Michel-François Dandré-Bardon, Junger Künstler beim Zeichnen einer weiblichen Büste, um 1765, Staatsgalerie Stuttgart, Graphische Sammlung, Ausstellung Generation 1700, © Staatsgalerie Stuttgart
Michel-François Dandré-Bardon, Junger Künstler beim Zeichnen einer weiblichen Büste, um 1765, Staatsgalerie Stuttgart, Graphische Sammlung, Ausstellung Generation 1700, © Staatsgalerie Stuttgart – Mit freundlicher Genehmigung von: staatsgalerie.de / Staatsgalerie Stuttgart

Wann: 17.04.2026 - 30.08.2026

„Generation 1700. Zeichnen an der Königlichen Zeichenkunst“ entfaltet in der Staatsgalerie Stuttgart den Moment, in dem aus Linie Leben wird – und aus Disziplin künstlerische Freiheit.

Paris um 1700, ein Labor der Aufklärung, ein Ort, an dem das Zeichnen nicht nur Technik ist, sondern Haltung. Die Ausstellung führt mitten hinein in die Akademie, dorthin, wo junge Künstler den menschlichen Körper studieren, sezieren, begreifen – und gleichzeitig beginnen, ihn neu zu erfinden. Es ist der Augenblick, in dem sich Wissen und Ausdruck berühren.

Michel-François Dandré-Bardon, Sitzender männlicher Akt mit angezogenem Knie und Seil, um 1725, Staatsgalerie Stuttgart, Graphische Sammlung, Ausstellung Generation 1700
Michel-François Dandré-Bardon, Sitzender männlicher Akt mit angezogenem Knie und Seil, um 1725, Staatsgalerie Stuttgart, Graphische Sammlung, Ausstellung Generation 1700 – Mit freundlicher Genehmigung von: staatsgalerie.de / Staatsgalerie Stuttgart

Im Zentrum steht Michel-François Dandré-Bardon, dessen Studien den Körper nicht nur abbilden, sondern inszenieren. Muskeln, Bewegung, Spannung – jedes Blatt wirkt wie ein gedanklicher Entwurf von Freiheit. Vom Detail des Fußes bis zur vollständigen Figur entfaltet sich eine visuelle Dramaturgie, die zeigt, wie präzise Beobachtung zur künstlerischen Sprache wird.

Die Strenge der Akademie bildet dabei keinen Gegensatz, sondern den Nährboden. Gerade in den Regeln entsteht das Experiment. Die Ausstellung macht sichtbar, wie aus methodischer Disziplin ein Raum für Innovation wächst, in dem sich die Kunst von der reinen Nachahmung löst und zu einer eigenen Stimme findet.

Dandré-Bardon, männlicher Akt mit erhobenen Armen und Seil, um 1725, Staatsgalerie Stuttgart, Generation 1700, © Staatsgalerie Stuttgart
Dandré-Bardon, männlicher Rückenakt mit angewinkeltem Arm, um 1725, Staatsgalerie Stuttgart, Generation 1700, © Staatsgalerie Stuttgart
Hutin, Malschüler mit Gipsmodellen im Atelier, um 1740, Staatsgalerie Stuttgart, Generation 1700
Dandré-Bardon, männlicher Akt mit erhobenen Armen und Seil, um 1725, Staatsgalerie Stuttgart, Generation 1700, © Staatsgalerie Stuttgart • Dandré-Bardon, männlicher Rückenakt mit angewinkeltem Arm, um 1725, Staatsgalerie Stuttgart, Generation 1700, © Staatsgalerie Stuttgart • Hutin, Malschüler mit Gipsmodellen im Atelier, um 1740, Staatsgalerie Stuttgart, Generation 1700 – Mit freundlicher Genehmigung von: staatsgalerie.de / Staatsgalerie Stuttgart

Neben Dandré-Bardon treten Künstler wie Carle van Loo, François de Troy und Charles Joseph Natoire in einen stillen Dialog. Rund 80 Zeichnungen, Druckgraphiken und Gemälde öffnen ein seltenes Fenster in den Alltag der Pariser Ausbildung und zeigen eine Generation, die das Sehen neu lernt und das Denken sichtbar macht.

„Wie lernt man, den menschlichen Körper zu zeichnen?“ – diese Frage steht am Anfang und durchzieht die gesamte Ausstellung. Die Antwort ist keine Methode, sondern eine Haltung: genau hinsehen, verstehen, verwandeln.

„Generation 1700“ ist mehr als eine Ausstellung über Zeichnung – sie ist ein Blick auf den Ursprung künstlerischer Autonomie, entstanden zwischen Anatomiesaal und Atelier, zwischen Regelwerk und Revolte.

Tags: Zeichnungen, Zeichenkunst, 18. Jahrhundert, Alte Meister, Michel-François Dandré-Bardon, Radierungen, Carle van Loo, François de Troy, Charles Joseph Natoire, Kunstgeschichte, Grafik

Di, Mi, Fr, Sa, So
10.00 – 17.00 Uhr

Abendöffnung Donnerstag
10.00 – 20.00 Uhr

Montag geschlossen