John Atkinson Grimshaw – A moonlit street, 1874: Herbstliche Straße im Mondlicht mit einsamer Gestalt und beleuchtetem viktorianischem Haus.
John Atkinson Grimshaw – A moonlit street, 1874: Herbstliche Straße im Mondlicht mit einsamer Gestalt und beleuchtetem viktorianischem Haus. – Mit freundlicher Genehmigung von: richardgreen.com / Richard Green Gallery

Was: Presse

Wann: 21.09.2026

John Atkinson Grimshaw – Die Poesie des Herbstes im goldenen Licht

Wenn sich das Licht des Tages in den feuchten Straßen verliert, kahle Bäume ihre Silhouetten gegen den Himmel zeichnen und die letzten Sonnenstrahlen viktorianische Häuser in warmes Gold tauchen, beginnt die unverwechselbare Bildwelt von John Atkinson Grimshaw. Die Londoner Galerie Richard Green präsentiert zum Herbstbeginn 2026 fünf ausgewählte Gemälde des britischen Malers aus den Jahren 1874 bis 1882, die aktuell zum Verkauf angeboten werden. Eine Begegnung mit der stillen Schönheit des Herbstes und einem der faszinierendsten Landschaftsmaler des viktorianischen Zeitalters.

Wenn der Herbst zur Poesie wird

Es sind jene stillen Augenblicke zwischen Tag und Nacht, die John Atkinson Grimshaw (1836–1893) mit außergewöhnlicher Sensibilität auf die Leinwand bannte. Verlassene Alleen, von herabgefallenem Laub bedeckte Wege und viktorianische Häuser, deren Fenster im letzten Licht des Tages aufleuchten, gehören zu den wiederkehrenden Motiven seiner Malerei.

Der Herbst nimmt in seinem Werk eine besondere Stellung ein. Die warmen Gold- und Rosttöne der Blätter stehen im Kontrast zu den kühlen Farben des Himmels, während das Licht der untergehenden Sonne die Landschaft in eine beinahe unwirkliche Atmosphäre taucht. Grimshaw gelingt es, die Vergänglichkeit eines Augenblicks sichtbar zu machen, ohne dessen Stille zu durchbrechen.

Die Londoner Galerie Richard Green greift diese besondere Bildsprache zum Herbstbeginn 2026 auf und präsentiert unter dem Titel „John Atkinson Grimshaw – Autumn“ eine Auswahl von fünf Gemälden, die unterschiedliche Facetten seiner herbstlichen Landschaftsmalerei zeigen.

Die zwischen 1874 und 1882 entstandenen Werke führen entlang menschenleerer Straßen, durch alte Parkanlagen und vorbei an den großen Landhäusern des viktorianischen Englands. Sie erzählen von einer Zeit, in der die Natur noch unmittelbar an die wachsenden Städte grenzte und das Licht der Gaslaternen langsam die Dunkelheit der Straßen durchdrang.

John Atkinson Grimshaw – Zwischen Präraffaeliten und viktorianischer Landschaftsmalerei

John Atkinson Grimshaw – A golden idyll: Herbstliche Allee mit kahlen Bäumen, viktorianischem Landhaus und Spaziergänger im goldenen Abendlicht.
John Atkinson Grimshaw – A golden idyll: Herbstliche Allee mit kahlen Bäumen, viktorianischem Landhaus und Spaziergänger im goldenen Abendlicht. – Mit freundlicher Genehmigung von: richardgreen.com / Richard Green Gallery
John Atkinson Grimshaw wurde 1836 in Leeds geboren und zählt zu den bedeutenden britischen Malern des viktorianischen Zeitalters. Seine künstlerische Entwicklung vollzog sich zunächst außerhalb einer klassischen akademischen Ausbildung. Bevor er sich vollständig der Malerei widmete, arbeitete er bei der Great Northern Railway.

Seine frühen Arbeiten zeigen eine intensive Beschäftigung mit der Natur und eine bemerkenswerte Aufmerksamkeit für botanische Einzelheiten. Blätter, Äste, Pflanzen und die unterschiedlichen Oberflächen der Landschaft wurden mit einer Präzision wiedergegeben, die an die detailreiche Naturauffassung der Präraffaeliten erinnert.

