Historischer orientalischer Hofteppich mit floralem Rankenmuster aus der Privatsammlung „Magnum Opus“, Sotheby's New York.
Historischer orientalischer Hofteppich mit floralem Rankenmuster aus der Privatsammlung „Magnum Opus“, Sotheby's New York. – Mit freundlicher Genehmigung von: sothebys.com / Sotheby’s Auktionshaus

Was: Auktion

Wann: 17.10.2026 - 22.10.2026

Wenn eine Privatsammlung selbst zum Gesamtkunstwerk wird: Sotheby's präsentiert „Magnum Opus“ in New York

Mit Kunstauktion New York setzt Sotheby's im Herbst 2026 einen außergewöhnlichen Akzent im internationalen Kunstmarkt. Unter dem Titel „Magnum Opus: A Private Collection of Exceptional Art and Objects Through the Ages“ gelangt eine über Jahrzehnte aufgebaute Privatsammlung auf den Markt, die nicht durch einzelne Rekordwerke, sondern durch ihre bemerkenswerte inhaltliche Geschlossenheit beeindruckt. Bereits vor den Auktionen wird die Sammlung vom 17. bis 22. Oktober im Breuer Building in New York in einer eigens kuratierten Ausstellung öffentlich präsentiert, bevor sie in einer Serie von vier Single-Owner-Auktionen versteigert wird.

Römischer Marmortorso eines Kaisers aus der julisch-claudischen Zeit (1. Jahrhundert n. Chr.), Spitzenlos der Sotheby's-Auktion „Magnum Opus“.
Römischer Porträtkopf eines Mädchens aus der augusteischen Zeit (27 v. Chr. – 14 n. Chr.) aus der Privatsammlung „Magnum Opus“, Sotheby's New York.
Römischer Marmortorso eines Kaisers aus der julisch-claudischen Zeit (1. Jahrhundert n. Chr.), Spitzenlos der Sotheby's-Auktion „Magnum Opus“. • Römischer Porträtkopf eines Mädchens aus der augusteischen Zeit (27 v. Chr. – 14 n. Chr.) aus der Privatsammlung „Magnum Opus“, Sotheby's New York. – Mit freundlicher Genehmigung von: sothebys.com / Sotheby’s Auktionshaus

Zu den herausragenden Losen der Auktion zählen ein römischer Marmortorso eines Kaisers aus der julisch-claudischen Zeit mit einer Schätzung von 8 bis 12 Millionen US-Dollar sowie ein römischer Porträtkopf eines Mädchens aus der augusteischen Zeit, der mit 2,5 bis 3,5 Millionen US-Dollar bewertet wird.

Über viele Jahrzehnte hinweg hat ein einzelner Sammler mehr als 900 Kunstwerke und Objekte aus unterschiedlichsten Epochen und Kulturkreisen zusammengetragen. Die Spannweite reicht von römischen Marmorskulpturen über altorientalische Keramiken, islamische Hofteppiche und französisches Mobiliar bis zu Gemälden der Alten Meister, impressionistischen Arbeiten und bedeutendem Design des 20. Jahrhunderts. Diese enzyklopädische Herangehensweise erinnert an jene großen Sammlerpersönlichkeiten, die Kunst nicht nach Marktsegmenten, sondern nach kulturellen Zusammenhängen verstanden.

Jean-Antoine Houdons Marmorskulptur La Grive Morte (The Dead Thrush) aus der außergewöhnlichen Privatsammlung „Magnum Opus“, Sotheby's New York.
Jean-Honoré Fragonards Head of an Old Man, ausdrucksstarke Porträtstudie des französischen Rokoko aus der Privatsammlung „Magnum Opus“, Sotheby's New York.
Jean-Antoine Houdons Marmorskulptur La Grive Morte (The Dead Thrush) aus der außergewöhnlichen Privatsammlung „Magnum Opus“, Sotheby's New York. • Jean-Honoré Fragonards Head of an Old Man, ausdrucksstarke Porträtstudie des französischen Rokoko aus der Privatsammlung „Magnum Opus“, Sotheby's New York. – Mit freundlicher Genehmigung von: sothebys.com / Sotheby’s Auktionshaus

Zu den weiteren Höhepunkten zählen Jean-Antoine Houdons Marmorskulptur La Grive Morte (The Dead Thrush) mit einer Schätzung von 400.000 bis 600.000 US-Dollar sowie Jean-Honoré Fragonards ausdrucksstarke Porträtstudie Head of an Old Man, die mit 1 bis 1,5 Millionen US-Dollar bewertet wird.

