Zwischen den beiden Weltkriegen erlebte Mailand ein rasantes Wachstum. In diesem städtebaulichen Umbruch erhielt Albini 1937, damals erst 33 Jahre alt, den Auftrag für ein Wohnhaus am westlichen Rand der Stadt. Fertiggestellt 1939, entwickelte sich die Villa Pestarini zu einem Schlüsselwerk des italienischen Rationalismus und blieb, dank nur zweier Eigentümerfamilien, weitgehend im Originalzustand erhalten.
„The result was Villa Pestarini, a house of modest size completed in 1939, destined to become a landmark in the history of Italian architecture, and largely preserved with only minor modifications.“
Die klare, weiße Kubatur, die präzise funktionale Organisation und die elegante Einfachheit prägen den Bau bis heute. Straßenseitig dominiert ein großes Glasbausteinfeld, durchbrochen von schmalen Fensteröffnungen, während sich die Rückseite großzügiger zum Garten hin öffnet. Form und Funktion treten in eine stille Übereinstimmung, die Albini zur leitenden Idee seines rationalistischen Ansatzes machte.
„Celebrated for its clarity, functional organization, and elegant simplicity, Villa Pestarini is a notable example of Italian Rationalism.“
1949 wurde die ursprünglich zweigeschossige Villa um ein drittes Geschoss erweitert. Albini stand dem Eingriff zunächst skeptisch gegenüber, entschied sich dann aber bewusst für einen sichtbaren Kontrast: Das zusätzliche Volumen wurde mit weißem Wellblech verkleidet und hebt sich bis heute klar von den glatten Flächen des ursprünglichen Baukörpers ab.