Weiße Stoffbahnen, schwarze Schnüre, farbige Stickereien und lose herabhängende Fäden.
Auf den ersten Blick könnte man an Kleidungsstücke denken, die nebeneinander aufgehängt wurden. Doch bei genauerer Betrachtung lösen sich die vertrauten Formen auf.
Rote und blaue Kreise erinnern an Blüten oder kleine Sonnen. Unterschiedliche Stoffstücke sind miteinander verbunden, teilweise zusammengenäht, verknotet oder durch Schnüre zusammengehalten.
Sonia Gomes (*1948) arbeitet mit gebrauchten Textilien und Fundmaterialien. Stoffe, die einst Teil eines Kleidungsstücks oder eines alltäglichen Gegenstandes waren, erhalten durch ihre Bearbeitung eine neue Bedeutung.
Dabei bewahren sie zugleich etwas von ihrer Vergangenheit.
Die Künstlerin verbindet textile Handarbeit mit zeitgenössischer Skulptur. Nähen, Sticken und Knoten werden zu künstlerischen Ausdrucksmitteln.
Besonders interessant sind die offenen Enden und herabhängenden Schnüre. Sie vermitteln den Eindruck, als könnte das Werk weiterwachsen, als sei seine Geschichte noch nicht abgeschlossen.
So entsteht eine Kunst, die nicht nur aus Materialien besteht, sondern auch von Erinnerung, Veränderung und neuen Verbindungen erzählt.
Ausstellungsort: Palais de Tokyo, 13 avenue du Président Wilson, Paris.
Alexander Calder – Wenn die Schwerkraft zu tanzen beginnt
Hauser & Wirth Paris – François Premier