Revierkunst 2026 im LWL-Museum Henrichshütte Hattingen – Kunstmesse in historischer Industriehalle mit Besuchern und zeitgenössischer Kunst
Revierkunst 2026 im LWL-Museum Henrichshütte Hattingen – Kunstmesse in historischer Industriehalle mit Besuchern und zeitgenössischer Kunst – Mit freundlicher Genehmigung von: revierkunst / Revierkunst - der Kunstevent im Ruhrgebiet

Was: Messe

Wann: 24.04.2026 - 03.05.2026

14. Revierkunst – Kunst anders erleben.

Wer heute über eine Ausstellung Hattingen spricht, betritt nicht einfach einen Ort, sondern eine Geschichte. Mitten im Ruhrgebiet, im ältesten Hochofenstandort der Region, entfaltet sich einmal im Jahr ein Ereignis, das Vergangenheit und Gegenwart auf ungewöhnliche Weise miteinander verschränkt. Vom 24. April bis 3. Mai 2026 wird das LWL-Museum Henrichshütte erneut zur Bühne der Revierkunst.

Hier, wo einst glühendes Eisen floss, lebt der industrielle Rhythmus bis heute weiter. Zu bestimmten Zeiten wird in der Schaugießerei tatsächlich flüssiges Eisen geschmolzen – ein Moment, der die Dimension dieses Ortes unmittelbar erfahrbar macht. Genau diese Authentizität verleiht der Revierkunst ihre besondere Spannung: Kunst trifft nicht auf neutralen Raum, sondern auf ein Stück gelebter Industriegeschichte.

77 Künstler zeigen über 600 Werke auf mehr als 3.000 Quadratmetern – und doch ist es nicht die Zahl, die beeindruckt, sondern die Spannung, die in der Luft liegt. Kunst tritt hier nicht leise auf, sie behauptet sich im Dialog mit der Geschichte.

Malerei, Skulptur, Installation, Streetart, digitale Kunst und Videoarbeiten begegnen sich ohne Hierarchie. Vom modernen Realismus bis zur Abstraktion entsteht ein Parcours, der nicht erklärt, sondern erleben lässt. Es ist diese Reibung zwischen roher Industriekulisse und künstlerischer Handschrift, die der Revierkunst ihre besondere Energie verleiht – direkt, unverstellt, fast körperlich spürbar.

Ein besonderer Moment entsteht an den Wochenenden: Dann sind die Künstler selbst vor Ort. Gespräche entwickeln sich spontan und ohne Distanz. Kunst wird nicht nur betrachtet, sondern verhandelt, hinterfragt und unmittelbar erworben. Genau hier liegt die Stärke dieses Formats – in der Unmittelbarkeit.

Auch das weitläufige Außengelände der Henrichshütte wird Teil der Inszenierung. Auf rund 6.000 Quadratmetern öffnet sich der Blick, weitet sich der Raum, und mit ihm die Perspektive auf das, was Gegenwartskunst im Ruhrgebiet heute sein kann. Zwischen Himmel, Stahl und Geschichte entstehen Bilder, die sich nicht mehr vom Ort lösen.

Die Wurzeln dieses Ortes reichen tief. 1854 gründete der Hüttenmeister Carl Roth im Auftrag von Graf Henrich zu Stolberg-Wernigerode das Werk, das über Jahrzehnte zu einem der wichtigsten Wirtschaftsmotoren der Region wurde. In seiner Blütezeit arbeiteten hier mehr als 10.000 Menschen. Produziert wurden Materialien, die weit über das Ruhrgebiet hinaus Wirkung zeigten – von Schienen und Turbinenwellen bis hin zu Komponenten für die Weltraumindustrie. Mit wechselnden Eigentümern, von Henschel & Sohn über Ruhrstahl und Rheinstahl bis zur Thyssen AG, blieb die Hütte ein Symbol industrieller Kraft.

Doch auch dieser Ort kennt Brüche. Zwischen 1987 und 2003 erfolgte die schrittweise Stilllegung, begleitet von Protesten, die als „Hüttenkampf“ in Erinnerung geblieben sind. Was geblieben ist, ist ein Ort, der nicht verstummt ist, sondern heute anders spricht.

Revierkunst 2026 ist kein stilles Ereignis. Es ist ein Auftritt. Ein Statement. Im LWL-Museum Henrichshütte zeigt sich, wie unmittelbar Gegenwartskunst und Industriegeschichte aufeinandertreffen können. Wer Kunst nicht nur sehen, sondern erleben will, findet hier einen der spannendsten Orte im Ruhrgebiet.

Für zehn Tage wird die Henrichshütte erneut zum Schmelzpunkt der Kunst – und das Ruhrgebiet zeigt sich in seiner ganzen Gegenwart. „Glückauf!“

Tags: Kunstmesse, Malerei, Skulpturen, Installation, Street Art, Digitale Kunst, Moderne Kunst

Eröffnungstag: Freitag, 24. April 2026, 10–22 Uhr
25. April bis 3. Mai 2026: täglich 10–18 Uhr, außer montags