Gerade darin unterscheidet sich „Magnum Opus“ von klassischen Estate Sales. Während viele bedeutende Nachlassauktionen einzelne Spitzenwerke oder prominente Provenienzen in den Mittelpunkt stellen, vermittelt diese Sammlung den Eindruck einer über Jahrzehnte entwickelten intellektuellen Reise. Nicht einzelne Epochen oder Stilrichtungen dominieren, sondern der Dialog zwischen Kulturen, Materialien und Jahrhunderten. Die Sammlung wirkt dadurch weniger wie ein Depot kostbarer Objekte als vielmehr wie ein persönliches Museum.

Nach Angaben von Sotheby's verbindet alle Werke eine gemeinsame Idee: die Auseinandersetzung mit der menschlichen Figur, mit Materialität und Bedeutung sowie mit der Rolle der Provenienz als Teil der Kunstgeschichte. Gerade diese inhaltliche Klammer verleiht der Sammlung ihre außergewöhnliche Geschlossenheit und macht sie weit mehr als die Summe ihrer einzelnen Objekte.

ALT-Text Osmanische İznik-Keramikfliese aus der Türkei, um 1565–1575, mit floralem Dekor aus der Privatsammlung „Magnum Opus“
Sir Joshua Reynolds, Portrait of Charles Blair, Porträt des britischen Malers aus der Privatsammlung „Magnum Opus“
ALT-Text Osmanische İznik-Keramikfliese aus der Türkei, um 1565–1575, mit floralem Dekor aus der Privatsammlung „Magnum Opus“ • Sir Joshua Reynolds, Portrait of Charles Blair, Porträt des britischen Malers aus der Privatsammlung „Magnum Opus“ – Mit freundlicher Genehmigung von: sothebys.com / Sotheby’s Auktionshaus

Die osmanische İznik-Keramikfliese aus der Türkei (um 1565–1575) wird auf 20.000 bis 30.000 US-Dollar geschätzt. Sir Joshua Reynolds' elegantes Portrait of Charles Blair zählt mit einer Schätzung von 200.000 bis 300.000 US-Dollar zu den qualitätvollen Gemälden der außergewöhnlichen Privatsammlung „Magnum Opus“.

Den Auftakt bildet im Oktober die „Magnum Opus Evening Auction“, bevor drei thematisch gegliederte Tagesauktionen unter den Titeln „Figure & Form“, „Darkness & Light“ sowie „Ornament & Texture“ folgen. Insgesamt werden dabei mehr als 600 Werke angeboten; Sotheby's rechnet für diese erste Auktionsserie mit einem Gesamterlös von mehr als 60 Millionen US-Dollar. Weitere Objekte aus der Sammlung werden anschließend bis weit in das Jahr 2027 hinein in insgesamt 22 weiteren Auktionen in New York und Paris angeboten.

Die Präsentation zeigt zugleich einen Wandel im internationalen Kunstmarkt. Immer häufiger interessieren sich Museen und Sammler nicht nur für herausragende Einzelwerke, sondern für Sammlungen, deren innere Logik und kulturhistorische Erzählung erhalten geblieben sind. Solche über Jahrzehnte gewachsenen Kollektionen werden zunehmend selbst zu Zeitdokumenten und spiegeln die Persönlichkeit ihrer Besitzer ebenso wider wie die Entwicklung des Sammelns.

Zwischen antiker Monumentalität und stiller Eleganz steht der marmorne römische Torso als Sinnbild dieser außergewöhnlichen Sammlung. Das fragmentierte Gewand erzählt von vergangener Macht, während die Spuren der Zeit den Blick auf Geschichte, Provenienz und kulturelles Gedächtnis lenken. Das Motiv vermittelt jene ruhige Würde, die den Charakter der gesamten Sammlung prägt und ihre Werke über Epochen und Kontinente hinweg miteinander verbindet.

Mit „Magnum Opus“ kündigt Sotheby's nicht nur eine bedeutende Auktionsserie an, sondern macht sichtbar, wie eine konsequent aufgebaute Privatsammlung selbst zum kulturellen Gesamtkunstwerk werden kann – eine Entwicklung, die den internationalen Kunstmarkt zunehmend prägt und den Blick wieder stärker auf die Geschichte des Sammelns richtet.

Tags: Keramik, Antike Kunst, Magnum Opus, Alte Meister, Impressionismus, Design, Sammler

Exhibition Information

27 June–1 July 2026 | London
Highlights Exhibition
34-35 New Bond Street, London W1A 2AA, UK

27 June–6 July 2026 | New York
Magnum Opus: A Marble Torso of an Emperor, Roman Imperial, Julio-Claudian, 1st half of the 1st Century A.D. 
945 Madison Ave, New York, NY 10021

17–22 October 2026 | New York
Full Exhibition 
945 Madison Ave, New York, NY 10021