Im Laufe seiner künstlerischen Entwicklung rückten jedoch zunehmend Licht und Atmosphäre in den Mittelpunkt seines Schaffens.

Grimshaw entwickelte eine unverwechselbare Bildsprache, in der die genaue Beobachtung der Natur mit einer beinahe traumartigen Stimmung verschmilzt. Besonders seine Darstellungen mondbeschienener Straßen, herbstlicher Alleen und nächtlicher Hafenansichten machten ihn zu einem eigenständigen Vertreter der britischen Malerei des 19. Jahrhunderts.

Dabei geht es in seinen Bildern selten um ein bestimmtes Ereignis. Vielmehr scheint die Zeit für einen Augenblick stillzustehen. Einzelne Spaziergänger, Pferdekutschen oder beleuchtete Fenster verleihen den Landschaften eine menschliche Dimension, ohne ihre Ruhe zu stören.

Seine Gemälde zeigen nicht nur die äußere Erscheinung eines Ortes, sondern vermitteln zugleich eine Vorstellung von dessen Atmosphäre: das feuchte Pflaster nach einem Regenschauer, die kühle Luft eines Herbstabends oder das letzte warme Licht, das zwischen den Bäumen hindurchfällt.

Fünf Herbstgemälde bei Richard Green

Die aktuelle Präsentation der Galerie Richard Green vereint fünf Gemälde, die Grimshaws Beschäftigung mit der herbstlichen Landschaft und den besonderen Lichtverhältnissen dieser Jahreszeit veranschaulichen.

A moonlit street – Die Stille einer herbstlichen Straße

In „A moonlit street“ aus dem Jahr 1874 führt ein von Bäumen gesäumter Weg zu einem stattlichen Haus, dessen beleuchtete Fenster einen warmen Kontrast zur kühlen Umgebung bilden.

Eine einzelne helle Gestalt steht am Rand des Weges. Die kahlen Äste der Bäume zeichnen sich gegen den Himmel ab, während die herabgefallenen Blätter und das gedämpfte Licht die Straße in eine eigentümliche Stille versetzen.

Grimshaw verbindet hier die genaue Wiedergabe der Architektur mit einer atmosphärischen Landschaftsdarstellung. Das Haus erscheint beinahe wie ein Zufluchtsort inmitten der herbstlichen Dunkelheit.

A golden idyll – Ein Herbstabend in goldenem Licht

Ein beinahe leuchtender Himmel bestimmt die Atmosphäre von „A golden idyll“. Die tief stehende Sonne taucht die Straße in ein warmes Gold, während die kahlen Bäume mit ihren feinen Verästelungen ein filigranes Muster vor dem Himmel bilden.

Ein einzelner Spaziergänger bewegt sich entlang des Weges. Rechts erhebt sich hinter einer Mauer ein viktorianisches Haus, dessen Architektur teilweise von den Bäumen verdeckt wird.

Die besondere Wirkung des Gemäldes entsteht aus dem Zusammenspiel von Licht und Dunkelheit. Während der Himmel in warmen Gelbtönen erstrahlt, erscheinen die Bäume, Mauern und Gebäude in gedämpften Braun- und Grautönen.

Das Gemälde ist in Öl auf Leinwand ausgeführt und misst 76,2 × 63,5 cm.

The waning glory of the year – Die schwindende Pracht des Jahres

John Atkinson Grimshaw – The waning glory of the year, 1882: Herbstliche Straße mit viktorianischem Landhaus, kahlen Bäumen und einsamem Spaziergänger im goldenen Abendlicht.
John Atkinson Grimshaw – The waning glory of the year, 1882: Herbstliche Straße mit viktorianischem Landhaus, kahlen Bäumen und einsamem Spaziergänger im goldenen Abendlicht. – Mit freundlicher Genehmigung von: richardgreen.com / Richard Green Gallery

Bereits der Titel „The waning glory of the year“ verweist auf die Vergänglichkeit des Herbstes.

Eine von Bäumen gesäumte Straße führt an einem großen Backsteingebäude vorbei. Der Himmel leuchtet in warmen Gelbtönen, während die dunklen Silhouetten der Bäume und die rötlichen Blätter am Boden die herbstliche Stimmung unterstreichen.

