Außergewöhnliches Paar Tempelbehänge aus Seidenbrokat in Applikationstechnik. Tibet. Um 1900     79 x 122,5 cm und 78,5 x 123,5 cm (ohne Quasten)     Schätzpreis: 20.000 € - 25.000 €
Außergewöhnliches Paar Tempelbehänge aus Seidenbrokat in Applikationstechnik. Tibet. Um 1900 79 x 122,5 cm und 78,5 x 123,5 cm (ohne Quasten) Schätzpreis: 20.000 € - 25.000 € – Mit freundlicher Genehmigung von: lempertz / Auktionshaus Lempertz

Was: Auktion

Wann: 13.06.2026

Das Auktionshaus Lempertz in Köln präsentiert in seiner Juni-Auktion Asiatische Kunst herausragende Werke aus China, Tibet und Japan. Die Objekte stammen aus dem 7. bis 20. Jahrhundert und spannen einen Bogen über nahezu zwei Jahrtausende ostasiatischer Kulturgeschichte. Ein besonderes Highlight bildet der Bestand der Amsterdamer Galerie Astamangala mit bedeutender Kunst vom Dach der Welt. Damit vereint die Auktion künstlerische Virtuosität, ikonographische Tiefe und seltene Sammlerstücke von internationalem Rang.

Sjoerd de Vries vor seiner Galerie Astamangala in Amsterdam
Sjoerd de Vries vor seiner Galerie Astamangala in Amsterdam – Mit freundlicher Genehmigung von: lempertz / Auktionshaus Lempertz
Einen besonderen Schwerpunkt der Auktion bildet die Kunst Tibets: Lempertz versteigert die Bestände der Galerie Astamangala. Die Galerie war das Lebenswerk des im vergangenen Jahr verstorbenen Sjoerd de Vries und eine Institution an der Amsterdamer Keizersgracht, ihr Angebot das Ergebnis aus persönlicher Leidenschaft, Reisen in den Himalaya und daraus erwachsener großer Kennerschaft. In einem ersten Teil, der am 13. Juni aufgerufen wird, werden 58 Objekte aus dieser Galerie versteigert.

Darunter befindet sich etwa ein außergewöhnliches Paar Tempelbehänge aus Seidenbrokat in aufwendiger Applikationstechnik, entstanden um 1900 in Tibet, dessen Aufwand die Bedeutung textiler Ausstattung in buddhistischen Sakralräumen erkennen lässt.

Die reich dekorierten Kompositionen zeigen Schutzgottheiten auf ihren Reittieren, umgeben von dichten Ranken, Lotosmotiven und glückverheißenden Symbolen. Das Paar wird mit einem Schätzpreis von 20.000 bis 25.000 Euro angeboten.

Imposantes Lokapala-Skulpturenpaar. Terrakotta. Tang-Zeit (618-907)
Imposantes Lokapala-Skulpturenpaar. Terrakotta. Tang-Zeit (618-907) – Mit freundlicher Genehmigung von: lempertz / Auktionshaus Lempertz

Die Reise durch Jahrtausende der überreichen Kunstgeschichte Chinas eröffnet in dieser Auktion ein Paar Lokapala-Wächterfiguren aus Terrakotta aus der Zeit der Tang-Dynastie (618–907). Die polychrom gefassten Figuren stehen in dominanter Pose auf felsförmigen Plinthen und treten jeweils auf einen besiegten Dämon. In ihren reich gestalteten Rüstungen mit Drachenmaul-Ärmeln und Maskenmotiven zeigen sie sich als machtvolle Bändiger böser Geister. Schätzpreis für das Paar: 80.000 bis 100.000 Euro. Ebenfalls aus der Tang-Zeit und mit einer ganz ähnlichen Aufgabe betraut sind die beiden sancai-Wächterfiguren von Typ zhenmushou. Darstellungen dieser mystischen Wesen wurden zum Schutz des Friedens Verstorbener deren Gräbern beigegeben.

Seltener Anhänger (pei). Seladonfarbene Jade. Song-Zeit (1126–1279)
Seltener Anhänger (pei). Seladonfarbene Jade. Song-Zeit (1126–1279) – Mit freundlicher Genehmigung von: lempertz / Auktionshaus Lempertz

Aus der späteren Song-Zeit (1126–1279) stammt ein aus seladonfarbener Jade geschnitzter Anhänger, ein sogenannter pei. Dieses Kleinod beeindruckt durch höchste Schnitzkunst, die sich in der fein durchbrochenen Ausarbeitung in Form eines stilisierten Drachens mit dynamisch gewundenem Körper zeigt. Mit dem Schätzpreis von 15.000 bis 20.000 Euro wird das detailreiche Stück am 13. Juni aufgerufen.

