Eine nur wenige Zentimeter große Zeichnung eines Fußes wurde bei Christie's in New York für 27,2 Millionen Dollar versteigert – und schreibt Auktionsgeschichte.
Es ist ein Blatt von beinahe intimer Dimension – und doch trägt es die Wucht der Renaissance in sich. Die jetzt bei Christie's in New York versteigerte Studie zeigt einen Fuß, kraftvoll modelliert, angespannt, voller innerer Energie. Es ist keine beiläufige Skizze, sondern die Vorbereitung für eine der monumentalsten Bildschöpfungen der Kunstgeschichte: die Libysche Sibylle an der Decke der Sixtinische Kapelle.
Dass dieses kleine Blatt nun 27,2 Millionen Dollar erzielte, ist mehr als ein Marktphänomen. Es ist ein Auktionsrekord für ein Werk von Michelangelo Buonarroti auf Papier – und zugleich ein eindrucksvolles Signal für die anhaltende Strahlkraft der Alten Meister. Während zeitgenössische Kunst oft die Schlagzeilen dominiert, beweist dieser Zuschlag, dass wahre Ikonen jenseits von Moden bestehen.
Die Zeichnung selbst offenbart die ganze Dramatik von Michelangelos Denken. Der Fuß ist nicht bloß anatomische Studie, sondern Ausdruck von Spannung und Bewegung. Man spürt förmlich die Drehung des Körpers, die innere Kraft, mit der die Sibylle ihr Buch hält. In dieser Verdichtung liegt das Genie des Florentiners: Er denkt monumental – selbst im kleinsten Detail.
Die Libysche Sibylle gehört zu den berühmtesten Figuren der Decke der Sixtinischen Kapelle. Zwischen 1508 und 1512 erschuf Michelangelo dort ein Bildprogramm, das bis heute als Höhepunkt der Hochrenaissance gilt. Jede Figur ist Ausdruck einer geistigen und körperlichen Intensität, die Generationen von Künstlern geprägt hat. Dass nun eine vorbereitende Studie aus diesem Kontext auf dem freien Markt erscheint, ist eine Seltenheit.
Der Preis von umgerechnet rund 23 Millionen Euro zeigt, dass museale Qualität auch im Auktionssaal ihre Würde behauptet. Der Markt für Alte Meister gilt als selektiv, fast vorsichtig. Doch wenn ein Werk eine direkte Verbindung zu einem der größten Kunstwerke der Welt besitzt, verwandelt sich Zurückhaltung in Leidenschaft.
Dieser Verkauf ist daher nicht nur ein Rekord. Er ist ein Statement. Er zeigt, dass historische Meisterschaft, handwerkliche Virtuosität und ikonische Bedeutung auch im 21. Jahrhundert Sammler elektrisieren.
So wird ein wenige Zentimeter großes Blatt zu einem Monument – und Michelangelo erinnert den Kunstmarkt daran, dass Größe keine Frage des Formats ist.
Bereits im Vorfeld hatte Christie's von einer außergewöhnlichen Entdeckung gesprochen. Nun bestätigt der Rekordzuschlag die kunsthistorische Tragweite dieses Blattes.
In einer Entdeckung, die die internationale Kunstwelt in Aufregung versetzt, präsentiert Christie’s eine bislang unbekannte Studie von Michelangelo Buonarroti, dem unvergleichlichen Meister der Renaissance. Die Zeichnung, die einst verborgen in einer Privatsammlung schlummerte, wird am 5. Februar 2026 im Rahmen der Auktion „Old Master and British Drawings“ in New York zur Versteigerung angeboten.
Das Blatt, eine Rotkreide-Studie des rechten Fußes der „Libyschen Sibylle“, gehört zu den seltensten bekannten Arbeiten des Künstlers und ist das erste unaufgezeichnete Studium für die Sixtinische Kapelle, das jemals auf dem Auktionsmarkt angeboten wird.
Mit einem geschätzten Wert von 1,5 bis 2 Millionen Dollar offenbart das kleine, aber kraftvolle Werk einen Moment in Michelangelos schöpferischem Prozess, der die entwerfenden Ideen und die akribische Beobachtung des menschlichen Körpers zeigt.