KPM Berlin Glasurkunst – Porzellan, Design und Materialforschung ©: Jan Schölzel
KPM Berlin Glasurkunst – Porzellan, Design und Materialforschung ©: Jan Schölzel – Mit freundlicher Genehmigung von: kpm-berlin / KPM Königliche Porzellan-Manufaktur

Was: Presse

Wann: 23.04.2026

Wenn Glasur zur Kunst wird: Materialforschung und Porzellan bei der KPM Berlin

In Kunst und Design Berlin verschiebt sich der Blick zunehmend auf Prozesse, in denen Material selbst zum Träger künstlerischer Erfahrung wird. Die Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin öffnet mit einem aktuellen Einblick in ihr Labor einen selten sichtbaren Bereich zwischen Handwerk, Forschung und ästhetischer Form.

„Wenn sich das Licht auf einer Glasur bricht, entsteht ein faszinierendes Spiel aus Tiefe, Struktur und Glanz.“ Dieser Zugang beschreibt weniger ein Objekt als dessen Erscheinung. Im Zentrum stehen Kristallglasuren, die in einem mehrtägigen Prozess entstehen und deren mikroskopische Strukturen sich nicht vollständig kontrollieren lassen. Gerade diese Unvorhersehbarkeit verleiht jeder Oberfläche ihren individuellen Charakter und macht jede Vase zu einem eigenständigen Werk.

Flüssige Glasur wird im KPM Berlin Labor in ein Gefäß gegossen Bilder ©: Jan Schölzel
Auftragen von Glasur auf Porzellanvase mit Sprühpistole im KPM Labor Bilder ©: Jan Schölzel
Flüssige Glasur wird im KPM Berlin Labor in ein Gefäß gegossen Bilder ©: Jan Schölzel • Auftragen von Glasur auf Porzellanvase mit Sprühpistole im KPM Labor Bilder ©: Jan Schölzel – Mit freundlicher Genehmigung von: kpm-berlin / KPM Königliche Porzellan-Manufaktur

Im Labor, begleitet von Dr. Hamid Zadeh, wird sichtbar, wie eng wissenschaftliche Präzision und künstlerische Sensibilität miteinander verbunden sind. Die fotografischen Einblicke zeigen Abläufe des Gießens, Sprühens und Brennens, doch entscheidend sind die Übergänge: fließende Glasuren, die sich verdichten, und kristalline Strukturen, die sich erst im Licht vollständig entfalten. Oberfläche erscheint hier nicht als Dekor, sondern als eigenständiger Bildraum.

Die Wirkung entfaltet sich besonders in klar definierten Gefäßformen. Vasen wie Krukenform, Halle 3 oder Zwiebelform fungieren als Träger dieser Prozesse und verbinden historische Formtraditionen mit zeitgenössischer Materialforschung. Ihr changierendes Farbspiel, insbesondere in Blau- und Grüntönen, verweist auf eine Ästhetik, die sich zwischen Kontrolle und Zufall bewegt.

Kristallglasur Detail auf Porzellanvase mit sichtbaren Strukturen ©: Jan Schölzel
Kristallglasur Detail auf Porzellanvase mit sichtbaren Strukturen ©: Jan Schölzel – Mit freundlicher Genehmigung von: kpm-berlin / KPM Königliche Porzellan-Manufaktur

Gleichzeitig entsteht eine Nähe zum Kunstmarkt. Die gezeigten Arbeiten sind auf kleine Auflagen begrenzt und bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Edition und Unikat. Jede Vase wird so nicht nur zum Gebrauchsobjekt, sondern zu einem sammelbaren Objekt, dessen Wert sich aus Prozess, Materialität und Singularität ableitet

Was sich hier zeigt, ist eine Praxis, in der Porzellan nicht als traditionelles Medium erscheint, sondern als offenes Feld experimenteller Gestaltung. Glasur wird zu einer Form von Zeit, zu einer sichtbaren Spur von Hitze, Chemie und Entscheidung – und damit zu einem zentralen Element künstlerischer Produktion in der Gegenwart.

Drei Porzellanvasen mit unterschiedlichen Glasuren im KPM Berlin Designlabor ©: Jan Schölzel
Drei Porzellanvasen mit unterschiedlichen Glasuren im KPM Berlin Designlabor ©: Jan Schölzel – Mit freundlicher Genehmigung von: kpm-berlin / KPM Königliche Porzellan-Manufaktur

Glasur wird so zum zentralen Element einer künstlerischen Praxis, die Porzellan in Berlin neu definiert und im Kontext von Kunst, Design und Materialforschung verortet.

Tags: KPM Berlin, Porzellan, Glasur, Glas, Sammler, Angewandte Kunst, Keramik, internationaler Kunstmarkt

Keine öffentlichen Öffnungszeiten, da es sich um einen redaktionellen Einblick in das Labor der KPM Berlin handelt.