Anselm Kiefer zählt zu den bedeutendsten Künstlern der Gegenwart und prägt die internationale Kunst seit Jahrzehnten mit monumentalen, materialreichen Werken. Seine Malerei verbindet Geschichte, Mythologie und Natur zu vielschichtigen Bildräumen, in denen Themen wie Erinnerung, Vergänglichkeit und Transformation sichtbar werden. Als zentraler Vertreter der zeitgenössischen Kunst steht Kiefer für eine Bildsprache, die weit über die klassische Malerei hinausgeht und den Kunstbegriff nachhaltig erweitert.

Paris, Ausstellung, 25.04.2026 - 25.10.2026

Anselm Kiefer „Nymphäum“ Paris 2026 – Ausstellung bei Thaddaeus Ropac Pantin

Anselm Kiefer entfacht in Paris ein bildgewaltiges Nymphäum – eine Ausstellung, in der Mythos, Materie und Erinnerung zu monumentaler Intensität verschmelzen.

Mit

Anselm Kiefer Nymphäum Gemälde mit goldenen Fensterstrukturen und überwucherter Stadtlandschaft
Paul Gauguin, zwei tahitianische Frauen in leuchtenden Farben sitzend, symbolische Darstellung von Nähe und Distanz, Postimpressionismus, um 1892
Anselm Kiefer, heilige Dorothea, 2024. Emulsion, oil, acrylic, shellac, dried flowers, gold leaf and sediment of electrolysis. 346 × 190 cm (136.22 × 74.8 in). © Anselm Kiefer. Photo: Ulrich Ghezzi.
Unser Stand 368 mit Alexander Calder, Manolo Valdés, Gerhard Richter und Anselm Kiefer
Anselm Kiefer, Sag mir wo die Blumen sind (2024), installation view at studio, Croissy, France. Emulsion, oil, acrylic, shellac, gold leaf, sediment of electrolysis, clay, dried flowers, straw, fabric, steel, charcoal and collage of canvas on canvas. Copyright: Anselm Kiefer. Photo: Nina Slavcheva
Installationsansicht

Biografie und Ausbildung:
Anselm Kiefer, geboren am 8. März 1945 in Donaueschingen, gehört zu den prägenden Künstlern der Nachkriegszeit. Seine Kindheit fällt in die unmittelbare Phase nach dem Zweiten Weltkrieg, eine Erfahrung, die sein gesamtes Werk grundlegend bestimmt. Kiefer studiert zunächst Rechtswissenschaften und Romanistik, bevor er sich der Kunst zuwendet. Er besucht die Staatliche Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe und setzt seine Ausbildung an der Kunstakademie Düsseldorf fort, wo er Schüler von Joseph Beuys wird. Die Auseinandersetzung mit Geschichte, Erinnerung und kultureller Identität entwickelt sich früh zu einem zentralen Thema seiner Arbeit.

Künstlerische Entwicklung und Werk:
Seit den späten 1960er Jahren arbeitet Kiefer an einem Werk, das Malerei, Skulptur und Installation miteinander verbindet. Bekannt wird er durch großformatige Arbeiten, in denen er Materialien wie Stroh, Asche, Blei, Ton oder Pflanzenreste einsetzt. Diese Stoffe sind nicht dekorativ, sondern Träger von Bedeutung: Sie verweisen auf Vergänglichkeit, Transformation und die physische Dimension von Geschichte. Inhaltlich greift Kiefer auf Motive aus der deutschen Literatur, der jüdischen Mystik, der Alchemie sowie der antiken Mythologie zurück. Werkgruppen wie „Margarete“ und „Sulamith“, inspiriert von Paul Celans „Todesfuge“, markieren eine frühe intensive Auseinandersetzung mit der Shoah. In späteren Arbeiten erweitert er sein Bilduniversum um kosmologische und naturphilosophische Fragestellungen.

Kunsthistorische Bedeutung:
Kiefer wird seit den 1980er Jahren international rezipiert und zählt zu den zentralen Positionen der zeitgenössischen Kunst. Seine Teilnahme am deutschen Pavillon der Biennale von Venedig 1980 markiert einen entscheidenden Moment seiner internationalen Anerkennung. Kunsthistorisch wird sein Werk häufig im Kontext der Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte nach 1945 verortet. Zugleich überschreitet es nationale Grenzen, indem es Mythen, Religion und Naturwissenschaft miteinander verbindet. Seine Arbeiten zeichnen sich durch eine besondere Verbindung von Materialität und Bedeutung aus, in der sich Bild und Objekt nicht voneinander trennen lassen.

Museen und Sammlungen:
Kiefers Werke befinden sich in bedeutenden internationalen Sammlungen, darunter das Museum of Modern Art in New York, das Metropolitan Museum of Art, die Tate Modern in London sowie das Centre Pompidou in Paris. Auch in Deutschland ist er in zentralen Institutionen vertreten, darunter die Neue Nationalgalerie in Berlin und die Sammlung Würth in Künzelsau. Große Einzelausstellungen fanden unter anderem im Guggenheim Bilbao, in der Royal Academy of Arts in London sowie im Louvre in Paris statt, wo ihm als erstem lebenden Künstler seit Georges Braque ein dauerhaftes Werk übertragen wurde.

Auktionsmarkt:
Auf dem internationalen Auktionsmarkt erzielen Werke von Anselm Kiefer regelmäßig hohe Zuschläge. Ein bedeutender Preis wurde 2011 bei Christie’s in New York erzielt, als das Gemälde „Athanor“ für rund 3,6 Millionen US-Dollar verkauft wurde. Der Markt für seine Arbeiten ist durch eine konstante Nachfrage institutioneller und privater Sammler geprägt, insbesondere für großformatige Werke aus zentralen Werkphasen.

Zitat:
„Kunst ist das Denken in Bildern.“

Résumé:
Anselm Kiefer entwickelt ein Werk, in dem sich Geschichte, Mythos und Material untrennbar verbinden. Seine Arbeiten sind keine Abbilder, sondern Verdichtungen von Erinnerung und Zeit. In der Verbindung von archaischen Stoffen und intellektuellen Bezügen entsteht eine Bildsprache, die gleichermaßen physisch wie gedanklich wirkt. Kiefer gehört damit zu jenen Künstlern, die die Möglichkeiten der Malerei über ihre traditionellen Grenzen hinaus erweitert haben.

Thaddaeus Ropac Paris Pantin