Besucher auf der ARTe Kunstmesse Dortmund zwischen Galerieständen und Kunstwerken
Besucher auf der ARTe Kunstmesse Dortmund zwischen Galerieständen und Kunstwerken – Mit freundlicher Genehmigung von: ArteKunstmessen / ARTe Kunstmessen GmbH

Was: Messe

Wann: 09.10.2026 - 11.10.2026

60 Galerien und Künstler, 1.800 Quadratmeter Kunst und drei Tage Zeit zum Entdecken: Vom 9. bis 11. Oktober 2026 verwandelt die ARTe Kunstmesse Dortmund die Halle 2 der Messe Dortmund erneut in einen Marktplatz für Kunst. Doch zwischen Malerei, Grafik, Fotografie und Skulptur findet sich diesmal auch ein Stand, der zeigt, dass künstlerische Qualität nicht danach fragt, wer sie geschaffen hat.

Zum dritten Mal kommt die ARTe Kunstmesse nach Dortmund. In der offenen Standarchitektur treffen zeitgenössische Positionen auf Werke der Klassischen Moderne. Rund 60 Galerien und Künstler präsentieren auf 1.800 Quadratmetern Gemälde, Grafiken, Fotografien und Skulpturen – und anders als im Museum darf hier nicht nur betrachtet, sondern auch gekauft werden.

Gerade der direkte Kontakt gehört zum Konzept der ARTe. Besucher können mit Galeristen und Künstlern ins Gespräch kommen, Werke aus der Nähe betrachten und mehr über deren Entstehung erfahren. Wer noch tiefer einsteigen möchte, kann an einer der fünf kostenfreien Messführungen mit der Kunsthistorikerin Anette Ochsenwadel teilnehmen.

Barssiloe – farbstarke Figuren und rotes Herz, ARTe Kunstmesse Dortmund 2026
Barssiloe – farbstarke Figuren und rotes Herz, ARTe Kunstmesse Dortmund 2026 – Mit freundlicher Genehmigung von: ArteKunstmessen / ARTe Kunstmessen GmbH

Wie viele Gesichter stecken in einem Bild?

Bei Barssiloe scheint sich diese Frage mit jedem Blick neu zu stellen. Köpfe zerfallen in Augen, Münder, Zähne und geometrische Formen, nur um sich im nächsten Moment wieder zu neuen Figuren zusammenzusetzen. Kräftiges Gelb, Rot, Blau und Violett treffen auf Gestalten, die zwischen Maske, Fantasiewesen und menschlichem Porträt changieren.

Was zunächst verspielt und beinahe comicartig erscheint, bekommt beim längeren Hinsehen eine andere Tiefe. Barssiloe versteht seine Figuren nicht als Monster, sondern als Bilder menschlicher Verletzlichkeit, Stärke und innerer Konflikte. Vielleicht liegt genau darin ihr Reiz: Sie lassen sich schnell ansehen – aber nicht ebenso schnell entschlüsseln.

Wenn Kunst keine Voraussetzungen kennt

Einen besonderen Platz unter den Ausstellern nimmt 2026 das Kunst Atelier Werkstattarbeit der WAD, der Werkstätten der Arbeiterwohlfahrt Dortmund GmbH, ein. Hier arbeiten Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen an ihren eigenen künstlerischen Positionen – unabhängig davon, ob sie bereits Vorerfahrung mitbringen oder zum ersten Mal intensiv mit Kunst in Berührung kommen.

Vorgaben gibt es dabei bewusst nicht. Die Künstler entscheiden selbst, was sie schaffen und wie sie arbeiten möchten. Unterstützung und Technikkurse stehen zur Verfügung, wenn sie gebraucht werden. So entstehen Arbeiten, deren Ausgangspunkt nicht eine bestimmte Stilrichtung oder Erwartung ist, sondern die individuelle künstlerische Idee.

Das Atelier beschränkt sich dabei längst nicht auf die Arbeit innerhalb der Werkstatt. Gemeinsam mit der WAD organisiert es Ausstellungen und Exkursionen, beteiligt sich an Wettbewerben und arbeitet mit dem Bereich Grafik und Gestaltung zusammen.

Auf der ARTe Kunstmesse Dortmund erhalten diese Arbeiten nun einen Platz mitten im regulären Messegeschehen. Die ausgestellten Werke stehen zum Verkauf und können unmittelbar vor Ort erworben werden. Damit begegnen sich Künstler, Galeristen, Sammler und Besucher auf derselben Ebene: vor dem Kunstwerk.

