Bei Georg Pummer, präsentiert von der Galerie Vogel, gerät ausgerechnet etwas ins Wanken, das uns besonders vertraut erscheint: das menschliche Gesicht. Ein Frauenporträt mit weißen Blüten erinnert zunächst an klassische Vorstellungen von Schönheit, doch die Harmonie hält nicht lange. Rechteckige Fragmente durchbrechen Augen, Haut und Haare, Teile der Erscheinung scheinen verschoben oder aus dem Bild herausgelöst.
Pummer lässt das Porträt damit zwischen zwei Welten schweben. Der Mensch bleibt erkennbar, zugleich erinnert die Fragmentierung an digitale Bildstörungen und an eine Gegenwart, in der Gesichter permanent fotografiert, gefiltert, verändert und neu zusammengesetzt werden. Die Schönheit verschwindet dabei nicht – aber unsere Gewissheit darüber, was wir eigentlich sehen, bekommt Risse.
Die Galerie Vogel stellt Pummers Arbeiten in Wiesbaden gemeinsam mit Werken von Rodrigo Zaniboni vor, dessen Malerei den menschlichen Körper und die Figur auf ganz andere Weise zwischen Gegenständlichkeit und malerischer Auflösung erscheinen lässt.
170 Möglichkeiten, anders zu sehen