Pace Gallery auf der Paris Photo 2026 – Von Irving Penn und Robert Frank bis zur Gegenwart
Vom 12. bis 15. November 2026 präsentiert die international renommierte Pace Gallery auf der Paris Photo im Grand Palais eine facettenreiche Auswahl historischer und zeitgenössischer Fotografie. Am Stand C23 begegnen Werke von Irving Penn, Robert Frank, André Kertész und Harry Callahan den künstlerischen Positionen von Yto Barrada, Richard Misrach, Adam Pendleton und Kiki Smith. Die Präsentation eröffnet einen spannenden Dialog über die Entwicklung der Fotografie, ihre Ausdrucksmöglichkeiten und ihren Platz innerhalb der bildenden Kunst.
Zwischen fotografischer Tradition und künstlerischer Gegenwart
Die Fotografie besitzt eine besondere Fähigkeit: Sie kann einen flüchtigen Augenblick bewahren und zugleich eine Wirklichkeit erschaffen, die weit über das Sichtbare hinausreicht. Diesen Gedanken greift Pace Gallery mit einer Präsentation auf, die unterschiedliche Generationen, Bildsprachen und künstlerische Auffassungen miteinander verbindet.
Zu den herausragenden Positionen gehört Irving Penn (1917–2009), dessen fotografisches Werk die Grenzen zwischen Mode, Porträt und freier Kunst nachhaltig verschoben hat. Seine Aufnahme Velvet Helmet Hat (Sue Jenks), New York von 1949 zeigt, wie aus einer scheinbar einfachen Porträtsituation eine Komposition von außergewöhnlicher Eleganz und Ausdruckskraft entstehen kann.
Das schmale Streichholz zwischen den Lippen durchbricht die makellose Eleganz der Inszenierung und verleiht dem Porträt eine überraschend rebellische Note.
Einen anderen Blick auf die amerikanische Wirklichkeit eröffnet der aus der Schweiz stammende Fotograf Robert Frank (1924–2019). Seine Aufnahme New York von 1955 zeigt einen prachtvollen Cadillac mit üppigem Blumenschmuck auf einer regennassen Straße. Während Auspuffdampf über den Asphalt zieht, liegt ein abgefallener Palmzweig im Vordergrund. Zwischen demonstrativem Luxus und alltäglicher Tristesse entsteht eine eigentümliche Melancholie. Frank, dessen 1959 erschienenes Fotobuch The Americans zunächst heftige Kritik auslöste, zeigte ein Amerika jenseits seiner glänzenden Selbstdarstellung. Seine Fotografien erzählen von gesellschaftlichen Widersprüchen, Einsamkeit und den Brüchen hinter dem amerikanischen Traum.
André Kertész und die Poesie des Unspektakulären