Corinths Gemälde bewegen sich zwischen genauer Beobachtung und leidenschaftlichem Ausdruck. Seine Porträts, Stillleben und Figurenbilder zeigen einen Maler, der nicht allein das Sichtbare festhalten wollte. Ihn interessierten ebenso die Persönlichkeit eines Menschen, die Lebendigkeit eines Augenblicks und die sinnliche Wirkung der Farbe.
Ein Pinselstrich, der seiner Zeit voraus war
Was Corinths Malerei bis heute so unmittelbar erscheinen lässt, ist ihre erstaunliche Freiheit. Farbe wird nicht bloß aufgetragen, um Formen wiederzugeben. Sie entwickelt ein Eigenleben, wird zur Bewegung und vermittelt Emotionen.
Gerade diese expressive Kraft macht Corinth zu einer wichtigen Figur auf dem Weg in die Moderne. Sein Einfluss reicht weit über seine eigene Generation hinaus und lässt sich bis zu Künstlern wie Georg Baselitz oder Lucian Freud verfolgen.
Mit der Ausstellung knüpft die Berlinische Galerie an ihre Reihe bedeutender Künstlerpersönlichkeiten der Moderne an. Zugleich richtet sie den Blick auf ihre eigene Sammlung, die zahlreiche qualitätvolle Gemälde Corinths umfasst.
„Dann kam Berlin!“ ist damit mehr als eine Ausstellung über einen berühmten Maler. Sie erzählt von einer Stadt, die einem Künstler neue Möglichkeiten eröffnete – und von einem Künstler, der das Bild dieser Stadt mitprägte.