Villa Beer in Wien-Hietzing, Außenansicht der modernistischen Fassade von Josef Frank und Oskar Wlach mit Rundfenster, Arkadeneingang und klarer Fensterstruktur nach der denkmalgerechten Renovierung, Foto Herta Hurnaus im Auftrag der Villa Beer Foundation (c)Fotos Herta Hurnaus im Auftrag der Villa Beer Foundation.
Villa Beer in Wien-Hietzing, Außenansicht der modernistischen Fassade von Josef Frank und Oskar Wlach mit Rundfenster, Arkadeneingang und klarer Fensterstruktur nach der denkmalgerechten Renovierung, Foto Herta Hurnaus im Auftrag der Villa Beer Foundation (c)Fotos Herta Hurnaus im Auftrag der Villa Beer Foundation. – Mit freundlicher Genehmigung von: villabeer.wien / Villa Beer Foundation

Was: Presse

Wann: 08.03.2026

Im Februar öffnet die Villa Schöningen einen Raum für das leise Zusammenspiel von Geschichte und Gegenwart. Dort, wo die Glienicker Brücke bis heute Erinnerung trägt, entfaltet sich ein Programm, das nicht drängt, sondern zuhört – und dem Ort erlaubt, selbst zu sprechen.

Zwischen Lesung, Kuratorinnenführung, Salon und künstlerischer Praxis entsteht eine feine Dramaturgie des Innehaltens. Die Ausstellung „Traces of the Body“ bildet dabei den stillen Hintergrund, vor dem sich Fragen nach Körper, Zeit und Erinnerung wie Spuren im Raum abzeichnen.

So wird der Monat zu einer Abfolge konzentrierter Augenblicke: nicht als Abfolge von Terminen, sondern als Einladung zur Aufmerksamkeit. Die Villa Schöningen erscheint dabei als ein Ort, an dem Geschichte nicht abgeschlossen ist, sondern im Erleben fortgeschrieben wird.

Wien-Hietzing ist ein Stadtteil, in dem Geschichte nicht erzählt, sondern gespürt wird. Bereits zur Zeit der Ersten Türkenbelagerung Wiens geprägt, entwickelte sich das Viertel über Jahrzehnte zu einem Ort der Villen, der Gärten und der stillen Grandezza. Hier reihen sich einzigartige Wohnhäuser aneinander, jedes mit eigener Geschichte, eigenem Stil und architektonischem Selbstverständnis. In diesem vielschichtigen Kontext nimmt die Villa Beer eine herausragende Stellung ein.

Innenraum der Villa Beer in Wien-Hietzing mit markantem Rundfenster, symmetrischer Sitzmöblierung nach Entwürfen von Josef Frank, lichtdurchfluteter Wohnraum der Wiener Moderne, Foto Herta Hurnaus im Auftrag der Villa Beer Foundation
Innenraum der Villa Beer in Wien-Hietzing mit markantem Rundfenster, symmetrischer Sitzmöblierung nach Entwürfen von Josef Frank, lichtdurchfluteter Wohnraum der Wiener Moderne, Foto Herta Hurnaus im Auftrag der Villa Beer Foundation – Mit freundlicher Genehmigung von: villabeer.wien / Villa Beer Foundation

Die Villa Beer, 1929/30 von Josef Frank und Oskar Wlach für Julius und Margarete Beer errichtet, gilt als Schlüsselwerk der zweiten Wiener Moderne. Architekturtheoretiker Christian Kühn betonte, ihre Bedeutung könne „kaum überschätzt werden“, Friedrich Achleitner bezeichnete sie als „das wohl bedeutendste Beispiel Wiener Wohnkultur der Zwischenkriegszeit“. International steht sie in einer Reihe mit Ikonen der Moderne wie der Villa Tugendhat, der Villa Savoye oder der Villa Müller.

Nach einer umfassenden, mehrjährigen Renovierung unter der Leitung von Lothar Trierenberg und der Villa Beer Foundation, in Zusammenarbeit mit Architekt Christian Prasser und dem Bundesdenkmalamt, konnte der ursprüngliche Charakter des Hauses bewahrt und zugleich eine zeitgemäße Nutzung ermöglicht werden. Ziel war es, „das Haus vor dem Verfall zu bewahren und langfristig zu sichern, sowie den einzigartigen Charakter der Villa Beer wieder herzustellen und zugleich an die geplante Nutzung anzupassen.“

Im Zuge der Sanierung wurden die Bereiche vom Erdgeschoss bis zum ersten Obergeschoss wieder in ihrer ursprünglichen Raumabfolge erlebbar gemacht. Nachträglich eingefügte Fenster wurden geschlossen, zusätzlich eingezogene Wände entfernt. Die offene Raumfolge, die lichtdurchfluteten Innenräume und die außergewöhnliche Materialität prägen das Haus heute wieder so, wie sie gedacht waren – ruhig, klar und von zeitloser Modernität.

