Villa Liegnitz, Ansicht von Osten © SPSG / Carlo Paulus
Villa Liegnitz, Ansicht von Osten © SPSG / Carlo Paulus – Mit freundlicher Genehmigung von: spsg.de / Stiftung Preußische Schlösser und Gärten

Was: Presse

Wann: 01.05.2026

Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg kündigt im kulturellen Kontext von „Ausstellungen in Potsdam“ den bevorstehenden Abschluss eines bedeutenden Restaurierungsprojekts an: die Sanierung der Villa Liegnitz im Park Sanssouci. Das historische Gebäude, eingebettet in die UNESCO-Welterbestätte „Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin“, soll ab Spätsommer 2026 als Verwaltungsgebäude genutzt werden und markiert damit eine neue Phase innerhalb eines vielschichtigen architektonischen und historischen Ensembles.

Die Villa Liegnitz, 1841 nach Entwürfen des Schinkel-Schülers Albert Dietrich Schadow im Stil der italienischen Renaissance errichtet, war ursprünglich als Witwensitz für Auguste Fürstin von Liegnitz vorgesehen. Erweiterungen durch Reinhold Persius im 19. Jahrhundert sowie durch Otto Wittig in den Jahren 1907/08 prägten das heutige Erscheinungsbild des Ensembles entscheidend. Die Baugeschichte des Hauses spiegelt zugleich politische und gesellschaftliche Umbrüche wider: von der preußischen Monarchie über die Nutzung im Nationalsozialismus bis hin zur akademischen Verwendung durch die Universität Potsdam und später als Verwaltungsstandort der SPSG.

Die aktuelle Sanierung, die nach einer umfassenden Planungsphase im Jahr 2021 begann und mit rund 17,5 Millionen Euro veranschlagt ist, konzentriert sich auf den Erhalt der historischen Substanz sowie die Wiederherstellung zentraler architektonischer Elemente. Fassaden, Dächer und Innenräume wurden vollständig überarbeitet, während die bestehende Raumstruktur weitgehend erhalten blieb. Ergänzend dazu umfasst das Projekt die Instandsetzung der umliegenden Gartenanlagen auf einer Fläche von etwa 9.000 Quadratmetern. Ziel ist eine funktionale Nutzung als Sitz der Generaldirektion und Verwaltung der Stiftung mit rund 70 Arbeitsplätzen.

Ein besonderer inhaltlicher Akzent liegt auf dem im Rahmen eines Kunst-am-Bau-Wettbewerbs realisierten Werk im Eingangsbereich der Villa. Aus 75 eingereichten Beiträgen wurde der Entwurf „Gespinst – ein virtueller Raum“ der Künstlerin Ute Vorkoeper ausgewählt und zur Umsetzung empfohlen. Die Jury betonte die inhaltliche Tiefe der Arbeit, die sich mit der Rolle des Gebäudes im Machtgefüge des Nationalsozialismus auseinandersetzt und historische Verflechtungen visuell erfahrbar macht. Das Kunstwerk versteht sich als kritischer Kommentar zur Geschichte des Ortes und als Vermittlungsform zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Die Maßnahme ist Teil des Sonderinvestitionsprogramms 2 (Masterplan), das Bund und Länder bis 2030 mit insgesamt 400 Millionen Euro zur Sicherung bedeutender Kulturgüter in Berlin und Brandenburg ausgestattet haben. Die Villa Liegnitz steht exemplarisch für diesen langfristigen Erhaltungsansatz, der nicht nur bauliche Substanz sichert, sondern auch historische Narrative neu kontextualisiert und zugänglich macht.

Mit dem Abschluss der Sanierung erhält die Villa Liegnitz ihre architektonische Klarheit zurück und wird zugleich Teil einer zeitgenössischen Nutzung, die Verwaltung, Denkmalpflege und kulturelle Vermittlung miteinander verbindet.

Tags: Schloss, Historische Gärten, Restaurierung, Ute Vorkoeper, Architektur, Baugeschichte, Villa

Die Villa Liegnitz ist nach Abschluss der Sanierung nicht öffentlich zugänglich. Besichtigungen sind nur im Rahmen von Sonderführungen oder ausgewählten Veranstaltungen der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten möglich.