Die Mannheimer Uhrenexperten von Auktionen Dr. Crott bereiten sich auf ihre 114. Auktion am 18. April 2026 vor. Der nun veröffentlichte Katalog vereint eine Auswahl bedeutender Sammleruhren aus unterschiedlichen Jahrzehnten der Uhrengeschichte. Von seltenen Vintage-Rolex-Modellen bis zu technisch anspruchsvollen Armbanduhren von Patek Philippe spannt die Auktion einen Bogen von den 1940er Jahren bis in die jüngere Vergangenheit.
Neu ist dabei auch das Format der Versteigerung. Erstmals wird die Auktion als reine Online-Live-Versteigerung ohne Saalpublikum durchgeführt. Sammler können die Auktion in Echtzeit über die Website verfolgen und direkt mitbieten, während schriftliche Vorgebote und Telefongebote weiterhin möglich bleiben.
Zu den auffälligsten Losen der Auktion gehört eine äußerst begehrte Rolex Cosmograph Daytona Referenz 6265 aus dem Jahr 1979. Die Vintage-Chronographenuhr präsentiert sich mit dem seltenen sogenannten „Big Red Panda Dial“, einem versilberten Zifferblatt mit schwarzen Totalisatoren und dem markanten roten Daytona-Schriftzug, der diese Variante unter Sammlern besonders begehrt macht.
Die Referenz 6265 wurde 1969 eingeführt und bis 1987 produziert. Charakteristisch für diese Generation sind die verschraubten Chronographendrücker, die erstmals eine echte Wasserdichtigkeit ermöglichten und damit den Zusatz „Oyster“ auf dem Zifferblatt rechtfertigten. Im Inneren arbeitet das Handaufzugswerk Kaliber 727, die letzte Entwicklungsstufe des klassischen Rolex Cosmograph Daytona-Werks auf Basis des Valjoux 72, bevor Rolex Ende der 1980er Jahre auf automatische Chronographenwerke umstellte.
Das angebotene Exemplar zeigt ein hervorragend erhaltenes Zifferblatt mit harmonisch gealterten Tritium-Leuchtpunkten und die charakteristische gravierte Stahl-Tachymeterlünette. Die Rolex Daytona „Big Red“ gilt heute als eine der ikonischsten Vintage-Sportuhren der Marke. Der Schätzpreis liegt bei 35.000 bis 60.000 Euro.
Ein weiteres Highlight der Auktion führt in die Frühzeit der wasserdichten Chronographen von Rolex. Der angebotene Rolex Oyster Chronograph Referenz 4537 aus den 1940er Jahren zählt zu den seltensten Chronographen-Referenzen der Marke. Das Modell wurde nur für kurze Zeit produziert, und nach heutigem Kenntnisstand entstanden lediglich rund hundert Exemplare.
Das versilberte Zifferblatt mit Roségoldindizes zeigt eine ungewöhnliche Kombination aus schwarzer Tachymeterskala und blauer Telemeterskala, die hier in Kilometern statt in Meilen ausgeführt ist – ein Detail, das von Sammlern besonders geschätzt wird. Das Edelstahlgehäuse misst 36 Millimeter und beherbergt das Handaufzugswerk Kaliber 72 VZH. Die Uhr wurde 2020 im Rolex-Atelier vollständig gewartet und wird mit Servicebericht angeboten. Der Schätzpreis liegt bei 22.500 bis 35.000 Euro.
Neben diesen Vintage-Raritäten findet sich im Katalog auch eine technisch anspruchsvolle Komplikation aus dem Hause Patek Philippe. Die angebotene Referenz 5035 aus 18 Karat Weißgold gehört zu den frühen Modellen des von der Manufaktur entwickelten Jahreskalenders.
Mit dieser Referenz stellte Patek Philippe 1996 erstmals eine automatische Armbanduhr vor, deren Kalendermechanismus die unterschiedlichen Monatslängen automatisch berücksichtigt und nur einmal jährlich korrigiert werden muss. Für diese Konstruktion erhielt das Unternehmen ein eigenes Schweizer Patent.
