Gertrudenkapelle in Uelzen Foto: Jan König
Gertrudenkapelle in Uelzen Foto: Jan König – Mit freundlicher Genehmigung von: denkmalschutz / Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Was: Presse

Wann: 05.12.2025

Die Gertrudenkapelle in Uelzen – Ein gotisches Kleinod am Rand der Lüneburger Heide

Zwischen Vergangenheit und Gegenwart erhebt sich in stiller Würde die Gertrudenkapelle in Uelzen – ein Kleinod spätgotischer Baukunst, das seit mehr als fünf Jahrhunderten Pilger, Reisende und Gläubige begleitet. Nun erinnert eine neue Bronzetafel an jenes Engagement, das seinen Fortbestand sichert: „Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit Hilfe der GlücksSpirale.“

Ein Zeichen der Dankbarkeit und Ermutigung

Für die Überarbeitung des Außenmauerwerks stellte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) im vergangenen Jahr 10.000 Euro bereit. Am Freitag, den 5. Dezember 2025, überbringt Professor Dr. Paul Georg Lankisch, Ortskurator Lüneburg der DSD, die Bronzetafel persönlich an den Kirchengeschworenen der Gertrudenstiftung zu Uelzen von 1535, Dr. Jan C. L. König. „Die Plakette soll an das Engagement der privaten Förderer der Stiftung und der GlücksSpirale erinnern und zu weiterer Unterstützung motivieren.“ Mit ihr reiht sich die kleine Kapelle in eine illustre Reihe von über 560 Objekten ein, die die DSD in Niedersachsen dank Spenden, Treuhandstiftungen und der GlücksSpirale fördern konnte.

Ein Ort der Stille vor den Toren der Stadt

Die Hansestadt Uelzen, am Rand der Lüneburger Heide südlich von Hamburg gelegen, birgt in der Gertrudenkapelle ein architektonisches Zeugnis tiefer Frömmigkeit. Zwischen 1511 und 1513 wurde das kleine Gotteshaus vor den Stadttoren erbaut – geweiht der heiligen Gertrud von Nivelles, der Schutzpatronin der Reisenden. Zusammen mit der Heiligen-Geist-Kapelle und der St.-Viti-Kapelle gehört sie zu den drei mittelalterlichen, aus Stiftungen hervorgegangenen Kapellen der Stadt.

Ein Bau von schlichter Schönheit

Der kleine Backsteinsaalbau erhebt sich mit steilem Satteldach und dreiseitigem Ostschluss. Ein verschieferter Dachreiter bekrönt die Kapelle mit Sphäre und Kreuz. Den Westgiebel gliedern ein spitzbogiges Portal, ein Bogenfries und ein Triforium. Große spitzbogige Fenster zwischen Strebepfeilern fluten den Innenraum mit Licht – schlicht, klar, von jener stillen Würde, die dem Sakralbau eine zeitlose Schönheit verleiht.

Von der Stiftung zum Rasthaus und zurück

Gestiftet wurde die Gertrudenkapelle vom Uelzener Bürger Hans Holsche und seiner Frau. Der Merian-Stich von 1645 zeigt sie bereits als festen Bestandteil der Stadtlandschaft. In nachreformatorischer Zeit diente das Gebäude zeitweise als Rasthaus für Kaufleute – ein Ort der Einkehr im doppelten Sinn. Um 1870 wurde die Kapelle umfassend instandgesetzt, der Westgiebel neu aufgebaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte eine weitere Restaurierung; in den 1950er Jahren erhielt das Gotteshaus seine heutige Ausstattung mit dem dreiflügeligen Altarbild und den Buntglasfenstern.

So steht die Gertrudenkapelle heute als stilles Zeugnis gelebter Geschichte – bewahrt durch Engagement, getragen von Gemeinschaft, und gefördert durch jene, die die Schönheit des Vergänglichen zu schätzen wissen.

Tags: Kirchenarchitektur, Kapelle

Am Freitag, den 5. Dezember 2025.