Nguyen Xuan Huy, „Mission Phoenix“, 2025, Öl auf Leinwand, 270 × 414 cm – monumentale Bildkomposition zwischen Mythos, Zerstörung und Erneuerung, in der menschliche Figuren, Feuer und Erinnerung zu einem zeitgenössischen Gleichnis verschmelzen
Nguyen Xuan Huy, „Mission Phoenix“, 2025, Öl auf Leinwand, 270 × 414 cm – monumentale Bildkomposition zwischen Mythos, Zerstörung und Erneuerung, in der menschliche Figuren, Feuer und Erinnerung zu einem zeitgenössischen Gleichnis verschmelzen – Mit freundlicher Genehmigung von: rothamel.de / Galerie Rothamel

Wann: 04.02.2026 - 08.02.2026

Galerie Rothamel ist dabei, wenn die Art Karlsruhe 2026 vom 4. bis 8. Februar erneut zum Ort konzentrierter künstlerischer Verdichtung wird, und setzt mit Werken von Nguyen Xuan Huy ein markantes Zeichen zwischen Mythos, Geschichte und Gegenwart. Im Zentrum steht sein 2025 entstandenes Gemälde „Mission Phoenix“, das in Karlsruhe erstmals gezeigt wird: Die Nike von Samothrake trifft auf verkohlte Dachbalken, die unweigerlich an den Brand der Kathedrale Notre-Dame de Paris im Jahr 2019 erinnern – Malerei als bewusste Schichtung kollektiver Bilder, als Bildraum von Zerstörung, Erinnerung und Erneuerung.

Was sich hier ankündigend zeigt, ist kein beliebiges Messepanorama, sondern ein fein abgestimmter Ausblick auf künstlerische Positionen, die sich Zeit nehmen: für Landschaft und Mythos, für Erinnerung und Transformation, für jene leisen Spannungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart, die Kunst erst dauerhaft machen.

Hans-Christian Schink, „Antarctica (11)“, 2010, C-Print Diasec, 178 × 211 cm – monumentale Gletscherlandschaft in extremer Stille, geprägt von Reduktion, Weite und elementarer Präsenz
Hans-Christian Schink, „Antarctica (11)“, 2010, C-Print Diasec, 178 × 211 cm – monumentale Gletscherlandschaft in extremer Stille, geprägt von Reduktion, Weite und elementarer Präsenz – Mit freundlicher Genehmigung von: rothamel.de / Galerie Rothamel

So führen die Fotografien von Hans-Christian Schink in eine Welt äußerster Reduktion. 2010 hielt er sich zwei Wochen in der Antarktis auf und arbeitete dort mit analoger Kamera. Seine großformatigen Landschaften sind von einer Nüchternheit und Reinheit, die in ihrer Stille monumental wirken.
„Schinks großformatige Landschaften wirken so nüchtern, so pur und grandios in ihrer Stille und Weite, dass sie einem den Atem nehmen.“

Einen ebenso existenziellen, wenngleich anders gelagerten Zugriff verfolgt Nguyen Xuan Huy, dessen „Mission Phoenix“ antike Mythen, globale Geschichte und aktuelle Erinnerung ineinandergreifen lässt und den Phönix als Bildformel für Zerstörung und Neubeginn in die Gegenwart holt.

Hiroyuki Masuyama, Der Wanderer über dem Nebelmeer No. 2, 2025, LED Lightbox, nach Caspar David Friedrich (1818)
Moritz Götze, „Tanz der Psyche“, 2025, Emailmalerei auf Stahl – allegorische Figur zwischen Bewegung und Mythos
Hiroyuki Masuyama, Der Wanderer über dem Nebelmeer No. 2, 2025, LED Lightbox, nach Caspar David Friedrich (1818) • Moritz Götze, „Tanz der Psyche“, 2025, Emailmalerei auf Stahl – allegorische Figur zwischen Bewegung und Mythos – Mit freundlicher Genehmigung von: rothamel.de / Galerie Rothamel

Zeit wiederum wird bei Hiroyuki Masuyama nicht als lineare Abfolge verstanden, sondern als offener Raum. Seine Arbeiten bewegen sich bewusst in der europäischen Romantik, rekomponiert aus hunderten Fotografien, und lassen Turner in Venedig oder Caspar David Friedrichs Bildwelten in neuer, gegenwärtiger Form erscheinen. Zeitreisen sind hier keine Fiktion, sondern eine künstlerische Methode der Begegnung.

