Nikolaus Korab, Porträt von Brigitte Kowanz mit Leuchtstoffröhren, Wien 1998, Silbergelatine-Print 44,5 x 44,5 cm, Foto: Niklaus Korab, © Bildrecht, Wien 2026
Nikolaus Korab, Porträt von Brigitte Kowanz mit Leuchtstoffröhren, Wien 1998, Silbergelatine-Print 44,5 x 44,5 cm, Foto: Niklaus Korab, © Bildrecht, Wien 2026 – Mit freundlicher Genehmigung von: forumwolkersdorf / forumschlosswolkersdorf

Was: Presse

Wann: 23.04.2026

NIKOLAUS KORAB I Elfriede-Mejchar-Preis für Fotografie 2026 I Preisverleihung und Ausstellungseröffnung am 30. Mai 2026 um 16 Uhr im Schloss Wolkersdorf, Weinviertel

Wolkersdorf, 23. April 2026 Zur Erinnerung an das außergewöhnliche fotografische Schaffen von Elfriede Mejchar (1924 - 2020) wurde 2023 der Elfriede-Mejchar-Preis für Fotografie Ausstellung ins Leben gerufen, mit dem Ziel, Kunst und Kultur und insbesondere die Fotografie zu fördern und durch die Auseinandersetzung mit dem Schaffen von Elfriede Mejchar ihr Werk lebendig und in Erinnerung zu behalten.

Der biennal ausgeschriebene, mit € 7.000 dotierte Preis wurde 2024 erstmals vergeben. Mit dem Preis verbunden ist eine Ausstellung mit Arbeiten der Preisträgerin/des Preisträgers im Schloss Wolkersdorf im Weinviertel, in Zusammenarbeit mit FLUSS, der niederösterreichischen Initiative für Foto- und Medienkunst, mit der Elfriede Mejchar mehr als 25 Jahre lang eng verbunden war.  

Der Elfriede-Mejchar-Preis für Fotografie 2026 wurde dem in Wien und in Niederösterreich arbeitenden und lebenden Fotokünstler Nikolaus Korab zuerkannt. Die Preisverleihung findet am Samstag, dem 30. Mai 2026 um 16 Uhr im großen Saal von Schloss Wolkersdorf im Weinviertel statt. Die Laudatio hält Peter Zawrel.

Im Anschluss an die Preisverleihung wird die Ausstellung Elfriede-Mejchar-Preis für Fotografie 2026mit Arbeiten des Preisträgers Nikolaus Korab, sowie einer Auswahl von Arbeiten der Finalist:innen Werner Feiersinger, Katharina Gruzei und Trude Lukacsek eröffnet.

JURYBEGRÜNDUNG

Die Jurymitglieder – Nela Eggenberger, Kulturmanagerin und Gründungsherausgeberin von P.IN.E.A Periodical, Alexandra Schantl, Leiterin der Sammlung Kunst nach 1960 in den Landessammlungen Niederösterreich, Fritz Simak, Vertreter der Erbengemeinschaft, Kunsthistoriker und Fotograf, Peter Zawrel, Autor und Kunsthistoriker  – haben dem Fotografen Nikolaus Korab mit folgender Begründung den Elfriede-Mejchar-Preis für Fotografie 2026 zuerkannt:

„Der zweite Elfriede-Mejchar-Preis geht an einen Künstler, der uns - die wir bereits in einem weit fortgeschrittenen digitalen Zeitalter leben - durch die konsequente Handhabung der analogen Großbildkamera daran erinnert, was „Photographie“ in ihrem ursprünglichen Sinn ist, nämlich zeichnen (griechisch gráphein) mit Licht (griechisch phōs). Trotz aller späterer Verzweigungen im Oeuvre der Namensgeberin des zu vergebenden Preises lag dieses Verständnis über viele Jahrzehnte ihrem Schaffen prägend zugrunde. 

Nikolaus Korab macht das Licht zum eigentlichen Thema des fotografischen Bildes, ohne die Abbildfunktion der Fotografie aufzugeben. In seinen Porträts von Menschen, Architekturen und Räumen gewinnen Licht und Schatten von der tiefsten Dunkelheit bis zur schärfsten Helligkeit eine geradezu haptische Qualität. Immer führt das Gezeigte über den Bildrand hinaus in einen Raum der Imagination. 

