Detail der Libyschen Sibylle, Michelangelo Buonarroti (Caprese 1475–1564 Rom), Sixtinische Kapelle, Vatikanstadt
Detail der Libyschen Sibylle, Michelangelo Buonarroti (Caprese 1475–1564 Rom), Sixtinische Kapelle, Vatikanstadt – Mit freundlicher Genehmigung von: christies / Christie's

Was: Presse

Wann: 12.02.2026

Michelangelo Buonarroti entfacht in New York ein Beben des Kunstmarkts: Eine nur wenige Zentimeter große Zeichnung eines Fußes wurde bei Christie's in New York für 27,2 Millionen Dollar versteigert – und schreibt Auktionsgeschichte.

Es ist ein Blatt von beinahe intimer Dimension – und doch trägt es die Wucht der Renaissance in sich. Die jetzt bei Christie's in New York versteigerte Studie zeigt einen Fuß, kraftvoll modelliert, angespannt, voller innerer Energie. Es ist keine beiläufige Skizze, sondern die Vorbereitung für eine der monumentalsten Bildschöpfungen der Kunstgeschichte: die Libysche Sibylle an der Decke der Sixtinische Kapelle.

Dass dieses kleine Blatt nun 27,2 Millionen Dollar erzielte, ist mehr als ein Marktphänomen. Es ist ein Auktionsrekord für ein Werk von Michelangelo Buonarroti auf Papier – und zugleich ein eindrucksvolles Signal für die anhaltende Strahlkraft der Alten Meister. Während zeitgenössische Kunst oft die Schlagzeilen dominiert, beweist dieser Zuschlag, dass wahre Ikonen jenseits von Moden bestehen.

Die Zeichnung selbst offenbart die ganze Dramatik von Michelangelos Denken. Der Fuß ist nicht bloß anatomische Studie, sondern Ausdruck von Spannung und Bewegung. Man spürt förmlich die Drehung des Körpers, die innere Kraft, mit der die Sibylle ihr Buch hält. In dieser Verdichtung liegt das Genie des Florentiners: Er denkt monumental – selbst im kleinsten Detail.

Die Libysche Sibylle gehört zu den berühmtesten Figuren der Decke der Sixtinischen Kapelle. Zwischen 1508 und 1512 erschuf Michelangelo dort ein Bildprogramm, das bis heute als Höhepunkt der Hochrenaissance gilt. Jede Figur ist Ausdruck einer geistigen und körperlichen Intensität, die Generationen von Künstlern geprägt hat. Dass nun eine vorbereitende Studie aus diesem Kontext auf dem freien Markt erscheint, ist eine Seltenheit.

Der Preis von umgerechnet rund 23 Millionen Euro zeigt, dass museale Qualität auch im Auktionssaal ihre Würde behauptet. Der Markt für Alte Meister gilt als selektiv, fast vorsichtig. Doch wenn ein Werk eine direkte Verbindung zu einem der größten Kunstwerke der Welt besitzt, verwandelt sich Zurückhaltung in Leidenschaft.

Dieser Verkauf ist daher nicht nur ein Rekord. Er ist ein Statement. Er zeigt, dass historische Meisterschaft, handwerkliche Virtuosität und ikonische Bedeutung auch im 21. Jahrhundert Sammler elektrisieren.

So wird ein wenige Zentimeter großes Blatt zu einem Monument – und Michelangelo erinnert den Kunstmarkt daran, dass Größe keine Frage des Formats ist.

 

Bereits im Vorfeld hatte Christie's von einer außergewöhnlichen Entdeckung gesprochen. Nun bestätigt der Rekordzuschlag die kunsthistorische Tragweite dieses Blattes.

In einer Entdeckung, die die internationale Kunstwelt in Aufregung versetzt, präsentiert Christie’s eine bislang unbekannte Studie von Michelangelo Buonarroti, dem unvergleichlichen Meister der Renaissance. Die Zeichnung, die einst verborgen in einer Privatsammlung schlummerte, wird am 5. Februar 2026 im Rahmen der Auktion „Old Master and British Drawings“ in New York zur Versteigerung angeboten. 

