Als Designobjekt entfaltet die Lindy ihre Wirkung auch durch Materialität. Klassische Hermès-Leder wie Clemence, Swift oder Evercolor bilden die Basis, während exotische Ausführungen aus Krokodil- oder Straußenleder die handwerkliche Virtuosität des Hauses betonen. Materialien sind hier nicht bloße Oberflächen, sondern Träger von Wert und Bedeutung. Ein Beispiel ist die Beton Matte Mississippiensis Alligator Mini Lindy 20, die 2025 auf dem Sekundärmarkt einen außergewöhnlichen Preis erzielte und verdeutlicht, wie sehr sich handwerkliche Seltenheit und zurückhaltende Farbigkeit gegenseitig verstärken.
Im Sammler- und Auktionskontext wird die Lindy zunehmend als Designklassiker gelesen. Kleinere Formate wie die Mini Lindy gelten als besonders begehrt, da sie die formale Idee der Tasche verdichten und zugleich den veränderten Umgang mit Luxus widerspiegeln. Neutral gehaltene Farben wie Étoupe, Gold oder Noir zeigen eine stabile Nachfrage, während saisonale Nuancen die Offenheit des Modells für zeitgenössische Farbexperimente unterstreichen. Sondereditionen wie Verso, Éclat, Tressage de Cuir oder Touch machen sichtbar, wie Hermès innerhalb eines klar definierten Designs immer neue Variationen entwickelt, ohne dessen Identität zu verlieren.