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Was: Presse

Wann: 05.12.2007 - 09.12.2007

Oliver Dorfer (*1963 in Linz, Oesterreich) repraesentiert in der oesterreichischen Gegenwartskunst eine Position, die Traditionen einer motivorientierten Bildsprache der 1980er Jahre mit einer hohen Sensibilitaet fuer optische Systeme aktueller kuenstlerischer Erscheinungsformen verbindet. Er arbeitet an der Spannung zwischen der Allgemeingueltigkeit einfachster Geschichten und der komplexen Verschraenkung von Zeichen in unserer "Bild-Medien-Gesellschaft".

In seinen neuen Arbeiten formen sich wenige, immer wiederkehrende praegnante Bilderzeichen zu Logos, Icons und Piktogrammen und erzeugen so eine unverwechselbare Bildsprache. Obwohl Oliver Dorfer mit Pinsel und Acryl auf Kunststoffgrund arbeitet, spricht der Kuenstler nicht von Malerei sondern dem Generieren von "pics" oder "visuals" und verweist in Comic-haft anmutenden Bilderfolgen auf die Erzaehlformen von Comic, Pop und Trash.

Der Gedanke hinter John Gerrards "Dust Storms" ist es, eine gewisse Art von Bedrohung darzustellen. Er ließ sich von der photographischen Dokumentation einer der schrecklichsten Naturkatastrophen in der amerikanischen Geschichte, der "Dustbowl", inspirieren. Eine Reihe von furchtbaren Stuermen verwuestete am Black Sunday im Jahr 1935 weite Teile des Mittleren Westens in Amerika. Gerrards Arbeit zeigt das Foto einer realen Farm, das am Computer aufbereitet wurde. Darauf legte er das Portraet eines Sturms, der an jenem Tag uebers Land zog. Seine virtuellen Skulpturen sind seiner Meinung nach „ein wichtiges neues kuenstlerisches Medium, welches sich in vielen Teilen mit der Photographie, der Bildhauerei, der Malerei und dem Film ueberschneidet". John Gerrard wurde 1974 in Dublin, Irland geboren und graduierte auf der Ruskin School of Oxford University mit einem BFA (Sculpture) im Jahr 1997. An der School of the Art Institute of Chicago machte er 2000 seinen MFA. Im Jahr 2001 bekam er den MSC vom Trinity College in Dublin. Der Kuenstler lebt und arbeitet in Dublin und Wien.

Andreas Leikauf (*1966 in Obersteiermark, Oesterreich) scheint, wie ein Comicautor, ueber ein bildliches Inventar zu verfuegen, das er einsetzen kann, was sicher auf den anonymisierten Bildstil zurueckzufuehren ist. Mit dem Begriff Trash hat der Kuenstler sicher kein Problem. Trash repliziert alle wichtigen Genres der Hochkultur und parodiert diese auch. Die Potenz der populaeren Kultur - die es natuerlich auch schon vor der Pop-Art gegeben hat - liegt in ihrer Unmittelbarkeit und angeblichen Unartikuliertheit. Seine Bild- Wortkombinationen scheinen Teil eines kollektiven Unbewussten zu sein. Selbstverstaendlich handelt es sich um die Stereotypie der Medienvisualitaet. Trash hat nicht den Anspruch, im Hinblick auf die Ewigkeit die großen Fragen des Seins zu ergruenden, sondern es existiert fuer die Gegenwart und den Alltag. Leikauf macht als Maler etwas aehnliches, was ein Fotoreporter im klassischen Sinn macht: in jeden Schatten der Gesellschaft hinein fotografieren. Die Fuelle seiner Ergebnisse ist aehnlich verblueffend wie die geschickte Regie in seinen Bildern. (Guenther Holler-Schuster)

Unter dem Titel „China" schließt Ángel Marcos (*Medina del Campo, Valladolid, 1955) eine Trilogie ab, mit der vor sechs Jahren in New York begann und die er in Havanna im Jahr 2004 fortsetzte. Obwohl sich die Orte deutlich voneinander unterscheiden, umkreisen die Bilder die gleichen konzeptuellen Parameter - die von Werbung und Propaganda getragenen Interaktionen zwischen der urbanen Bevoelkerung und den Stadtpolitikern. Durch Erkundung der Stadtzentren und Vororte von Beijing, Hong Kong und Shanghai beleuchtet der Kuenstler die Gegensaetze zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart, zwischen Tradition und Moderne; dabei bedient er sich der Werbung, divergierender Architekturen und des Aufeinanderprallens unterschiedlicher Stadtstrukturen. Das Ergebnis ist ein weit reichendes Projekt, das Fotografien und Videoarbeiten umfasst - ein Fenster, das uns den Blick auf Ángel Marcos' persoenliche Interpretation des heutigen Chinas ermoeglicht.

