„Hier wurde ein bedeutender künstlerischer Wert beschädigt. Unsere Vorfahren haben den Park über Generationen mit Hingabe geschaffen und bewahrt. Bis heute haben viele Besucher den frei zugänglichen Park genießen können. Dafür haben wir nicht unerhebliche Spenden dort investiert – und dann wird ein Teil des Gartenkunstwerks mutwillig zerstört. Für mich ist das nicht nur enttäuschend, sondern ein gemeiner Angriff auf die Interessen der Gesellschaft“, erklärt Steffen Skudelny, Vorstand der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.
Ein bedeutendes Gartendenkmal
Schloss Blankensee zählt zu den bedeutenden Barockanlagen Brandenburgs. Das Herrenhaus wurde 1740 errichtet, während der mehr als vier Hektar große Landschaftspark im 19. Jahrhundert nach Plänen des preußischen Gartenkünstlers Peter Joseph Lenné gestaltet wurde. Anfang des 20. Jahrhunderts ließ der Schriftsteller Hermann Sudermann den Park umgestalten und schuf mit zahlreichen aus Italien stammenden Skulpturen, Architekturelementen und Sichtachsen den bis heute charakteristischen Italienischen Garten.
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz betont, dass die beschädigten Säulen Teil eines kunst- und kulturhistorisch wertvollen Gesamtkunstwerks sind. Die Zerstörung betreffe daher nicht nur einzelne Bauteile, sondern einen wesentlichen Bestandteil der historischen Gartenanlage.
Wiederholte Angriffe auf das Kulturerbe
Es ist nicht das erste Mal, dass Schloss Blankensee Ziel von Vandalismus wird. Bereits 2018 wurden Skulpturen und Teile der Parkmauer mit Farbe beschmiert. 2022 beschädigten Unbekannte das Kulissenhaus und eine historische Rundbank, 2024 wurde erneut die Parkmauer mit Graffiti verunstaltet. Die Beseitigung der Schäden verursachte nach Angaben der Betreiber jeweils Kosten von rund 2.000 Euro.
Die Restaurierung von Schloss und Park war in den vergangenen Jahren nur durch umfangreiche Spenden und bürgerschaftliches Engagement möglich. Umso schwerer wiegt die erneute Beschädigung eines der bedeutendsten historischen Gartenensembles Brandenburgs.