Das Blatt, eine Rotkreide-Studie des rechten Fußes der „Libyschen Sibylle“, gehört zu den seltensten bekannten Arbeiten des Künstlers und ist das erste unaufgezeichnete Studium für die Sixtinische Kapelle, das jemals auf dem Auktionsmarkt angeboten wird

Mit einem geschätzten Wert von 1,5 bis 2 Millionen Dollar offenbart das kleine, aber kraftvolle Werk einen Moment in Michelangelos schöpferischem Prozess, der die entwerfenden Ideen und die akribische Beobachtung des menschlichen Körpers zeigt.

Die Libysche Sibylle, Michelangelo Buonarroti (Caprese 1475–1564 Rom), Sixtinische Kapelle, Vatikanstadt
Detail der Libyschen Sibylle, Michelangelo Buonarroti (Caprese 1475–1564 Rom), Sixtinische Kapelle, Vatikanstadt
Die Libysche Sibylle, Michelangelo Buonarroti (Caprese 1475–1564 Rom), Sixtinische Kapelle, Vatikanstadt • Detail der Libyschen Sibylle, Michelangelo Buonarroti (Caprese 1475–1564 Rom), Sixtinische Kapelle, Vatikanstadt – Mit freundlicher Genehmigung von: christies / Christie's

This newly identified drawing is the first unrecorded study for the Sistine ceiling ever to come to auction“, erklärt Christie’s in ihrer offiziellen Mitteilung und unterstreicht damit die historische Bedeutung des Fundes.

Die Entdeckung selbst ist ebenso bemerkenswert wie das Werk selbst: Ein unerwarteter Besitzer aus den Vereinigten Staaten sandte ein Foto der Zeichnung über das Online-Portal von Christie’s, woraufhin Spezialistin Giada Damen das Blatt als authentisches Michelangelo-Werk erkannte. 

Die Libysche Sibylle ist eine der zentralen Figuren im Deckenzyklus der Sixtinischen Kapelle im Vatikan, den Michelangelo zwischen 1508 und 1512 schuf. Die Figur des Sibyllenverbandes repräsentiert in eindrucksvoller Pose die antike Seherin, deren dynamische Haltung und kräftiger Körper Ausdruck der künstlerischen Vision des Meisters sind.

Studie für den rechten Fuß der Libyschen Sibylle auf der Decke der Sixtinischen Kapelle, um 1511–1512.
Studie für den rechten Fuß der Libyschen Sibylle auf der Decke der Sixtinischen Kapelle, um 1511–1512. – Mit freundlicher Genehmigung von: christies / Christie's

Mit diesem Rekord setzt Christie’s ein starkes SignaMichelangelo produzierte über Tausende von Zeichnungen in seinem Leben, doch nur etwa 600 Blätter sind bis heute erhalten geblieben, von denen nur rund 50 Studien mit der Sixtinischen Kapelle in Verbindung stehen. Die überwiegende Mehrzahl dieser Arbeiten befindet sich in öffentlichen Sammlungen, Museen und Institutionen – was die Bedeutung dieser Auktion noch einmal deutlich erhöht.

Das Blatt wird vor der Auktion an mehreren Orten öffentlich gezeigt, darunter in Christie’s London-Niederlassung sowie in der Rockefeller Center-Galerie in New York. Für Sammler, Museen und Kunsthistoriker ist dies eine außergewöhnliche Gelegenheit, ein bislang unbekanntes Kapitel im Schaffen eines der größten Künstler der Kunstgeschichte zu erleben.

Mit diesem Rekord setzt Christie’s ein starkes Signall: Die Entdeckung einer bislang unerkannten Zeichnung eines Meisters wie Michelangelo Buonarroti ist ein seltenes Ereignis, das nicht nur den Kunstmarkt, sondern die gesamte Geschichte der Renaissance-Forschung bereichert. 

Tags: Michelangelo Buonarroti, Alte Meister, Renaissance, Kunstmarkt, Zeichnungen, Kunstgeschichte, Vatikan, Sixtinische Kapelle

Die Zeichnung wird vor der Auktion öffentlich bei Christie's gezeigt. Die Ausstellung ist während der regulären Öffnungszeiten zugänglich, montags bis freitags von 10 bis 17 Uhr. Änderungen sowie berücksichtigt eventuelle Feiertage sind vorbehalten; der Eintritt ist frei.