Nach dem Krieg entwickelte Pechstein in Berlin eine neue künstlerische Energie. 1937 wurden im Zuge der Aktion „Entartete Kunst“ mehr als 500 seiner Werke beschlagnahmt – ein drastischer Einschnitt, der sein Schaffen nachhaltig beeinflusste. In der Nachkriegszeit erfuhr er sowohl Anerkennung als auch kritische Distanz. Zahlreiche Südseemotive entstanden erneut, nun aus der Erinnerung heraus, verdichtet zu einem späten, reflektierten Werkkomplex.
Mehr als 100 Arbeiten sind in dieser Ausstellung erstmals in Österreich zu sehen, darunter eindrucksvolle Ostsee- und Südseelandschaften, die Pechsteins Blick auf Natur, Farbe und Form eindringlich sichtbar machen. Ein besonderer Fokus liegt auf seiner Beziehung zu Wolfgang Gurlitt, dessen Wirken eng mit der Geschichte der Vorgängerinstitution des LENTOS Kunstmuseums Linz verbunden ist.
Kuratiert von Brigitte Reutner-Doneus und gestaltet von Klemen Breitfuss, entsteht eine konzentrierte Schau, die das Werk Max Pechsteins in seiner historischen Dimension und ästhetischen Kraft neu erfahrbar macht. In Kooperation mit dem Institut für Kulturaustausch Tübingen, den Kunstsammlungen Zwickau Max-Pechstein-Museum sowie der Max Pechstein Stiftung wird ein facettenreicher Überblick präsentiert, der die Bedeutung des Künstlers im Kontext der klassischen Moderne eindrucksvoll bestätigt.
Die Ausstellung im LENTOS Kunstmuseum Linz macht die künstlerische Bedeutung Max Pechsteins eindrucksvoll erfahrbar und zeigt, wie der Expressionismus bis heute die Wahrnehmung von Farbe, Form und Figur prägt.