Ritualgefäß vom Typ ding. Bronze. Frühe Westliche Zhou-Zeit (1046-771 v. Chr.)
Ritualgefäß vom Typ ding. Bronze. Frühe Westliche Zhou-Zeit (1046-771 v. Chr.) – Mit freundlicher Genehmigung von: lempertz / Auktionshaus Lempertz

Neben dem Anhänger dürften auch ein seltenes gui-Zepter (6.000 bis 8.000 Euro), ein Ritualgefäß vom Typ ding (Schätzpreis 15.000 bis 20.000 Euro) sowie eine Querrolle mit der Darstellung von Bambus und Vögeln (Schätzpreis 20.000 bis 30.000 Euro) reges Interesse finden. Diese Stücke gehören zu einer Auswahl archaischer Objekte aus der Sammlung des Diplomaten Ernst Arthur Voretzsch (1868-1965), aus der Lempertz schon in den vergangenen Auktionen zahlreiche bedeutende Stücke versteigern durfte.

Kaiserliche Drachenschale. Zhengde-Marke und aus der Zeit (1506-1521)
Kaiserliche Drachenschale. Zhengde-Marke und aus der Zeit (1506-1521) – Mit freundlicher Genehmigung von: lempertz / Auktionshaus Lempertz

Eine kaiserliche Drachenschale mit Zhengde-Marke und aus der Zeit (1506–1521) gehört zu den qualitätvollen Beispielen früher Ming-Porzellane. Die flach ausgezogene Saucer-Form zeigt im Spiegel einen herabsteigenden, in den Scherben eingeschnittenen fünfklauigen Drachen, umgeben von ausgesparten Wolkenmustern unter leicht grünlicher Glasur. Zwei weitere Drachen zieren die Außenwand, Schätzpreis 10.000 bis 15.000 Euro.

 Morita Shiryū  Heijō (Alltagsgeist). 1964     Zwei Schriftzeichen in Kursivschrift. Aluminiumpaste auf schwarzem Papier, mit Transparentlack
Morita Shiryū Heijō (Alltagsgeist). 1964 Zwei Schriftzeichen in Kursivschrift. Aluminiumpaste auf schwarzem Papier, mit Transparentlack – Mit freundlicher Genehmigung von: lempertz / Auktionshaus Lempertz

Morita Shiryūs Heijō (Alltagsgeist) von 1964 ist ein Schlüsselwerk der modernen japanischen Kalligrafie. Die in kraftvoller Kursivschrift ausgeführten Zeichen aus Aluminiumpaste auf schwarzem Papier entfalten durch den Überzug mit Transparentlack eine eindrucksvolle räumliche Wirkung. Morita, Mitbegründer der einflussreichen Bokujinkai-Gruppe, verband westliche Abstraktion mit der expressiven Tiefe der Schriftkunst. Das Werk ist auf der Rückseite signiert, datiert und mit Aufklebern versehen sowie im Originalrahmen erhalten, Schätzpreis: 15.000 bis 20.000 Euro.

Netsuke einer großen Schnecke. Buchsbaum. Provinz Tanba, Sasayama. Inschriftlich datiert 1840
Netsuke einer großen Schnecke. Buchsbaum. Provinz Tanba, Sasayama. Inschriftlich datiert 1840 – Mit freundlicher Genehmigung von: lempertz / Auktionshaus Lempertz

Einer langen Tradition verbunden sind die japanischen Netsuke, Shunshōan Toyomasa ist einer der bedeutenden Meister dieser Kunst. Ein außergewöhnliches Stück von seiner Hand ist die große Schnecke aus Buchsbaum, signiert und datiert 1840. Die Kombination aus fein geriffeltem Schneckenhaus und plastisch ausgearbeiteter, genoppter Haut in ukibori-Technik erzeugt eine spannungsreiche Oberflächenwirkung. Das Werk ist eines von nur sechs bekannten Exemplaren dieses Motivs von Shunshōan Toyomasa und steht mit dem Schätzpreis von 22.000 bis 26.000 Euro an der Spitze des wie stets umfangreichen Angebotes an Netsuke.

Mit ihrer Auswahl bedeutender Werke aus Tibet, China und Japan bietet die Lempertz-Auktion Asiatische Kunst einen faszinierenden Einblick in nahezu zwei Jahrtausende ostasiatischer Kulturgeschichte. Von seltenen buddhistischen Textilien über kaiserliches Ming-Porzellan bis hin zu Meisterwerken der japanischen Kalligrafie und Netsuke-Schnitzkunst vereint die Versteigerung herausragende Zeugnisse asiatischer Kunsttraditionen. Die Sammlung der Amsterdamer Galerie Astamangala verleiht der Auktion dabei eine besondere Bedeutung und dürfte internationale Sammler ebenso anziehen wie Kenner asiatischer Kunst.

Tags: Tibetische Kunst, Tang Dynastie, Ming-Dynastie, Song-Dynastie, Jade, Porzellan, netsukes, Himalaya, Ostasiatische Kunst, Kunstauktion, Japanische Kunst, Antiquitäten, Chinesischen Kunst

Montag bis Freitag: 09:00–13:00 Uhr und 14:00–17:30 Uhr