Korab wurde an der Höheren Graphischen Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt zum Fotografen ausgebildet, studierte aber auch an der Wiener Filmakademie das Fach Kamera, wo es darum geht, einen konkreten dreidimensionalen Raum in einen optischen zweidimensionalen umzuwandeln, in dem sich die Handlung entfaltet. Mit der äußersten Reduktion und Konzentration der Bildelemente erzeugt Korab eine zeitlose Wirkung seiner Fotografien, die man als klassisch bezeichnen könnte. Aber nicht im Sinne von ‚alt‘, im Mustergültigen erstarrt, sondern im Sinne einer Unabhängigkeit von Zeit und Raum, Bedeutung und Wissen. Was wir sehen, bedarf keiner Erklärung; es ist uns unmittelbar zugänglich.“

Nikolaus Korab, Streiflicht, Wien 1986, Straßenfotografie mit Licht-Schatten-Kontrast, Silbergelatine-Print 26 x 29,5cm, Foto: Niklaus Korab, © Bildrecht, Wien 2026
Nikolaus Korab, Streiflicht, Wien 1986, Straßenfotografie mit Licht-Schatten-Kontrast, Silbergelatine-Print 26 x 29,5cm, Foto: Niklaus Korab, © Bildrecht, Wien 2026 – Mit freundlicher Genehmigung von: forumwolkersdorf / forumschlosswolkersdorf

PREISTRÄGER 2026 I Nikolaus Korab

Nikolaus Korab wurde 1963 in Wien geboren. 1982 Matura, anschließend Besuch der Graphischen Lehr‐und Versuchsanstalt und der Filmakademie Wien; 1986 – 1989 Kameraassistenz im Film bei Walter Kindler und Wolfgang Hackl. 1998 – 2005 Lehrauftrag an der Universität für Angewandte Kunst, Wien (Meisterklasse Prof. Adolf Frohner). 2009 – 2014 Lehrauftrag an der Kunstschule Wien. Seit 2014 Workshops an der New Design University, St. Pölten. Seit 2020 Mitglied des Künstlerhauses, Wien. 1980 Beginn mit Fotografie (SW-Kleinbild + Mittelformat 6 x 6). 1991 Beginn mit Großbildfotografie 4 x 5 inch. 2006 Beginn mit Großbildfotografie 8 x 10 inch. Seit 1987 Auseinandersetzung mit dem Medium Buch als Thema der Fotografie. Lebt und arbeitet freischaffend in Wien und Niederösterreich. www.nikolauskorab.com

FINALIST:INNEN 2026 I Werner Feiersinger, Katharina Gruzei, Trude Lukacsek

Werner Feiersinger beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Gebäuden der Moderne. Seine Fotografien durchlaufen wie seine Skulpturen einen Transformationsprozess, reflektieren die bildhauerische Arbeit und bilden gleichzeitig deren Gegenpart. In Feiersingers Fotografien steht nicht das Dokumentarische im Vordergrund, sondern die Betrachtung des Motivs aus seiner spezifischen Perspektive: auf die expressiv-skulpturalen Qualitäten der Bauwerke, Volumen, Körper, Strukturen, Materialien, Oberflächen und deren Verhältnisse zueinander. 

„Arbeit“ ist ein wiederkehrendes Thema in den Werken der Künstlerin Katharina Gruzei. In ihren Bildern verwandelt die Künstlerin die vorgefundene Arbeitswelt in teils schwerelos wirkende und an Science-Fiction erinnernde Szenarien. Sie zeigt wie die Arbeiterkörper und das Werkstück im Fertigungsprozess miteinander verschmelzen. Die Körper der Arbeiter werden prothesenhaft durch Technologie ergänzt und so zum Verhandlungsort für die stets aktuellen Diskurse um die Veränderung von Arbeit. Die Schutzkleidung der Arbeiter erinnert an die Verwundbarkeit des menschlichen Körpers und damit an die Fantasie, die Arbeit von Maschinen, Robotern und zukünftig von Cyborgs verrichten zu lassen. 

Trude Lukacsek geht es in ihrer fotografischen Arbeit um Spurensuche und Materialität, um Verbindungen und Räume. Sie kombiniert in ihrem Werk Ästhetik, Narration, Kulturhistorie und Ethnographie. Sie stellt Gegenstände des öffentlichen Raumes in einen Zusammenhang, zeigt ihre Bedeutungsebenen auf und gibt ihnen eine Geschichtlichkeit. Die fotografische Recherchetätigkeit Lukacseks dokumentiert Alltägliches an verschiedensten Orten Europas, wobei Parallelen und Einzigartigkeiten der Objekte sichtbar werden.

Ein fotografisches Werk im Kontext des Elfriede-Mejchar-Preises für Fotografie 2026, das den Preisträger Nikolaus Korab als eine der prägnanten Positionen zeitgenössischer Fotografie zwischen Licht, Raum und Wahrnehmung sichtbar macht.

Tags: Nikolaus Korab, Elfriede Mejchar, Fotografie, Fotokunst, zeitgenössische Fotografie, Analogfotografie, Großbild, Werner Feiersinger, Katharina Gruzei, Trude Lukacsek

AUSSTELLUNGSDAUER 31. Mai – 28. Juni 2026
ÖFFNUNGSZEITEN Sa, So, Feiertag 14 – 18 Uhr
ORT Schloss Wolkersdorf im Weinviertel, Galerie 1 und Salon, Schlossplatz 2, 2120 Wolkersdorf, Eintritt frei