Paul Delvaux, Les cerf-volants / Les dames aux cerfs-volants, 1950. Öl auf Holz. Koller Auktionen, Zürich, Lot 3262. Schätzung: CHF 1.000.000–1.500.000.
Paul Delvaux, Les cerf-volants / Les dames aux cerfs-volants, 1950. Öl auf Holz. Koller Auktionen, Zürich, Lot 3262. Schätzung: CHF 1.000.000–1.500.000. – Mit freundlicher Genehmigung von: kollerauktionen / Koller Auktionen AG, ZÜRICH

Was: Auktion

Wann: 04.12.2026

Von Monet bis Picasso: Meisterwerke des Impressionismus und der Moderne bei Koller

Am 4. Dezember 2026 widmet das Zürcher Auktionshaus Koller dem Impressionismus und der klassischen Moderne eine hochkarätige Auktion. Werke von Claude Monet, Marc Chagall, Pierre-Auguste Renoir, Pablo Picasso und Paul Delvaux führen durch unterschiedliche künstlerische Welten – vom flüchtigen Licht der Themse über die poetische Kraft der Farbe bis zu den geheimnisvollen Bildräumen des Surrealismus.

Claude Monet, Bateaux sur la Tamise, 1900/01 – Schiffe auf der Themse im atmosphärischen Nebel, mit zarten Lichtreflexen in Blau, Rosa und Orange. Koller Auktionen 2026.
Claude Monet, Bateaux sur la Tamise, 1900/01 – Schiffe auf der Themse im atmosphärischen Nebel, mit zarten Lichtreflexen in Blau, Rosa und Orange. Koller Auktionen 2026. – Mit freundlicher Genehmigung von: kollerauktionen / Koller Auktionen AG, ZÜRICH

Zu den Höhepunkten zählt Claude Monets Bateaux sur la Tamise von 1900/01. Zwischen 1899 und 1901 reiste der Künstler wiederholt nach London, wo ihn besonders der Nebel über der Themse faszinierte. Vom Savoy Hotel aus beobachtete er, wie Rauch, Dunst und Sonnenlicht die Stadt in immer neue Farbstimmungen verwandelten. 

Was anderen den Blick versperrte, eröffnete Monet eine Welt voller Schönheit. In zarten Blau-, Rosa- und Goldtönen hält er die flüchtige Erscheinung von Schiffen auf dem Wasser fest. Das Pastell auf Papier, 31,5 × 43,8 cm, wird bei Koller auf CHF 600.000 bis 900.000 geschätzt.

Marc Chagall, Le couple et le bouquet au-dessus de la ville, 1979 – schwebendes Liebespaar über einer Stadt, umgeben von leuchtenden Blumen und intensiven Blautönen. Koller Auktionen 2026.
Marc Chagall, Le couple et le bouquet au-dessus de la ville, 1979 – schwebendes Liebespaar über einer Stadt, umgeben von leuchtenden Blumen und intensiven Blautönen. Koller Auktionen 2026. – Mit freundlicher Genehmigung von: kollerauktionen / Koller Auktionen AG, ZÜRICH

Eine Welt voller Liebe und Erinnerung eröffnet Marc Chagalls Le couple et le bouquet au-dessus de la ville aus dem Jahr 1979. Ein Liebespaar schwebt über einer Stadt, begleitet von einem prachtvollen Blumenstrauß. Chagalls erste Frau Bella, die 1944 starb, blieb in seiner Kunst über ihren Tod hinaus gegenwärtig. Vielleicht begegnet uns in diesem schwebenden Paar die Erinnerung an jene große Liebe, die selbst der Tod nicht auslöschen konnte. 

Unter ihnen erscheint eine Stadt, die an seine verlorene Heimat Witebsk erinnert. Der Blumenstrauß hingegen scheint das Leben selbst zu feiern. So vereinen sich Liebe, Verlust und Hoffnung zu einer poetischen Bildwelt, in der Erinnerungen niemals ganz verblassen. Das Werk in Öl, Tempera und Tusche auf Hartfaserplatte, 54 × 46 cm, wird bei Koller auf CHF 500.000 bis 800.000 geschätzt.

Pierre-Auguste Renoir, Esquisse de paysage, femme en rouge assise, 1916 – impressionistische Landschaft mit sitzender Frauenfigur, üppiger Vegetation und leuchtenden Grün-, Gelb- und Rosatönen. Koller Auktionen 2026.
Pierre-Auguste Renoir, Esquisse de paysage, femme en rouge assise, 1916 – impressionistische Landschaft mit sitzender Frauenfigur, üppiger Vegetation und leuchtenden Grün-, Gelb- und Rosatönen. Koller Auktionen 2026. – Mit freundlicher Genehmigung von: kollerauktionen / Koller Auktionen AG, ZÜRICH

Mit Esquisse de paysage, femme en rouge assise von 1916 begegnet uns Pierre-Auguste Renoir in seinen letzten Lebensjahren. Der Künstler litt unter schwerer rheumatoider Arthritis, seine Hände waren deformiert und jeder Pinselstrich verlangte ihm große Anstrengung ab. Doch Renoir malte weiter. Auf seinem Anwesen Les Collettes an der Côte d’Azur fand er in der Natur eine unerschöpfliche Quelle der Lebensfreude. 

