María Berrío „Dance of the Umwelt“ – Figur mit Blumenstrauß in blauer Linienzeichnung.
María Berrío „Dance of the Umwelt“ – Figur mit Blumenstrauß in blauer Linienzeichnung. – Mit freundlicher Genehmigung von: hauserwirth.com / Gallery Hauser & Wirth

Was: Presse

Wann: 23.04.2026

Die Edition „Dance of the Umwelt“ von María Berrío erscheint als präzise gesetzter Beitrag im Spannungsfeld von Kunst und ökologischer Aufmerksamkeit und positioniert sich im Kontext einer Ausstellung New York als reflektierte Erweiterung ihrer künstlerischen Praxis.

Für Earth Day 2026 entwickelt, entsteht die Arbeit in Zusammenarbeit mit dem Drucker Harlan & Weaver und richtet sich in ihrer Funktion bewusst über das Einzelwerk hinaus. Der Erlös unterstützt Organisationen wie Art for Acres, Artists Commit und Amazon Aid Foundation und verankert die Edition in einem erweiterten kulturellen und gesellschaftlichen Zusammenhang.

Druckprozess der Edition „Dance of the Umwelt“ – Druckmaschine bei Harlan & Weaver in New York
Druckprozess der Edition „Dance of the Umwelt“ – Druckmaschine bei Harlan & Weaver in New York – Mit freundlicher Genehmigung von: hauserwirth.com / Gallery Hauser & Wirth
Der Titel „Dance of the Umwelt“ greift ein Konzept auf, das auf die subjektive Wahrnehmung der Welt verweist. Berrío beschreibt darin keine objektive Natur, sondern individuelle Erfahrungsräume, in denen Sinneseindrücke, Erinnerung und emotionale Projektion ineinandergreifen. Die Kompositionen ihrer Arbeiten entfalten sich aus dieser Perspektive heraus und bleiben bewusst offen, ohne eine eindeutige Lesart vorzugeben.

„Masks and costumes can make you feel free, but also create these otherworldly scenes where you feel like you're under a spell or ritual that's happening around you and you don't know what it is... It also connects with the current world where things can feel quite surreal, and we don't know how to behave or how to act.“

Formal setzt die Edition die für Berrío charakteristische Technik fort. Ihre Collagen entstehen aus handbemaltem Papier, das in Schichten aufgebaut wird und eine spezifische Tiefe erzeugt. Die Zusammenarbeit mit spezialisierten Druckwerkstätten überträgt diese haptische Qualität in das Medium der Druckgrafik, ohne den ursprünglichen materiellen Reichtum vollständig aufzugeben. Vielmehr entsteht eine kontrollierte Übersetzung, die zwischen Original und Edition vermittelt.

Die aktuelle Ausgabe hebt diese Verbindung von Materialität und Bildraum besonders hervor. Die Drucktechnik folgt nicht nur der Vorlage, sondern reagiert auf sie, indem sie Strukturen und Übergänge betont. In dieser Annäherung zeigt sich ein Prozess, der weniger reproduziert als interpretiert.

Gleichzeitig bleibt die inhaltliche Dimension zurückhaltend formuliert. Die Edition verweist auf ökologische Themen, ohne sie illustrativ auszubreiten. Natur erscheint nicht als Landschaft, sondern als fragiles Gefüge von Beziehungen, das sich der direkten Darstellung entzieht. In dieser Zurücknahme liegt eine Präzision, die das Werk offen hält und seine Wirkung nicht festlegt.

Die Edition positioniert sich damit zwischen künstlerischem Ausdruck, technischer Übersetzung und institutionellem Kontext. Sie bleibt Teil eines größeren Diskurses, ohne diesen zu dominieren, und behauptet ihre Eigenständigkeit durch eine klare, konzentrierte Form.

Tags: María Berrío, Zeitgenössische Kunst, Druckgrafik, Collagen, Kunst und Natur, Kunstmarkt

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