Lovis Corinth, Junge Frau mit Katzen, 1904 © Hilti Art Foundation, Foto: Günter König
Lovis Corinth, Junge Frau mit Katzen, 1904 © Hilti Art Foundation, Foto: Günter König – Mit freundlicher Genehmigung von: berlinischegalerie / Berlinische Galerie

Wann: 09.10.2026 - 25.01.2027

Als Lovis Corinth 1901 München verließ und nach Berlin zog, war er bereits ein erfahrener Maler. Doch erst in der pulsierenden Reichshauptstadt sollte seine Karriere jene Dynamik entwickeln, die ihn zu einem der bedeutendsten Künstler der deutschen Moderne machte.

Berlin war um die Jahrhundertwende ein Ort des Aufbruchs. Neue künstlerische Ideen trafen auf gesellschaftliche Veränderungen, traditionelle Vorstellungen von Malerei gerieten zunehmend ins Wanken. Für Corinth, der 1858 im ostpreußischen Tapiau geboren wurde, eröffnete die Stadt neue Möglichkeiten. Seine Malerei wurde freier, seine Pinselführung leidenschaftlicher und sein Umgang mit Farbe immer unmittelbarer.

Zwischen großer Kunst und persönlichem Leben

Die Ausstellung „Lovis Corinth – Dann kam Berlin!“ in der Berlinischen Galerie widmet sich nicht nur dem künstlerischen Aufstieg des Malers, sondern auch den Menschen und Erfahrungen, die sein Leben prägten.

Ein besonderer Blick gilt seiner Malschule, in der vor allem Frauen Unterricht erhielten. Auch Corinths enge Verbindung zum Berliner Theater und sein privates Umfeld werden beleuchtet. So entsteht das Bild eines Künstlers, dessen Werk untrennbar mit der kulturellen Atmosphäre seiner Zeit verbunden war.

Lovis Corinth, Das Trojanische Pferd, 1924, © Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie, bpk, Foto: Jörg P. Anders
Lovis Corinth, Das Trojanische Pferd, 1924, © Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie, bpk, Foto: Jörg P. Anders – Mit freundlicher Genehmigung von: berlinischegalerie / Berlinische Galerie

Corinths Gemälde bewegen sich zwischen genauer Beobachtung und leidenschaftlichem Ausdruck. Seine Porträts, Stillleben und Figurenbilder zeigen einen Maler, der nicht allein das Sichtbare festhalten wollte. Ihn interessierten ebenso die Persönlichkeit eines Menschen, die Lebendigkeit eines Augenblicks und die sinnliche Wirkung der Farbe.

Ein Pinselstrich, der seiner Zeit voraus war

Was Corinths Malerei bis heute so unmittelbar erscheinen lässt, ist ihre erstaunliche Freiheit. Farbe wird nicht bloß aufgetragen, um Formen wiederzugeben. Sie entwickelt ein Eigenleben, wird zur Bewegung und vermittelt Emotionen.

Gerade diese expressive Kraft macht Corinth zu einer wichtigen Figur auf dem Weg in die Moderne. Sein Einfluss reicht weit über seine eigene Generation hinaus und lässt sich bis zu Künstlern wie Georg Baselitz oder Lucian Freud verfolgen.

Mit der Ausstellung knüpft die Berlinische Galerie an ihre Reihe bedeutender Künstlerpersönlichkeiten der Moderne an. Zugleich richtet sie den Blick auf ihre eigene Sammlung, die zahlreiche qualitätvolle Gemälde Corinths umfasst.

„Dann kam Berlin!“ ist damit mehr als eine Ausstellung über einen berühmten Maler. Sie erzählt von einer Stadt, die einem Künstler neue Möglichkeiten eröffnete – und von einem Künstler, der das Bild dieser Stadt mitprägte.

Tags: Lovis Corinth, Moderne Kunst, Expressionismus, Deutsche Kunst, Kunstgeschichte, Malerei

Mittwoch bis Montag: 10:00–18:00 Uhr
Dienstag: geschlossen