Das Gebäude, die umgebenden Mauern und die nahezu menschenleere Straße verleihen dem Bild eine stille, zurückhaltende Atmosphäre.

Grimshaw zeigt den Herbst hier nicht als dramatisches Naturschauspiel, sondern als einen langsamen Übergang. Die letzten warmen Farben des Jahres begegnen bereits der Kargheit des nahenden Winters.

Evening at Knostrop – Ein Abend zwischen Bäumen und Architektur

John Atkinson Grimshaw – Evening at Knostrop, 1881: Herbstliche Allee mit einer Frau vor einem viktorianischen Landhaus, umgeben von kahlen Bäumen im goldenen Abendlicht.
John Atkinson Grimshaw – Evening at Knostrop, 1881: Herbstliche Allee mit einer Frau vor einem viktorianischen Landhaus, umgeben von kahlen Bäumen im goldenen Abendlicht. – Mit freundlicher Genehmigung von: richardgreen.com / Richard Green Gallery

In „Evening at Knostrop“ öffnet sich der Blick durch eine von Bäumen gesäumte Zufahrt auf ein stattliches Gebäude.

Die kahlen Äste bilden ein dichtes Geflecht vor dem gelblich leuchtenden Himmel. Eine einzelne Gestalt auf dem Weg verleiht der Szene einen menschlichen Maßstab und unterstreicht zugleich die Weite der Landschaft.

Grimshaw lässt die Architektur beinahe mit der Natur verschmelzen. Die Mauern, Bäume und Gebäude erscheinen in einer gedämpften Farbigkeit, während das Licht des Himmels den Blick in die Tiefe des Bildes führt.

Stapleton Park, near Pontefract – Ein Spaziergang durch den Herbst

John Atkinson Grimshaw – Stapleton Park, near Pontefract, 1878: Herbstliche Parklandschaft mit geschwungenem Weg, mächtigen Bäumen und einsamem Spaziergänger.
John Atkinson Grimshaw – Stapleton Park, near Pontefract, 1878: Herbstliche Parklandschaft mit geschwungenem Weg, mächtigen Bäumen und einsamem Spaziergänger. – Mit freundlicher Genehmigung von: richardgreen.com / Richard Green Gallery

Das Gemälde „Stapleton Park, near Pontefract“ zeigt einen geschwungenen Weg, der sich durch eine herbstliche Parklandschaft zieht.

Mächtige Bäume säumen die Straße, deren Oberfläche von rotbraunem Laub bedeckt ist. Eine einzelne Figur bewegt sich entlang des Weges, während die Landschaft im Hintergrund in einem warmen, leicht dunstigen Licht verschwindet.

Besonders eindrucksvoll ist die Verbindung zwischen der präzisen Darstellung der Bäume und der weichen, atmosphärischen Wirkung des Hintergrundes.

Die Komposition führt den Blick entlang des Weges in die Tiefe und vermittelt dabei jene stille Melancholie, die viele von Grimshaws herbstlichen Landschaften auszeichnet.

Das Werk ist in Öl auf Holz ausgeführt und misst 27,9 × 43,2 cm.

 

John Atkinson Grimshaw auf dem internationalen Kunstmarkt

Die anhaltende Aufmerksamkeit für Grimshaws Malerei zeigt sich auch auf dem internationalen Auktionsmarkt. Insbesondere seine atmosphärischen Landschaften, mondbeschienenen Straßen und viktorianischen Stadtansichten haben bei bedeutenden Auktionen beachtliche Ergebnisse erzielt.

Ein Beispiel ist das Gemälde „A Wet Moon, Putney Road“, das am 31. Oktober 2018 bei Christie’s für 552.500 US-Dollar verkauft wurde. Die Schätzung hatte zwischen 300.000 und 500.000 US-Dollar gelegen.

Das Werk zeigt eine feuchte, von Bäumen gesäumte Straße im Mondlicht. Eine Pferdekutsche bewegt sich durch die nächtliche Szenerie, während die beleuchteten Fenster der Häuser und die Spiegelungen auf dem Pflaster eine geheimnisvolle Atmosphäre erzeugen.

