Tordurchfahrt zum Prater im Prenzlauer Berg Christina Lindemann
Tordurchfahrt zum Prater im Prenzlauer Berg Christina Lindemann – Mit freundlicher Genehmigung von: denkmalschutz / Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Was: Presse

Wann: 16.07.2025

Ein Berliner Original glänzt wieder – Bronzeplakette für den Prater im Prenzlauer Berg

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) hat erneut ein Zeichen gesetzt für den Erhalt bedeutender historischer Orte der Hauptstadt. Für die Instandsetzung der Tordurchfahrt zum Prater sowie für die Fenster und Türen der Straßenfront-Fassade des Kopfbaus stellte sie 75.000 Euro zur Verfügung. Nun würdigt sie das Engagement mit einer besonderen Auszeichnung: „Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit Hilfe der GlücksSpirale“. Die Bronzetafel überreicht Julia Beier vom Ortskuratorium Berlin bei einem Pressetermin am Mittwoch, den 16. Juli 2025 um 12.30 Uhr an Bürgermeisterin Dr. Cordelia Koch.

Die Plakette soll an das Engagement der privaten Förderer der Stiftung und der GlücksSpirale erinnern und zu weiterer Unterstützung motivieren. Der Prater ist eines von über 240 Projekten, die die private Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die in diesem Jahr ihr 40-jähriges Jubiläum feiert, in Berlin dank Spenden und Mittel von WestLotto aus der Lotterie GlücksSpirale fördern konnte.

Der Prater ist nicht irgendein Ort – er ist ein lebendiges Kapitel Berliner Geschichte. Gegründet 1837 zunächst als einfacher Bierausschank, wurde das Etablissement 1852 von der Familie Kalbo übernommen und weiterentwickelt. Es entstand eine populäre Freizeitstätte, in der auch Theater- und Varietévorstellungen stattfanden. Noch heute ist der Prater eine der ältesten erhaltenen und aktiv betriebenen Vergnügungs- und Erholungsstätten Berlins – ein herausragendes Zeugnis der rasanten Stadtentwicklung im 19. Jahrhundert.

Die Anlage im Zentrum des Ortsteils besteht aus Theatergebäuden mit Anbauten sowie aus Gaststätten, die das historische Flair bewahrt haben. Besonders ins Auge fällt die Tordurchfahrt, die 1875 im Zuge der Überbauung der Einfahrt entstand. Ihre Gestaltung ist geprägt von einer spätklassizistischen Formensprache, die bis heute eine besondere Atmosphäre schafft. Die Kreuzgewölbe wurden mit dekorativer Malerei, rahmenden Bändern und Schablonierungen in rot-ockerner Grundfarbigkeit ausgeschmückt.

Die zwei Längswände der Durchfahrt sind gegliedert durch zurückgesetzte Rundbogenfelder und hervortretende Pilaster. Auch die Wandfelder selbst sind mittels Stuckierungen unterteilt. Besonders eindrucksvoll sind die Stuckrosetten, die die Oberwände in ihrer Mitte schmücken. Damit präsentiert sich die Tordurchfahrt als eines der wenigen erhaltenen Beispiele einer beidseitig offenen, reich gestalteten spätklassizistischen Durchfahrt in Berlin.

Mit der aktuellen Maßnahme unterstreicht die Deutsche Stiftung Denkmalschutz einmal mehr ihre Verpflichtung, das kulturelle Erbe Deutschlands nicht nur zu bewahren, sondern auch wieder erlebbar zu machen. Der Berliner Prater ist dabei mehr als ein Denkmal – er ist ein Ort der Erinnerung, der Begegnung und der kulturellen Kontinuität mitten im lebendigen Prenzlauer Berg.

Tags: Baudenkmäler, Denkmalpflege, Kulturdenkmal, Malerei, Restaurierung
Kreuzgewölbe in der Tordurchfahrt zum Prater im Prenzlauer Berg Christina Lindemann
Kreuzgewölbe in der Tordurchfahrt zum Prater im Prenzlauer Berg Christina Lindemann – Mit freundlicher Genehmigung von: denkmalschutz / Wer: Deutsche Stiftung Denkmalschutz

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