Brian McKee (*1977 in Kansas City, USA) geht den archaeologischen Spuren von Verwuestungen nach. Der 26jaehrige amerikanische Fotokuenstler reiste auf der Suche nach aktuellen historischen Schauplaetzen in den letzten vier Jahren durch Amerika, Osteuropa sowie den Fernen Osten. Er fotografiert Austragungsorte einzigartiger weltpolitischer und gesellschaftlicher Zeitgeschehnisse. Der Kuenstler selbst sieht sich in der Rolle des visualisierenden Historikerauges, die Spuren der Auseinandersetzung festhaltend. Er reflektiert den Umgang mit schnelllebiger Wahrnehmung. Seine Sujets zeigen Architekturen und Landschaften, welche erst auf den zweitem Blick Zerstoerungen und Verluste erkennen lassen. Ein scheinbar schoenes Abbild mutiert zur Staette menschlichen Leidens. Brian McKee legt Wert auf klassisch komponierte und klar ausgefuehrte Bilder. Brian McKee studierte Fotografie bei Stephen Shore, Larry Fink und Barbara Ess. Von 1996 bis 2001 war er als Assistent von Lynn Davis taetig. Er lebt und arbeitet in New York City.

Kyril Rubkovs ist ein etablierter Kuenstler in der Moskauer Kunstszene. Seine seit 2002 entwickelte und 2007 fertig gestellte Serie Russkij Robot (Russischer Roboter) zeigt wie formale und inhaltliche Bezuege der Pop Art sowie der futuristischen Welten aufeinander treffen. Die weibliche Figur ist sowohl begehrenswertes Lustobjekt, in stilisierten erotischen Formen wiedergegeben, als auch dominante, kuehle, außerirdische Kreatur.

Der Fotograf Massimo Vitali wurde 1944 in Como geboren und studierte Fotografie in Milan und London. Im Mittelpunkt des kuenstlerischen Interesses des italienischen Fotokuenstler Massimo Vitali steht das soziale Geschehen an Orten der Freizeit- und Konsumkultur. Vitali verweilt bis zur Aufnahme lange Zeit auf einem vier bis fuenf Meter hohen Podest, wodurch auch die abgelichteten Personen unbeeindruckt von der Anwesenheit der Kamera erscheinen. Am Rande des Voyeurismus spiegelt er die Realitaet ohne jegliche Verschoenerung durch eine Bildueberarbeitung wider. In einer einfachen und direkten Sprache sieht sich der Betrachter mit ueberfuellten Straenden, dicht bevoelkerten Discos, Einkaufszentren, Freizeitparks und Supermaerkten auf riesigen Fotoarbeiten konfrontiert. Vitalis Fotoarbeiten koennen als unverwechselbare, detailgenaue Ereignisfotos charakterisiert werden, die sich einerseits durch die Einfluesse seiner jahrelangen Taetigkeit als Fotojournalist auszeichnen und andererseits entsprechend seiner kuenstlerischen Ausbildung bewusst Anleihen bei der Historienmalerei nehmen.

Oliver Dorfer (b. 1963 in Linz, Austria) presents a position within the Austrian contemporary art, which connects the motif-orientated language of pictures of the 1980th with a high sensibility for optical systems of current artistic forms of appearances. He works on the tension between universal validity of the simplest story and the complex interleave of signs of our "pic-media-society". His new works show few recurring motives, which form logos, icons and piktograms, and create his distinctive visual language. Although he works traditional with brush and acryl on plastic, he talks about his paintings as "pics" or "visuals" and refers with his picture series in comic style on narations of comics, pop und trash.

