Vom Kinderzimmer in die Galerie
Mit der BBA Gallery erhält diese Entwicklung nun einen professionellen Ausstellungsraum. Für Ghone ist „State of Play“ die erste Einzelausstellung in Deutschland. Zuvor wurden seine Arbeiten bereits in internationalen Zusammenhängen in London, Beijing und Berlin gezeigt; auch bei Jugendkunstwettbewerben fand seine Malerei Beachtung.
Damit beginnt zwangsläufig ein neuer Abschnitt. Denn sobald die Bilder eines Kindes an den Wänden einer Galerie hängen, verändert sich unser Blick auf sie. Sie erhalten Titel, Maße und Preise, werden fotografiert, gesammelt und in einen Kunstbetrieb eingeordnet, dessen Mechanismen ihr Urheber noch gar nicht verstehen kann.
Vielleicht ist gerade deshalb die wichtigste Leistung von „State of Play“, dass die Ausstellung eine Frage offenlässt, anstatt sie vorschnell zu beantworten.
Ist Ghone bereits ein Künstler?
Vielleicht ist die Antwort darauf im Moment gar nicht wichtig.
Viel bemerkenswerter ist, dass ein vierjähriger Junge aus Bangkok Bilder hervorbringt, vor denen Erwachsene stehen bleiben können, ohne dass deren Wirkung allein von seinem Alter abhängen muss.
„State of Play“ erzählt deshalb letztlich weniger von einem Wunderkind als von einem Zustand, den erwachsene Künstler manchmal ein Leben lang wiederzufinden versuchen: jenem Augenblick, in dem noch nicht die Regeln bestimmen, was auf einer Leinwand geschehen darf, sondern allein die Neugier darauf, was als Nächstes passieren könnte.