Das schiefergraue Zifferblatt zeigt Wochentag, Datum und Monat in Fenstern sowie eine 24-Stunden-Anzeige. Im Inneren arbeitet das automatische Kaliber 315/198, während das Weißgoldgehäuse einen Durchmesser von 37 Millimetern besitzt. Für dieses Modell wird ein Schätzpreis von 18.000 bis 25.000 Euro angesetzt.
Mit dieser Mischung aus seltenen Vintage-Chronographen, ikonischen Sportuhren und komplexen Kalendermechanismen zeigt die 114. Auktion von Auktionen Dr. Crott einmal mehr die anhaltende Faszination klassischer Sammleruhren – Objekte, die Technik, Design und Geschichte in einer einzigen Armbanduhr vereinen.
Historische Taschenuhren
Neben den Armbanduhren finden sich im Katalog auch mehrere bemerkenswerte Taschenuhren, die an die kunsthandwerkliche Raffinesse der Uhrmacherei um 1900 erinnern. Besonders auffällig ist eine schwere Gold-Savonnette mit Minutenrepetition und verborgenem Automatenmechanismus.
Unter der Goldcuvette verbirgt sich ein polychrom emaillierter Automat, der beim Betätigen des Repetitionsschiebers zum Leben erwacht. Die Szene zeigt einen prächtig gekleideten Sultan und eine Haremsdame in einem Lustpavillon, während ein Diener das Geschehen aus dem Hintergrund beobachtet. Solche erotischen Automaten gehörten um die Jahrhundertwende zu den außergewöhnlichsten Luxusobjekten der Uhrmacherkunst.
Das Werk mit Minutenrepetition, zwei Hämmern und zwei Tonfedern ist in einem aufwendig gravierten 18-karätigen Goldgehäuse untergebracht. Die um 1900 gefertigte Uhr besitzt einen Durchmesser von 57 Millimetern und ein Gewicht von 151 Gramm. Der Schätzpreis liegt bei 12.000 bis 25.000 Euro.
Singvogelautomat aus Genf
Ein weiteres außergewöhnliches Objekt der Auktion führt in die Welt der mechanischen Automaten des 19. Jahrhunderts. Der angebotene Singvogelautomat aus Genf, gefertigt aus vergoldetem Silber und reich verziert mit polychromer Emailmalerei, gehört zu den faszinierendsten Luxusobjekten jener Epoche.
Wird das Werk aufgezogen und der Schieber an der Vorderseite betätigt, öffnet sich die emaillierte Abdeckung und ein kunstvoll gearbeiteter Vogel erhebt sich aus dem Inneren des Gehäuses. Während er zwitschert, bewegt er Kopf, Flügel und Schwanz und öffnet rhythmisch den Schnabel. Das fein bemalte Email auf dem Deckel zeigt eine alpine Flusslandschaft, während das Innere mit einem Blumenbouquet unter einem Baum gestaltet ist.
Solche Singvogelautomaten wurden im 19. Jahrhundert vor allem in Genf gefertigt und gehörten zu den technisch wie künstlerisch anspruchsvollsten mechanischen Kuriositäten ihrer Zeit. Der vorliegende Automat wird mit originalem Schlüssel und Präsentationsschatulle angeboten. Der Schätzpreis liegt bei 15.000 bis 25.000 Euro.
Mit seltenen Vintage-Rolex, einer Patek-Philippe-Komplikation sowie historischen Automaten und Taschenuhren bietet die 114. Auktion von Auktionen Dr. Crott einen faszinierenden Einblick in die Vielfalt der klassischen Uhrmacherkunst.
Vorbesichtigungen zur 114. Auktion sind nach Terminvereinbarung während der Geschäftszeiten bei Auktionen Dr. Crott in Mannheim möglich. Die Auktion findet am 18. April 2026 als Online-Live-Auktion statt.
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