Eva Stenram (*1976): Drape (Cavalcade III), 2012, C-type print, 27,2 x 20,4cm, courtesy of Eva Stenram and Ravestijn Gallery © Eva Stenram
Eva Stenram (*1976): Drape (Cavalcade III), 2012, C-type print, 27,2 x 20,4cm, courtesy of Eva Stenram and Ravestijn Gallery © Eva Stenram – Mit freundlicher Genehmigung von: smbspkberlin / Staatliche Museen zu Berlin

Wann: 04.12.2026 - 18.04.2027

Vom 4. Dezember 2026 bis 18. April 2027 präsentiert das Museum für Fotografie in Berlin die Ausstellung „Echt Foto! Fotografie zwischen Papier und Pixel“. Die Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin beleuchtet die Geschichte der Fotografie vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart und stellt eine hochaktuelle Frage: Was macht eine Fotografie im Zeitalter digitaler Bilder und künstlicher Intelligenz eigentlich noch zu einem Original?

Fotografie zwischen Material, Erinnerung und digitaler Wirklichkeit

Willi Ruge (1892–1961): Elly Ruge, um 1947, Silbergelatinepapier, koloriert, 28,9 x 20,8 cm, Kunstbibliothek – Staatliche Museen zu Berlin © Staatliche Museen zu Berlin, Kunstbibliothek / Willi Ruge
Willi Ruge (1892–1961): Elly Ruge, um 1947, Silbergelatinepapier, koloriert, 28,9 x 20,8 cm, Kunstbibliothek – Staatliche Museen zu Berlin © Staatliche Museen zu Berlin, Kunstbibliothek / Willi Ruge – Mit freundlicher Genehmigung von: smbspkberlin / Staatliche Museen zu Berlin

Fotografien begegnen uns heute überwiegend auf Bildschirmen. Dabei gerät leicht in Vergessenheit, dass die Geschichte der Fotografie untrennbar mit handwerklichen Verfahren, chemischen Prozessen und materiellen Bildträgern verbunden ist. Von frühen Aufnahmen auf Metall und Glas über klassische Papierabzüge bis zu zeitgenössischen Experimenten zeigt die Ausstellung, wie vielfältig das Medium Fotografie sein kann.

Im Mittelpunkt steht nicht allein das abgebildete Motiv, sondern die Fotografie als eigenständiges Objekt. Knicke, Verfärbungen, Kratzer und Alterungsspuren erzählen ebenso von ihrer Geschichte wie die verwendeten Materialien und Herstellungstechniken. Fotografische Sammlungen bewahren damit nicht nur Bilder, sondern auch das Wissen um ihre Entstehung.

Experimentelle Fotokunst und die Frage nach dem Original

Marta Djourina Ohne Titel, 2019, Direktbelichtung auf analogem Fotopapier, selbsterstelltes Filmnegativ, Unikat, 600 x 183 cm, Universität der Künste Berlin, 2019 © Marta Djourina, VG Bild-Kunst Bonn, 2026
Marta Djourina Ohne Titel, 2019, Direktbelichtung auf analogem Fotopapier, selbsterstelltes Filmnegativ, Unikat, 600 x 183 cm, Universität der Künste Berlin, 2019 © Marta Djourina, VG Bild-Kunst Bonn, 2026 – Mit freundlicher Genehmigung von: smbspkberlin / Staatliche Museen zu Berlin

Historische Fotografien treten in einen Dialog mit zeitgenössischen künstlerischen Positionen. Werke von Eva Stenram, Marta Djourina, Heinz Hajek-Halke und weiteren Künstlerinnen und Künstlern verdeutlichen, wie sich fotografische Bilder durch experimentelle Verfahren, Materialveränderungen und künstlerische Eingriffe verwandeln lassen.

Die Ausstellung reicht von den Anfängen der Fotografie bis zu vollständig KI-generierten Bildern. Damit rücken Fragen nach Authentizität, Originalität und der Glaubwürdigkeit visueller Informationen in den Vordergrund.

Gerade in einer Zeit, in der sich künstlich erzeugte Bilder kaum noch von fotografischen Aufnahmen unterscheiden lassen, gewinnt die Auseinandersetzung mit dem materiellen Original eine neue Bedeutung. „Echt Foto!“ lädt dazu ein, Fotografie nicht nur zu betrachten, sondern ihre Entstehung, Beschaffenheit und Geschichte neu zu entdecken.

Kuratorisches Team: Katja Böhlau, Ludger Derenthal und Ute Famulla

Tags: Fotografie, Fotokunst, Analogfotografie, Digitale Kunst, Künstliche Intelligenz

Dienstag, Mittwoch, Freitag bis Sonntag: 11–19 Uhr
Donnerstag: 11–20 Uhr