Wenn Farbe aus der Fläche tritt

Nina Boeing, abstrakte farbige Komposition auf leuchtend orangefarbenem Grund, ARTe Kunstmesse Dortmund 2026
Nina Boeing, abstrakte farbige Komposition auf leuchtend orangefarbenem Grund, ARTe Kunstmesse Dortmund 2026 – Mit freundlicher Genehmigung von: ArteKunstmessen / ARTe Kunstmessen GmbH
Ganz anders begegnet Nina Boeing der Farbe. Ihre abstrakten Kompositionen entstehen aus klar begrenzten Flächen, geschwungenen Linien und kräftigen Kontrasten. Dabei bleiben die Arbeiten nicht immer auf der klassischen Bildfläche: Ausgeschnittene Elemente auf Foamboard und Acrylglas verleihen ihnen eine räumliche Wirkung und lassen einzelne Formen regelrecht aus dem Bild hervortreten.

Einflüsse aus Skateboard- und Graffiti-Kultur treffen dabei auf eine Bildwelt, für die Boeing selbst Künstler wie Miró, Keith Haring und Romero Britto als Inspirationsquellen nennt. Ihre Arbeiten bezeichnet sie als „Leuchttürme für Emotionen“. Wo Barssiloe den Blick in einem Gewimmel aus Gesichtern festhält, schafft Boeing Raum – und lässt Farbe, Linie und Bewegung die Geschichte erzählen.

Kunst ansehen – und mitnehmen

Dass die ARTe ausdrücklich als Verkaufsmesse konzipiert ist, gehört zu ihrem Charakter. Wer sich für ein Werk entscheidet, kann es direkt erwerben; im 600 Quadratmeter großen Foyer steht für gekaufte Arbeiten ein Verpackungsservice bereit.

Musikalische Begleitung und ein gastronomisches Angebot ergänzen das Messewochenende. Schirmherrin der dritten ARTe Kunstmesse Dortmund ist erneut Ina Brandes, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

Am Freitag, dem 9. Oktober, beginnt die Messe mit dem Vernissage-Abend. Während der ersten Stunde ist der Eintritt frei. Anschließend kostet die Tageskarte an der Kasse 15 Euro, ermäßigt 12 Euro. Online sind Wochenendtickets für 12 Euro erhältlich. Kinder unter 16 Jahren haben in Begleitung freien Eintritt; für Personen mit dem Merkzeichen „B“ gilt dies einschließlich einer Begleitperson.

Wenn Beton Gefühle trägt

Gabi Limani, Skulptur aus Knetbeton mit geschlossenem Augen, ARTe Kunstmesse Dortmund 2026
Gabi Limani, Skulptur aus Knetbeton mit geschlossenem Augen, ARTe Kunstmesse Dortmund 2026 – Mit freundlicher Genehmigung von: ArteKunstmessen / ARTe Kunstmessen GmbH

Beton verbindet man mit Architektur, Gewicht und Beständigkeit – weniger mit den flüchtigen Momenten menschlicher Gefühle. Genau diesen Gegensatz nutzt Gabi Limani. Aus Knetbeton, Beton und weiteren Materialien formt sie Figuren, in denen Freude, Trauer, Liebe und Staunen eine dauerhafte Gestalt erhalten.

Ihre Skulpturen wirken dabei zugleich verwittert und lebendig. Geschlossene Augen, fein modellierte Gesichter, Blüten und farbige Oberflächen lassen den schweren Werkstoff beinahe weich erscheinen. Limani versteht Beton nicht nur als Material, sondern als eine Verbindung zwischen Denken und Fühlen. Was normalerweise gegossen wird, um zu bleiben, hält bei ihr einen Augenblick fest, der eigentlich vorübergeht.

Vom 9. bis 11. Oktober wird die Messe Dortmund damit für drei Tage zu einem Ort, an dem Kunst nicht hinter Museumstüren verschwindet. Man kann sie entdecken, mit den Menschen hinter ihr ins Gespräch kommen – und am Ende vielleicht sogar mit nach Hause nehmen.

Tags: Zeitgenössische Kunst, Malerei, Klassische Moderne, Kunstmarkt, Anette Ochsenwadel, Skulpturen, Fotografie, Grafik

Freitag, 09. Oktober 2026: 17:00 – 21:00 Uhr


Samstag, 10. Oktober 2026: 10:00 – 18:00 Uhr


Sonntag, 11. Oktober 2026: 10:00 – 18:00 Uhr