Eine sitzende Frauenfigur verschmilzt beinahe mit der üppigen Vegetation, während leuchtende Grün-, Gelb- und Rosatöne die Leinwand erfüllen. Vielleicht liegt gerade darin die bewegende Kraft dieses Spätwerks: Ein von Schmerzen gezeichneter Mensch, der die Schönheit des Lebens nicht aufgab. Das Ölgemälde auf Leinwand, 30 × 35 cm, wird bei Koller auf CHF 200.000 bis 300.000 geschätzt.

Pablo Picasso, Nature morte sur une table, 1919 – kubistisches Stillleben mit Gitarre auf einem Tisch, geometrischen Formen und warmen Beige-, Braun- und Rottönen. Koller Auktionen 2026.
Pablo Picasso, Nature morte sur une table, 1919 – kubistisches Stillleben mit Gitarre auf einem Tisch, geometrischen Formen und warmen Beige-, Braun- und Rottönen. Koller Auktionen 2026. – Mit freundlicher Genehmigung von: kollerauktionen / Koller Auktionen AG, ZÜRICH

Pablo Picasso führt uns mit Nature morte sur une table von 1919 in eine Zeit des persönlichen Aufbruchs. Ein Jahr zuvor hatte er die russische Ballerina Olga Khokhlova geheiratet. Im Sommer 1919 verbrachte das Paar einige Wochen in Saint-Raphaël an der Côte d’Azur. Nach den dunklen Jahren des Ersten Weltkriegs schien das Leben wieder leichter geworden zu sein. 

In seinem Stillleben verwandelt Picasso eine Gitarre und alltägliche Gegenstände in ein harmonisches Zusammenspiel geometrischer Formen. Der Kubismus verliert hier etwas von seiner früheren Strenge und gewinnt eine neue, beinahe heitere Ruhe. Vielleicht spiegelt sich darin auch die Hoffnung eines jungen Mannes, der nach Jahren des Umbruchs sein persönliches Glück gefunden zu haben glaubte. Das Aquarell über Bleistift auf Papier, 27,5 × 19,5 cm, wird bei Koller auf CHF 180.000 bis 280.000 geschätzt.

Paul Delvaux, Les cerfs-volants, 1950 – gerahmtes Gemälde mit Besucherin bei Koller Auktionen 2026.
Paul Delvaux, Les cerfs-volants, 1950 – gerahmtes Gemälde mit Besucherin bei Koller Auktionen 2026. – Mit freundlicher Genehmigung von: kollerauktionen / Koller Auktionen AG, ZÜRICH
Paul Delvaux führt uns mit Les cerfs-volants von 1950 in eine Welt zwischen Kindheitserinnerung und Traum. Der Künstler wuchs in einem streng bürgerlichen Elternhaus auf; sein Vater war Rechtsanwalt. Die Sommer verbrachte er im Haus seiner vier Tanten, wo sich ihm eine andere, fantasievolle Welt eröffnete. Vielleicht liegt hier ein Schlüssel zu diesem geheimnisvollen Gemälde: Frauen lassen Drachen in den weiten Himmel steigen, doch kein spielendes Kind und kein Vater sind zu sehen.

Die Figuren wirken still, beinahe verloren in ihrer eigenen Welt. Sind diese Drachen Erinnerungen an unbeschwerte Sommertage – oder Sinnbilder einer Freiheit, nach der sich der junge Paul sehnte? Delvaux gibt keine Antwort. Vielleicht liegt gerade darin die berührende Kraft seiner Kunst: dass manche Sehnsüchte ein Leben lang in uns weiterleben. Das Ölgemälde auf Holz, 92,3 × 122,2 cm, wird bei Koller auf CHF 1.000.000 bis 1.500.000 geschätzt.

Fünf Künstler, fünf Lebensgeschichten, fünf Seelen hinter den Bildern: Monet entdeckt Schönheit dort, wo der Nebel anderen den Blick versperrt. Chagall bewahrt die Erinnerung an eine Liebe, die selbst den Tod überdauert. Renoir hält trotz körperlicher Schmerzen an seiner Leidenschaft für die Malerei fest. Picasso findet nach den Schrecken des Krieges neue Hoffnung im persönlichen Glück, während Delvaux in geheimnisvollen Traumwelten vielleicht nach der Freiheit seiner Kindheit sucht. So erzählen diese fünf Kunstwerke nicht nur von der Entwicklung der Moderne, sondern vor allem von Menschen, ihren Erinnerungen, Sehnsüchten und der unerschöpflichen Kraft der Kunst, das Unsichtbare sichtbar zu machen.

Denn am Ende zählt nicht allein, was ein Kunstwerk kostet, sondern was es in uns bewegt.

Wir haben einen Menschen mit Kunst berührt.

Tags: Impressionismus, Malerei, Klassische Moderne, Claude Monet, Pablo Picasso, Marc Chagall, Pierre-Auguste Renoir, Paul Delvaux, Kunstmarkt, Surrealismus

Auktion: Freitag, 4. Dezember 2026, 16:00 Uhr

Koller Auktionen AG, Zürich