Irving Penn  Velvet Helmet Hat (Sue Jenks), New York, 1949
Irving Penn Velvet Helmet Hat (Sue Jenks), New York, 1949 – Mit freundlicher Genehmigung von: pacegallery.com / Pace Gallery

Wann: 12.11.2026 - 15.11.2026

Pace Gallery auf der Paris Photo 2026 – Von Irving Penn und Robert Frank bis zur Gegenwart

Vom 12. bis 15. November 2026 präsentiert die international renommierte Pace Gallery auf der Paris Photo im Grand Palais eine facettenreiche Auswahl historischer und zeitgenössischer Fotografie. Am Stand C23 begegnen Werke von Irving Penn, Robert Frank, André Kertész und Harry Callahan den künstlerischen Positionen von Yto Barrada, Richard Misrach, Adam Pendleton und Kiki Smith. Die Präsentation eröffnet einen spannenden Dialog über die Entwicklung der Fotografie, ihre Ausdrucksmöglichkeiten und ihren Platz innerhalb der bildenden Kunst.

Zwischen fotografischer Tradition und künstlerischer Gegenwart

Die Fotografie besitzt eine besondere Fähigkeit: Sie kann einen flüchtigen Augenblick bewahren und zugleich eine Wirklichkeit erschaffen, die weit über das Sichtbare hinausreicht. Diesen Gedanken greift Pace Gallery mit einer Präsentation auf, die unterschiedliche Generationen, Bildsprachen und künstlerische Auffassungen miteinander verbindet.

Zu den herausragenden Positionen gehört Irving Penn (1917–2009), dessen fotografisches Werk die Grenzen zwischen Mode, Porträt und freier Kunst nachhaltig verschoben hat. Seine Aufnahme Velvet Helmet Hat (Sue Jenks), New York von 1949 zeigt, wie aus einer scheinbar einfachen Porträtsituation eine Komposition von außergewöhnlicher Eleganz und Ausdruckskraft entstehen kann.

Das schmale Streichholz zwischen den Lippen durchbricht die makellose Eleganz der Inszenierung und verleiht dem Porträt eine überraschend rebellische Note.

Einen anderen Blick auf die amerikanische Wirklichkeit eröffnet der aus der Schweiz stammende Fotograf Robert Frank (1924–2019). Seine Aufnahme New York von 1955 zeigt einen prachtvollen Cadillac mit üppigem Blumenschmuck auf einer regennassen Straße. Während Auspuffdampf über den Asphalt zieht, liegt ein abgefallener Palmzweig im Vordergrund. Zwischen demonstrativem Luxus und alltäglicher Tristesse entsteht eine eigentümliche Melancholie. Frank, dessen 1959 erschienenes Fotobuch The Americans zunächst heftige Kritik auslöste, zeigte ein Amerika jenseits seiner glänzenden Selbstdarstellung. Seine Fotografien erzählen von gesellschaftlichen Widersprüchen, Einsamkeit und den Brüchen hinter dem amerikanischen Traum.

André Kertész und die Poesie des Unspektakulären

André Kertész, Atelier Mondrian, Paris, 1926 © Estate of André Kertész
Robert Frank, New York, 1955 © The Robert Frank Foundation
André Kertész, Atelier Mondrian, Paris, 1926 © Estate of André Kertész • Robert Frank, New York, 1955 © The Robert Frank Foundation – Mit freundlicher Genehmigung von: pacegallery.com / Pace Gallery

Als André Kertész 1926 das Pariser Atelier von Piet Mondrian fotografierte, entstand ein außergewöhnliches Künstlerporträt ohne den Künstler selbst. Die streng angeordneten Möbel, geometrischen Flächen und das einfallende Licht spiegeln Mondrians Streben nach Ordnung und Reduktion wider. Kertész erinnerte sich später, dass er versucht habe, den Geist von Mondrians Malerei fotografisch einzufangen. Selbst eine künstliche Blume hatte der Maler farblich seiner Ateliergestaltung angepasst. So wurde der Raum zum Ausdruck einer künstlerischen Überzeugung, die weit über die Leinwand hinausreichte.

Neue Perspektiven auf das fotografische Bild

Richard Learoyd, Still waiting, 2010/2026 © Richard Learoyd
Richard Learoyd, Still waiting, 2010/2026 © Richard Learoyd – Mit freundlicher Genehmigung von: pacegallery.com / Pace Gallery

Eine faszinierende Täuschung der Wahrnehmung eröffnet Richard Learoyds Still waiting (2010/2026). Was zunächst wie ein monumentales historisches Segelschiff erscheint, entpuppt sich als kunstvoll arrangiertes Miniaturmodell. Die filigrane Takelage entstand aus sorgfältig gespannten Schnüren in seinem Atelier. Learoyd arbeitet mit einer raumgroßen Camera obscura, mit der er einzigartige fotografische Direktpositive schafft. So verwandelt sich ein kleines, künstlich geschaffenes Motiv in eine geheimnisvolle maritime Erscheinung. Seine Fotografie erinnert daran, dass Bilder nicht nur Wirklichkeit festhalten, sondern unsere Vorstellung von Wirklichkeit grundlegend verändern können.

Auch Werke von Yto Barrada und Kiki Smith gehören zur Präsentation. Sie unterstreichen die Offenheit eines Mediums, das längst nicht mehr ausschließlich der Dokumentation dient, sondern zu einem eigenständigen Raum künstlerischer Auseinandersetzung geworden ist.

Begleitet wird der Messeauftritt von zwei bedeutenden Irving-Penn-Ausstellungen in Paris: The World According to Penn in der Bourse de Commerce und PENN & FASHION im Maison Européenne de la Photographie.

Mehr zur Paris Photo 2026

Vom 12. bis 15. November 2026 verwandelt sich das Grand Palais erneut in einen internationalen Treffpunkt der Fotokunst. Entdecken Sie in unserem ausführlichen Beitrag zur „Paris Photo 2026 im Grand Palais – 200 Jahre Fotografie in Paris“ weitere Höhepunkte, Ausstellungen und künstlerische Positionen der diesjährigen Messe.

Tags: Fotografie, Schwarzweißfotografie‎, Farbfotografie, André Kertész, Robert Frank, Richard Learoyd, Irving Penn, Fotokunst

Pace Gallery auf der Paris Photo 2026

12.–15. November 2026
Grand Palais, Paris
Stand C23

Weitere Informationen: www.pacegallery.com