Wohnraum der Villa Beer in Wien-Hietzing mit farbigen Textilien und Möbeln nach Entwürfen von Josef Frank, charakteristische Stoffmuster von Svenskt Tenn, Leuchte und Sitzmöbel der Wiener Moderne, Foto Herta Hurnaus im Auftrag der Villa Beer Foundation
Wohnraum der Villa Beer in Wien-Hietzing mit farbintensiven Textilien und Polstermöbeln nach Entwürfen von Josef Frank, Stoffe von Svenskt Tenn, offener Blick ins Badezimmer, charakteristisches Interieur der Wiener Moderne, Foto Herta Hurnaus im Auftrag der Villa Beer Foundation
Wohnraum der Villa Beer in Wien-Hietzing mit farbigen Textilien und Möbeln nach Entwürfen von Josef Frank, charakteristische Stoffmuster von Svenskt Tenn, Leuchte und Sitzmöbel der Wiener Moderne, Foto Herta Hurnaus im Auftrag der Villa Beer Foundation • Wohnraum der Villa Beer in Wien-Hietzing mit farbintensiven Textilien und Polstermöbeln nach Entwürfen von Josef Frank, Stoffe von Svenskt Tenn, offener Blick ins Badezimmer, charakteristisches Interieur der Wiener Moderne, Foto Herta Hurnaus im Auftrag der Villa Beer Foundation – Mit freundlicher Genehmigung von: villabeer.wien / Villa Beer Foundation

Ab dem 8. März 2026 wird die Villa Beer erstmals der Öffentlichkeit zugänglich sein. Am Eröffnungstag, Sonntag, dem 8. März, lädt das Haus von 10 bis 18 Uhr zu einem Open House ein. Die Besucher können die Räume eigenständig entdecken, begleitet von einem Team, das für Gespräche, Fragen und Einblicke in die Geschichte des Hauses und seiner Bewohner zur Verfügung steht. Der Besuch erfolgt mit Zeitfensterkarten mit einer Dauer von 60 Minuten, erhältlich ab 1. Februar 2026 über www.villabeer.wien.

Mit der Öffnung der Villa Beer bietet sich die seltene Möglichkeit, das Werk von Josef Frank neu zu entdecken – nicht als museales Objekt, sondern als lebendigen Ort. Künftig ist die Villa im Rahmen individueller und dialogischer Führungen zugänglich, an Wochenenden auch ohne Führung. Ergänzt wird das Angebot durch kulturelle Veranstaltungen, Symposien, Forschung, Publikationen und Bildungsprogramme. Die Führungen widmen sich sowohl der Architektur als auch dem Schicksal der jüdischen Bauherrenfamilie und dem zeitgeschichtlichen Kontext der 1930er Jahre in Wien.

Für Forschende und Gäste, die die Villa Beer in ihrer ursprünglichen Funktion als Wohnhaus erleben möchten, wurde im Dachgeschoss ein neuer Wohnbereich geschaffen. Küche, Bad und drei Gästezimmer laden dazu ein, das Haus nicht nur zu besichtigen, sondern zu bewohnen. Die Räume sind mit Textilien und Möbeln nach Entwürfen von Josef Frank ausgestattet, die bis heute vom schwedischen Traditionshersteller Svenskt Tenn gefertigt werden. Dank der Unterstützung der Beijer Foundationen lässt sich das Dachgeschoss nun im Geiste Josefs Frank als Wohnungsumgebung erleben.

Die Wiedereröffnung der Villa Beer ist mehr als ein architektonisches Ereignis. Sie ist eine Einladung, Moderne als Haltung zu begreifen – als stilles Versprechen von Dauer, Offenheit und einer Wohnkultur, die bis heute nichts von ihrer Kraft verloren hat.

Fensternische in der Villa Beer in Wien-Hietzing mit raumhohen Verglasungen, Sitzbänken aus Holz und Blick in den Garten, charakteristischer Wohnraum der Wiener Moderne nach Entwürfen von Josef Frank, Foto Herta Hurnaus im Auftrag der Villa Beer Foundation
Februarprogramm der Villa Schöningen mit Lesung, Kuratorinnenführung, Salon, Aktzeichnen und historischer Führung
Fensternische in der Villa Beer in Wien-Hietzing mit raumhohen Verglasungen, Sitzbänken aus Holz und Blick in den Garten, charakteristischer Wohnraum der Wiener Moderne nach Entwürfen von Josef Frank, Foto Herta Hurnaus im Auftrag der Villa Beer Foundation • Februarprogramm der Villa Schöningen mit Lesung, Kuratorinnenführung, Salon, Aktzeichnen und historischer Führung – Mit freundlicher Genehmigung von: villabeer.wien / Villa Beer Foundation
Tags: Architektur, Josef Frank, Svenskt Tenn, Villa, Oskar Wlach, Wiener Moderne, Moderne Kunst, Architekturgeschichte, Zwischenkriegszeit, denkmalschutz, Innenarchitektur

Anlässlich der Eröffnung ist die Villa Beer am 8. März bei freiem Eintritt zugänglich. Da wir jedoch nur eine begrenzte Anzahl von Gästen gleichzeitig empfangen können, bitten wir Sie für diesen Tag ein Zeitfensterticket zu buchen. Die Buchung ist ab 1. Februar über unsere neue Website möglich, die an diesem Tag online geht.

Open House zur Eröffnung:
Sonntag, 8. März 2026, 10:00–18:00 Uhr