445 Jahre Uhrmacherkunst – eine Zeitreise durch die Auktion bei Dr. Crott
Was bleibt von einer Uhr, wenn man fast 450 Jahre zurückblättert? Zunächst verschwindet das Kautschukband, dann die Armbanduhr selbst. Aus dem persönlichen Zeitmesser wird ein Taschenchronometer, aus ihm ein kostbares Kunstobjekt – bis wir schließlich bei einer Renaissance-Uhr ankommen, die eher in einer Kunstkammer als auf einem Nachttisch zu erwarten wäre.
Die Auktion 2026 bei Auktionen Dr. Crott lässt sich deshalb auch anders betrachten als über Marken, Referenzen und Schätzpreise. Zwischen einer Rolex Sky-Dweller von 2025 und einer süddeutschen Vasenuhr aus der Zeit um 1580 liegen rund 445 Jahre Geschichte der Zeitmessung. Sie erzählen von technischer Präzision und wissenschaftlichem Fortschritt, aber ebenso von Repräsentation, Schmuckkunst, Mode und der immer wieder neuen Frage, welche Gestalt wir der Zeit geben.
Dass dabei auch erhebliche Summen im Spiel sind, zeigt eines der Spitzenlose: Ein Tourbillon „Pour le Mérite“ von A. Lange & Söhne wird mit 200.000 bis 500.000 Euro bewertet. Doch beginnen wir unsere Reise nicht beim teuersten Stück. Wir drehen die Uhr zurück.
2025 – Rolex Sky-Dweller: Zeit für eine globale Gegenwart
Am Anfang steht eine Uhr, deren Erscheinung unmittelbar in unserer Gegenwart verankert ist. Die Rolex Sky-Dweller Ref. 336235 von circa 2025 kombiniert ein 42 Millimeter großes Gehäuse aus 18-karätigem Everose-Gold mit einem schokoladenfarbenen Zifferblatt und schwarzem Armband. Ihre Schätzung liegt bei 33.000 bis 46.000 Euro.
Hinter dem vertrauten Erscheinungsbild einer modernen Luxusuhr verbirgt sich eine Konstruktion für eine Welt, in der Menschen Zeitzonen überschreiten. Eine exzentrische Zahlenscheibe zeigt eine zweite Zeitzone an, hinzu kommt ein Jahreskalender. Über die drehbare „Ring-Command“-Lünette werden die Funktionen eingestellt.
Die Uhr zeigt damit nicht nur Zeit. Sie organisiert Zeit – über Länder, Monate und Zeitzonen hinweg. Ein passender Ausgangspunkt für unsere Reise zurück.
Um 2000 – Cartier Panthère: Wenn die Uhr zur Skulptur wird