The purpose of John Gerrard ‘s Dust Storms is to communicate a certain level of menace, inspired by the apocalyptic photographic documentation of the famous "Dustbowl"- the succession of terrible storms that occurred right across the Midwest of America in the Depression era. The work portraits an actual farm which was recreated on the screen. As a lay-over Gerrard used a portrait of a storm that struck the area on Black Sunday 1935. Gerrards "virtual sculptures" are in his opinion "a key new artistic medium with interesting intersections with photography, sculpture, painting and cinema".

Gerrard (b.1974 in Dublin, Ireland) graduated from the Ruskin School of Oxford University with a BFA (Sculpture) in 1997. He received an MFA from the School of the Art Institute of Chicago in 2000 and an MSC from Trinity College, Dublin in 2001.The artist lives and works in Dublin, Ireland and Vienna, Austria.

Like an author of comics, Andreas Leikauf (b. 1966 in Obersteiermark, Austria) seems to have access to and use of an inventory of images, which is surely traced back to the anonymous pictorial style. The idea of trash is certainly no problem for the artist. Trash replicates all major genres of advanced civilization and parodies it, too. The potency of popular culture - which of course also existed before pop art - lies in its directness and supposed inarticulacy. His image-word combinations seem to be part of a collective subconscious. Naturally, it has to do with the stereotypes of media visual perception. Trash does not claim to fathom the great questions of existence with a view to eternity, but exists for the present and the everyday. As a painter, Leikauf does what a photo-reporter does in the classic sense: he photographs into every shadow of society. The abundance of his results is as astounding as the ingenious mise-en-scène of his pictures.

Under the title ‘China', Ángel Marcos (*Medina del Campo, Valladolid, 1955) rounds off a trilogy he began six years earlier in New York and continued in Havana in 2004. Though the locations are entirely different, the images revolve around the same conceptual parameter: the conversation between the city's population and the powers that govern it through advertising and propaganda. Exploring both the city centres and the suburbs of Beijing, Hong Kong, and Shanghai, the artist captures the contrast between past and present, tradition and modernity through publicity, contrasting architectures and the clash of metropolitan landscapes. The result is a broad-reaching project that includes photography and video; a window onto Angel Marcos' personal take on today's China.

For the past four years Brian McKee (b. 1977 in Kansas City, USA), the American photography artist, has been travelling through America, Eastern Europe and the Far East in search of historical sites of topical interest. He takes pictures of sites where unique contemporary events in world politics and by international society were held. Brian McKee considers himself to be a visualizing historian, capturing for example traces of the controversy between Soviets and Afghans. The photographer contemplates our approach to fast-paced perception. His themes are architecture and landscapes, which reveal destruction and losses only at a second glance. A seemingly beautiful portrayal transforms into a gruesome scene of human suffering. The artist attaches great significance to pictures with classical compositions and a clear finish. Brian McKee studied photography by Stephen Shore, Larry Fink and Barbara Ess and he was the assistant of Lynn Davis from 1996 until 2001. He works and lives in New York City.

Kyril Rubcov is an established artist in the art-scene of Moscow. The series Russkij Robot (Russian Robot) was developed in 2002 and finished in 2007. It bears a reference to futuristic worlds and to Pop Art considering formal aspects. The female body is being perceived as a desirable sexual object and displayed in conventionalized erotic ways, symbolized as a dominant, extraterrestrial creature.

The photographer Massimo Vitali was born in Como in 1944 and studied photography in Milan and London. He has been working exclusively in photography for 25 years. In the focus of Massimo Vitali's artistic interest stands the social ongoing at places of leisure and consumerism. Till the shoot he dwells for a while on a platform of 4 to 5 metres high so that the mugged people look as if they are unaware of the presence of the camera. On the brink of voyeurism his photos show reality without any beautification by a revision. In its simple and straight way of representation the viewer is confronted with crowded beaches, densely populated discos, shopping centres, leisure parks and supermarkets on enormous photos. They are unmistakable, detailed event-photos which show the influences of his long lasting work as a photographer as well as they bear resemblances to history painting.

Further artists at PULSE Miami:

Asgar/Gabriel, Erik Binder, Daniele Buetti, Flavio Favelli, Anastasia Khoroshilova, Megan McLarney, Tim White-Sobieski

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