Christie’s – A Wet Moon, Putney Road, 31. Oktober 2018 https://www.christies.com/en/lot/lot-6166397

Auch die herbstlichen Landschaften des Künstlers fanden bei internationalen Auktionen Beachtung.

Am 16. Dezember 2015 erzielte „An autumn lane“ bei Christie’s einen Verkaufspreis von 314.500 britischen Pfund. Das Gemälde zeigt eine von kahlen Bäumen gesäumte Straße, die sich unter einem goldgelben Himmel in die Ferne erstreckt. Die Schätzung hatte zwischen 200.000 und 300.000 britischen Pfund gelegen.

Christie’s – An autumn lane, 16. Dezember 2015 https://www.christies.com/en/lot/lot-5961709

Ein weiteres Beispiel ist „November“, das am 27. Januar 2010 bei Christie’s für 458.500 US-Dollar verkauft wurde. Die Schätzung hatte zwischen 350.000 und 450.000 US-Dollar gelegen.

Das Gemälde zeigt eine nächtliche Straße unter einem wolkenverhangenen Himmel. Das fahle Licht des Mondes fällt auf die kahlen Bäume, während ein einzelnes beleuchtetes Fenster in der Ferne einen warmen Akzent setzt.

Christie’s – November, 27. Januar 2010 https://www.christies.com/en/lot/lot-5287532

Die historischen Auktionsergebnisse verdeutlichen das Interesse des internationalen Kunstmarktes an Grimshaws atmosphärischen Landschaften. Sie sind jedoch nicht unmittelbar mit den aktuell bei Richard Green angebotenen Werken gleichzusetzen, deren Preise auf Anfrage erhältlich sind.

Richard Green – Britische Malerei in London

Die Galerie Richard Green gehört zu den traditionsreichen Kunsthandlungen Londons und beschäftigt sich seit mehr als sechs Jahrzehnten mit dem An- und Verkauf bedeutender Gemälde.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der britischen Malerei, darunter Werke des viktorianischen Zeitalters und der Präraffaeliten.

Mit John Atkinson Grimshaw verbindet die Galerie eine langjährige Beschäftigung. Werke des Künstlers wurden über die Jahrzehnte sowohl an bedeutende private Sammlungen als auch an institutionelle Sammlungen vermittelt.

Die aktuelle Herbstpräsentation vereint fünf Gemälde, die Grimshaws künstlerische Entwicklung und seine besondere Fähigkeit zeigen, die Schönheit der Natur im Wechsel der Jahreszeiten festzuhalten.

Seine Bilder laden dazu ein, einen Moment länger zu verweilen und jene kleinen Veränderungen des Lichts wahrzunehmen, die einen gewöhnlichen Herbstabend in eine außergewöhnliche Landschaft verwandeln.

Vielleicht liegt gerade darin die zeitlose Faszination seiner Malerei: Grimshaw zeigt nicht nur, wie der Herbst aussieht, sondern vermittelt auch, wie er sich anfühlt.

Informationen zur Verkaufspräsentation

John Atkinson Grimshaw – Autumn

Galerie Richard Green

147 New Bond Street, London W1S 2TS, Vereinigtes Königreich

Präsentation: Herbst 2026 – fünf Gemälde aus den Jahren 1874 bis 1882

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 10:00–17:30 Uhr, ausgenommen britische Feiertage.

Kontakt: paintings@richardgreen.com

Weitere Informationen: www.richardgreen.com 

Die Werke werden zum Verkauf angeboten. Preise und Verfügbarkeit auf Anfrage bei der Galerie.

Tags: John Atkinson Grimshaw, Malerei, Britische Kunst, Viktorianisch, 19. Jahrhundert, Landschaftsmalerei, Gemälde, Licht und Schatten

Informationen zur Verkaufspräsentation

John Atkinson Grimshaw – Autumn

Galerie Richard Green

147 New Bond Street, London W1S 2TS, Vereinigtes Königreich

Präsentation: Herbst 2026 – fünf Gemälde aus den Jahren 1874 bis 1882

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 10:00–17:30 Uhr, ausgenommen britische Feiertage.

Kontakt: paintings@richardgreen.com

Weitere Informationen: www.richardgreen.com 

Die Werke werden zum Verkauf angeboten. Preise und Verfügbarkeit auf Anfrage bei der Galerie.