Die Ausstellung bewegt sich zwischen den beiden Polen „BEAST“ und „BEAUTY“. Einerseits begegnen Besucher der ursprünglichen Vorstellung des wilden, unzähmbaren Tieres als Verkörperung von Kraft und Gefahr. Andererseits rückt die Kunst das Tier als ästhetisches Wesen, als Begleiter des Menschen, als Fabelgestalt, Krafttier oder humorvolle Figur in den Mittelpunkt. Zwischen Mythos, Naturbeobachtung und Popkultur entstehen Bildwelten, die den Menschen stets mitdenken.
Dabei interessiert sich die zeitgenössische Kunst weniger für die anatomische Gestalt des Tieres als für seine kulturellen Bedeutungen. Tiere werden zu Stellvertretern menschlicher Eigenschaften, zu imaginären Mischwesen oder symbolischen Figuren, die Identität, Erinnerung und gesellschaftliche Entwicklungen reflektieren. Gleichzeitig verweist die Ausstellung auf den tiefgreifenden Wandel unserer Umwelt: Aus der historischen Angst vor dem Tier wird zunehmend die Sorge um dessen Überleben. Damit rückt auch die gemeinsame Verantwortung für den Erhalt natürlicher Lebensräume in den Fokus.
Die präsentierten Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen und Videoarbeiten entfalten eine vielschichtige Erzählung zwischen Ernst und Ironie, Poesie und Gegenwartsbezug. So verbindet das TIER. und wir kunsthistorische Motive mit aktuellen Fragestellungen und eröffnet unterschiedliche Perspektiven auf das Zusammenleben von Mensch und Tier.
Vertreten sind Birgit Bachmann, Jürgen Ceplak, Astrid Esslinger, Gernot Fischer-Kondratovitch, Uta Heinecke (DE), Ina Hsu, Bardh-Irafet Jonuzi-T, Wil-Ma Kammerer (IT), Gudrun Kampl, Guido Katol, Peter Kogler, Alexandra Kontriner, Ingrid Kowatschitsch, Martin Krammer, Roland Maurmair, Ernst Miesgang, Alois Mosbacher, Kollektiv OchoReSotto, Sabine Ott, Olga Pastekova (SK), Carlos Perez (GTM), Peter Raneburger, Attila Rath Geber (FR), Joachim Röderer (DE), Fritz Russ, Günther und Loredana Selichar (IT), Deborah Sengl, Anna Stangl sowie Erik Tannhäuser (DE).
Mit das TIER. und wir /animality eröffnet das Stift Millstatt eine anspruchsvolle Ausstellungsreihe, die aktuelle Positionen der zeitgenössischen Kunst mit grundlegenden Fragen des Menschseins verbindet und Kärnten 2026 um einen bemerkenswerten kulturellen Impuls bereichert.