Auch Moritz Götze schlägt mit neuen Arbeiten einen Bogen zwischen Rückschau und Zukunft. Mythen werden bei ihm zu Orientierungspunkten im Heute, zu Leuchtfeuern im Fluss der Gegenwart.
„In meinem Alter wird es Zeit, sich mit Mythen zu beschäftigen.“

Thitz verwandelt Einkaufstüten – Abbild und Artefakt unserer Konsumkultur – in gemalte Stadtutopien. Was vergeht, gewinnt in der Kunst Dauer, und so erhalten diese Werke neben ihrem autonomen Wert den Charakter unwiederbringlicher Zeitzeugnisse.

Thitz, „Berlin Ultimate Utopia“, 2026, Acryl und Taschen auf Leinwand, 140 × 200 cm – urbane Vision zwischen Konsumkultur und Zukunftsbild
Hjördis Baacke, Gemälde, zeitgenössische Malerei – Waldmotiv mit Licht und Tiefe
Thitz, „Berlin Ultimate Utopia“, 2026, Acryl und Taschen auf Leinwand, 140 × 200 cm – urbane Vision zwischen Konsumkultur und Zukunftsbild • Hjördis Baacke, Gemälde, zeitgenössische Malerei – Waldmotiv mit Licht und Tiefe – Mit freundlicher Genehmigung von: rothamel.de / Galerie Rothamel

Mit stillerer Intensität malt Hjördis Baacke Wälder. Ihre realistischen, lichtdurchwirkten Leinwände erscheinen wie Porträts, jeder Wald mit eigener Persönlichkeit, jeder Blick ein Eintauchen in ein Versprechen von Tiefe und Konzentration.

Zwischen Mensch und Tier schließlich erkennt Dana Meyer eine innere Verwandtschaft, die sich in ihren Figuren manifestiert und bewusst Grenzen auflöst.
„In Allegorien und Metaphern erkennen Menschen sich als Tiere mit deren Eigenheiten, Wesensarten und Archetypen. Das Ineinander und Zugleichsein von Erlebten in diesen Bildwelten ist unmittelbarer.“

So kündigt sich die Art Karlsruhe 2026 als Messe an, die nicht auf Effekte setzt, sondern auf Haltung. Auf Kunst, die schaut, erinnert, befragt – und gerade dadurch ihre Aktualität behauptet.

So löst sich das Bild aus der konkreten Erinnerung an die Kathedrale Notre-Dame und öffnet sich einem größeren Gedankenraum, in dem Mythos, Geschichte und Gegenwart nicht festgeschrieben sind, sondern als lebendige Bewegung weiterwirken.

Dana Meyer, „Editha“, 2025, geschmiedeter und geschweißter Stahl, 118 × 107 × 61 cm – skulpturale Figur zwischen Mensch und Tier
Dana Meyer, „Editha“, 2025, geschmiedeter und geschweißter Stahl, 118 × 107 × 61 cm – skulpturale Figur zwischen Mensch und Tier – Mit freundlicher Genehmigung von: rothamel.de / Galerie Rothamel
Tags: Nguyen Xuan Huy, Malerei, Hans-Christian Schink, Hiroyuki Masuyama, Moritz Götze, Hjördis Baacke, Dana Meyer, Zeitgenössische Kunst, monument

5. bis 8. Februar 2026
Täglich von 11:00 bis 19:00 Uhr